Schneller Grafikspeicher GDDR6 - Samsung erreicht mehr Leistung als erwartet

Der neue Speicherstandard GDDR6 von Samsung bietet noch mehr Leistung als der südkoreanische Hersteller vor einem Jahr erwartet hatte.

von Georg Wieselsberger,
12.11.2017 12:14 Uhr

GDDR6 wird noch schneller als ursprünglich von Samsung angekündigt.GDDR6 wird noch schneller als ursprünglich von Samsung angekündigt.

Aktuelle Grafikkarten setzten beim Videospeicher im High-End-Bereich entweder auf GDDR5X, das Nvidia beispielsweise bei der Geforce GTX 1080 Ti nutzt, oder auf HBM2 wie AMD bei der Radeon RX Vega 64. Der neue Standard GDDR6 wurde schon vor über einem Jahr von Samsung angekündigt und damals eine Leistung von 14 Gbps versprochen.

Zum Vergleich: GDDR5 bietet 8 Gbps und GDDR5X ist aktuell bis zu 11 Gbps schnell. Bei einem 256-Bit-Speicherinterface sind mit diesem beiden Speicherarten 256 GByte/s beziehungsweise 352 GByte/s möglich, bei 384 Bit sogar 384 GByte/s und 576 GByte/s.

GDDR6 mit bis zu 768 GByte/s bei 384 Bit

Das neue GDDR6-RAM ist nun aber laut einer Mitteilung von Samsung sogar 16 Gbps schnell und kann daher 521 GByte/s und mit einem 384-Bit-Interface sogar 768 GByte/s übertragen. Der HBM2-Speicher auf einer Radeon RX Vega 64 kommt auf nur 484 GByte pro Sekunde. Damit wird GDDR6 für kommende High-End-Grafikkarten wohl der Speichertyp der Wahl sein und zumindest Nvidia dürfte bei seinen Volta-Modellen wahrscheinlich zu den neuen Chips greifen.

HBM2 ist noch nicht ausgereizt

Wie es bei AMD und der kommenden Grafik-Architektur Navi aussieht, ist bisher nicht bekannt, aber HBM2 ist aktuell noch lange nicht ausgereizt. Theoretisch wären mit vier Speicherstapeln und 16 GByte HMB2 bis zu einem TByte pro Sekunde möglich. HBM2 ist allerdings noch immer ein Speicher, der nicht so gut verfügbar ist wie die GDDR-Varianten.

Eventuell hat sich AMD hier sogar selbst ein Bein gestellt, denn die neuen Intel-Prozessoren mit AMD-Grafikchip setzen ebenfalls auf HBM2 und erhöhen so die Nachfrage nach diesem Speichertyp. Da entsprechende Notebooks sogar recht bald erscheinen sollen, war der HBM2-Mangel im Sommer vielleicht sogar schon ein wenig durch den Deal mit Intel verursacht.


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