Forscher haben ermittelt, wie groß ein TV sein sollte. Das Ergebnis: Eigentlich bräuchten wir gar kein 4K – Ich sehe das anders

Wie viel Auflösung ist eigentlich fürs Wohnzimmer ausreichend? Und wo liegt der perfekte Sitzabstand? Eine Studie hat unter anderem das ermittelt.

4K-Auflösung ist für zu Hause zu viel? Ich weiß ja nicht. (Bildquellen: Philips, Maxe S., GameStar) 4K-Auflösung ist für zu Hause zu viel? Ich weiß ja nicht. (Bildquellen: Philips, Maxe S., GameStar)

Wie hoch ist eigentlich die maximale Pixelauflösung unserer Augen? Der Frage haben sich Forscherinnen und Forscher der Universität Cambridge angenommen und zusammen mit einem Team von Meta einen Wert ermittelt.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war: Viele Wohnzimmer bräuchten gar keinen 4K-Fernseher. Das hat mich natürlich aufhorchen lassen.

In dieser Kolumne lest ihr, was die Forscherinnen und Forscher zu der Aussage hat verleiten lassen und warum ich das Ergebnis des Experiments für zu kurz gedacht halte.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur, und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Natürlich kommt der Sound auch nicht zu kurz.

Das sagt die Studie aus

Es sei gleich vorweggesagt: Repräsentativ ist das Ergebnis der Studie (via der Webseite der Camden University) nicht. Am Experiment haben nur 18 Personen teilgenommen (sechs Frauen und zwölf Männer), die einem Durchschnittsalter von 26 nur einen winzigen Altersschnitt abdecken.

An dieser Stelle zitiere den Co-Autor der Studie, Rafał Mantiuk. Der sagte in einem Interview (ebenfalls auf der Webseite der Camden University zu lesen) zum Experiment:

Wenn ein Display mehr Pixel hat, ist es weniger effizient, kostet mehr und benötigt mehr Rechenleistung, um es anzusteuern. Deshalb wollten wir wissen, ab wann es keinen Sinn mehr ergibt, die Auflösung des Displays weiter zu verbessern.

So hat das Team die Pixelauflösung unserer Augen berechnet:

  • Zunächst wurde eine neue Einheit aufgestellt: Pixel pro Grad. Diese gibt an, wie viele Pixel das menschliche Auge in einem bestimmten sehen kann, gemessen in Grad.
  • Auf einem Rollkäfig wurde ein 27 Zoll großer Monitor mit 4K-Auflösung (Eizo Coloredge CS2740) angebracht.
  • Probandinnen und Probanden wurden dann diverse Farbmuster auf verschiedene Entfernung gezeigt, um die Pixel pro Grad zu messen.
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Zu diesem Ergebnis kam die Studie:

  • Menschen erkennen Schwarz-Weiß-Darstellungen sowie Graustufen in hoher Auflösung besser. 
  • Details in Farbe zu erkennen, ist für unsere Gehirne schwieriger.
  • Die Pixel pro Grad (pixels per degree oder ppd) sind:
    • Schwarz-Weiß und Graustufen: 94 ppd
    • Rote und Grüne Muster: 89 ppd
    • Gelb und Violett: 63 ppd

Professor Mantiuk sagt zu den Ergebnissen:

Unser Gehirn ist eigentlich nicht in der Lage, Details in Farben sehr gut wahrzunehmen, weshalb wir bei Farbbildern einen starken Rückgang feststellten, insbesondere beim Betrachten mit dem peripheren Sehen. Unsere Augen sind im Grunde genommen Sensoren, die nicht besonders gut sind, aber unser Gehirn verarbeitet diese Daten zu dem, was es für das hält, was wir sehen sollten.

Im Zuge des Experiments haben die Forscherinnen und Forscher einen Rechner zum Berechnen des Sitzabstandes bereitgestellt. Zusätzlich haben sie eine Matrix erstellt:

Gemäß der Matrix sollte man bei einem 60-Zoll-TV mit 4K-Auflösung drei Meter entfernt sitzen. (Bildquelle: Camden University) Gemäß der Matrix sollte man bei einem 60-Zoll-TV mit 4K-Auflösung drei Meter entfernt sitzen. (Bildquelle: Camden University)

Forschung vs. subjektive Wahrnehmung

Auch wenn die Ergebnisse nicht repräsentativ sind, finde ich sie wahnsinnig interessant. Niemand zuvor hat bisher wissenschaftlich versucht zu erklären, was denn nun der perfekte Sitzabstand zum TV (oder die »richtige« Größe) ist.

Wie Professor Mantiuk selbst sagt, soll diese Studie vor allem als Ausgangspunkt für weitere Experimente dienen.

Unsere Ergebnisse setzen Maßstäbe für die Entwicklung von Displays und haben Auswirkungen auf zukünftige Bildgebungs-, Rendering- und Videokodierungstechnologien.

Video starten 3:12 Habe ich die Zukunft gesehen? So sehr wie dieser TV hat mich noch nie ein neuer Fernseher begeistert

Mein Problem mit der Studie: Sie lässt die menschliche Komponente völlig außen vor.

Was nützt es mir zu wissen, was der wissenschaftlich korrekte Abstand zwischen meinen Augen und dem TV ist, wenn ich damit nicht zufrieden bin?

Subjektive Wahrnehmung blendet die Studie aus – und das richtig, weil jeder von uns andere Vorlieben hat; es ließe sich wissenschaftlich nicht ohne riesigen Aufwand darstellen. Dadurch gibt es nicht »den einen« richtigen Abstand, die richtige TV-Größe oder Auflösung.

Am einfachsten lässt sich das mit einem Kinosaal vergleichen.

  • Der Sweet Spot, sowohl in Sachen Video als auch Audio, ist die Linie zum letzten Drittel des Saals. Dorthin sind in der Regel Lautsprecher ausgerichtet und man sieht genug von der Leinwand.
  • Dennoch gibt es Leute, die lieber in der letzten Reihe sitzen, weil sie gerne die ganze Leinwand sehen möchten. Auf der anderen Seite möchte so mancher weiter vorn sitzen, um möglichst große Immersion durch die riesige Leinwand zu erfahren.

Video starten 1:17 GameStar Tech-Tipp: Wie groß sollte ein TV sein und welcher Abstand zum Fernseher ist optimal?

Für die 4K-Auflösung beim heimischen Fernseher gibt es gute Gründe – und zwar technische. Auch, wenn die Studie zum Ergebnis kommt, dass 4K in den meisten Wohnzimmern »too much« ist, lässt das einige Faktoren außen vor.

  • Die Bildqualität bei 4K ist höher: Ja, der Unterschied zwischen Full-HD und 4K negiert sich ab einem gewissen Abstand, doch durch mehr Bildpunkte sind faktisch mehr Details auf dem Display zu sehen.
  • 4K-Fernseher sind fortschrittlicher: Das liegt vor allem daran, dass Full-HD nicht mehr Standard ist. Dementsprechend sind 4K-Modelle mit besserer Technik ausgestattet: performanterer Prozessor, mehr Dimming-Zonen und einer höheren Lichtausbeute.
  • 4K hat noch Luft nach oben: Je kleiner das Display, desto weniger erkennt man die hohe Auflösung. Bevor 8K allerdings wichtig wird, müssen TVs an den 100 Zoll kratzen. Es stimmt, dass die Auflösung unwichtiger wird, je kleiner der Bildschirm ist, aber der Spielraum für große Fernseher ist vorhanden.

Unterm Strich gibt es weder einen perfekten Sitzabstand noch die perfekte Größe. Ich rate stets dazu, den TV eine Nummer größer zu kaufen; man bekommt einfach mehr für sein Geld und über einen zu großen Fernseher hat sich bei mir bisher noch niemand beschwert.

Es ist wie mit den Bildeinstellungen. Ich propagiere immer wieder den Kinomodus.

  • Ausgewogene Farben
  • Starke Kontraste durch ein dunkleres Bild
  • Warme Farbtemperatur für angenehmeres Filmeschauen

Wer seine Farbe allerdings lieber knallig mag – oder es gar nicht anders gewohnt ist –, der wird seinen Fernseher im dynamischen Modus fahren lassen. Und das ist vollkommen in Ordnung. All die technische Perfektion nützt nichts, wenn es einem persönlich nicht gefällt.

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