Sigma hat die BF angekündigt. Eine minimalistische und kompakte Vollformat-Kamera, wie ich sie mir nicht hätte erträumen können.
Was sie für mich so besonders macht, ist der bewusste Verzicht auf viele Features, die man sonst von anderen Kameras kennt – und das außergewöhnliche Design.
Es gibt aber dennoch Aspekte, die für viele zum Dealbreaker werden können – und damit meine ich nicht nur das 2.000-Euro-Preisschild.
Was ist die Sigma BF?
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Sigma BF: Die Features der kompakten Vollformatkamera in der Übersicht
Die Sigma BF ist eine sogenannte Vollformat-Kamera mit 24 Megapixeln. Die Größe des Bildsensors, die ausschlaggebend für die Bildqualität ist, entspricht der von 35mm-Negativen – also 36 × 24 mm.
Zum Vergleich: Die größten Bildsensoren, die in heutigen High-End-Smartphones verbaut werden, sind die sogenannten 1-Zoll-Typ-Sensoren (etwa Xiaomi 14 Ultra).
Diese besitzen die Maße 13,2 x 8,8 mm. Für Smartphone-Verhältnisse ist das gigantisch, aber immer noch winzig im Vergleich zum Vollformat.
Die Bildqualität der Sigma BF dürfte also exzellent sein. Ein so großer Sensor liefert nicht nur viele Details, einen hohen Dynamikumfang und wenig Bildrauschen, sondern erlaubt es euch auch Fotos mit geringer Tiefenschärfe zu schießen. So könnt ihr etwa bei Portraits den Hintergrund besser verschwimmen lassen.
An die Kamera lassen sich alle Objektive mit dem »L-Mount«-Anschluss anschließen. Dazu zählen etwa Objektive von Leica, Panasonic und Sigma.
Der Autofokus verwendet ein Hybrid-System aus Phasen- und Kontrasterkennung. Er sollte also schnell und zuverlässig sein.
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Spezifikationen
- Preis: 2.000 US-Dollar
- Gehäuse: Aluminium-Unibody
- Bildsensor: Vollformat, effektive 25 Megapixel
- Bildschirm: 3,2 Zoll, 2.100.000 Bildpunkte, Touchscreen, fest verbaut, Live View
- Speicher: 230 GByte intern, kein Speicherkartenslot
- Konnektivität: USB 3.2 Gen 2 (10 GBit/Sek, USB-C)
- USB-Laden: Ja
- Mikrofon-Anschluss: Nein
- Kopfhörer-Anschluss: Nein
- Maße: 130 x 73 x 37 mm
Fokus auf das Wesentliche
Was mich eher beeindruckt, ist das Gehäuse dieser Kamera mit Mut zum Minimalismus. Die Sigma BF erinnert mich sehr an Apple-Produkte wie das MacBook.
Die Kamera besteht aus einem einzigen Block Aluminium und könnte designtechnisch nicht einfacher sein. Auf der rechten Seite ist das Metall texturiert, um etwas mehr Halt zu bieten.
Wirklich ergonomisch sieht das Design jedoch nicht aus. Auf der Rückseite gibt es immerhin eine kleine Mulde für den Daumen. Vielleicht reicht das ja schon?
Apropos Rückseite: Dort befindet sich ein 3,2 Zoll großer Touchscreen, drei kapazitive Tasten und ein Einstellungsrad. Ein zweites Mini-Display zeigt euch an, welche Einstellung mit dem Rad verändert wird.
Bis auf den Auslöser auf der Oberseite gibt es keine weiteren Bedienelemente. Alle Einstellungen sollen einhändig erreichbar sein.
Auf einen Speicherkartenslot wird verzichtet. Die Kamera besitzt stattdessen einen internen Speicher mit einer Kapazität von 230 GByte. Das bietet Platz für:
- 14.000 JPEG-Fotos
- 4.300 unkomprimierte RAW-Fotos
- 2:30 Stunden Videos in der höchsten Qualitätseinstellung (6K)
Dateien werden über einen USB-C-Anschluss auf der linken Seite der Kamera übertragen.
Sigma hat selbst das Benutzerinterface auf Minimalismus getrimmt. Es zeigt nur die wichtigsten Informationen an. Bei Bedarf lassen sich alle ausblenden, damit man sich vollkommen auf die Bildkomposition konzentrieren kann.
Es hat schon einen Grund, warum viele Profi-Kameras von heute dutzende Knöpfe, Drehräder und Einstellungen haben. So können Fotografen und Fotografinnen möglichst effizient und schnell fotografieren.
Es gibt aber nur wenige Kameras, die sich auf das Wesentliche in der Fotografie fokussieren. Um Fotos zu schießen, bräuchte man nur Zugriff auf die drei Einstellungen des Belichtungsdreiecks – also ISO, Belichtungszeit und Blende – und einen Sucher/ein Display für die Bildkomposition.
Einer der wenigen Hersteller, die Kameras mit einem solchen Minimalismus anbieten, ist der deutsche Hersteller Leica. Und das für exorbitante Preise.
Die Leica M11-D kostet zum Beispiel 9.350 Euro – ohne Objektiv. Die Sigma BF kostet ganze 7.350 Euro weniger.
Was macht die Sigma BF also so besonders? Es gibt heute nur wenige digitale Systemkameras, die sich so sehr auf die Basics der Fotografie spezialisieren. Ich bin davon ein großer Fan, weil es mir beim Fotografieren erlaubt, mich voll und ganz auf den Prozess zu konzentrieren.
- Sie bietet nur die nötigsten Bedienelemente und besitzt deswegen ein sehr einfaches Interface.
- Sie ist für eine Vollformat-Kamera äußerst kompakt.
- Der Unibody aus Aluminium verspricht eine hohe Verarbeitungsqualität.
- Wegen des internen Speichers erspart man sich den Kauf einer SD-Karte.
- Es gibt eine sehr große Auswahl an kompatiblen Objektiven.
- Obendrein könnte die Sigma BF eine geeignete Alternative für jene sein, die sich eine digitale Leica kaufen wollen, aber diese viel zu teuer sind.
Minimalismus nicht ohne Kompromisse
Obwohl mich die Kamera beeindruckt, habe ich einige Sorgen, die für einige von euch sogar ein Dealbreaker sein könnten:
- Es gibt keinen Sucher und keine Möglichkeit, einen anzuschließen, da die Kamera keinen Blitzschuh besitzt. Das ist der Slot, in den externe Blitze eingesteckt werden. In diesem können bei anderen Kameras auch Sucher aufgesteckt werden. Bei der Sigma BF fehlt so ein Slot. Vielleicht entwickelt Sigma einen elektronischen Sucher, der an den USB-C-Anschluss angesteckt werden kann.
- Ergonomie war beim Design dieser Kamera wohl eher zweitrangig.
- Das Aluminium-Design könnte im Winter sehr kalt werden.
- Der Preis ist mit 2.000 Euro ohne Objektiv dennoch sehr hoch, wenn man bedenkt, dass man eine Kamera mit weniger Features kauft.
Verfügbarkeit: Die Kamera soll ab April 2025 verfügbar werden.
Was haltet ihr von der Sigma BF? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

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