Ich bin so ein Marketingopfer. Sobald ein Spiel Wörter wie »Hill«, »Creek«, »Peak«, »Lake« oder eben »Pines« im Namen trägt, wandert es blind auf meine Wunschliste. Als riesiger Fan von Twin Peaks und Silent Hill suche ich schließlich ständig nach neuem Futter, das meinen Hunger nach dieser mystischen, fast schon wohligen Atmosphäre stillt. Leider entpuppen sich viele dieser vermeintlichen Geheimtipps am Ende als reiner Durchschnitt oder gar als völliger Griff ins Klo – die Art von Klo, in die vielleicht ein James Sunderland, aber ganz sicher keine Heather greifen würde!
Silver Pines ist dagegen seit Langem mal wieder ein richtiger Glückstreffer. Das Survival-Horrorspiel in schicker 2D-Optik erscheint am 8. Oktober 2026 (noch soooo lange warten, AAH!), eine Demo ist aber bereits jetzt verfügbar. Und die spielt sich nicht nur, als wäre dieses Spiel extra für mich gemacht worden – sondern hat auch schon jetzt das Potenzial, eines der besten Horrorspiele 2026 zu werden.
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Silver Pines spielt sich wie das Baby von Twin Peaks und Silent Hill – und hat das Potenzial zum Horror-Geheimtipp 2026
Willkommen in Silver Pines!
RRRRIIIIIIING. RIIIIIIIIING. Das durchdringende Trillern eines Münztelefons reißt mich aus meinem Halbschlaf. Ich sitze in einem Diner. Um mich herum ist keine Menschenseele, die Jukebox ist stumm, auf der Gästetoilette flackert das Licht. Das geht ja schon super los!
Ich schlüpfe in den Trenchcoat von Privatermittler Red Walker, der nur ein Ziel zu haben scheint. Daran erinnert mich auch die mysteriöse Stimme im Telefonhörer: »Hast du ihn gefunden? Hast du Eddie Velvet gefunden?« Nein, habe ich natürlich noch nicht, sonst gäbe es kein Spiel. Aber das sollten wir schleunigst ändern.
Also schiebe ich mich durch die Tür des Diners hinaus in die ungemütlichen Straßen der Stadt. Und direkt beim ersten Schritt ins Freie, geht mir mein »Pines, Peak, Creek, Hill«-Herz auf: Das Spiel präsentiert sich in einem wunderschönen 2D-Look.
Obwohl der Großteil der Umgebung in Grau-Braun-Abstufungen versinkt, strotzt alles nur so vor Ausdrucksstärke. Jede Pfütze, jeder Schatten und jede Nebelschwade wirkt so beklemmend und melancholisch, dass ich erst einmal stehen bleiben muss, um mich einfach nur an dieser großartigen optischen Tristesse zu erfreuen. Nur zögerlich platzierte Licht- und Farbkleckse durchbrechen das Grau und locken mich mit einer vermeintlichen Sicherheit. Genau diese trügerische Ruhe macht mich beim Spielen schon jetzt ganz hibbelig.
Survivalhorror vom Feinsten
Wenn dir der letzte verbleibende Cop in der Stadt sagt, dass alle Einwohner evakuiert wurden, solltest du wahrscheinlich auch abhauen, Mr. Walker! Aber gut, wir alle haben schon mal dumme Entscheidungen im Leben getroffen. Ich durchforste also unbeirrt weiter die Straßen, klettere über Graffiti-beschmierte Mauern, krieche durch kaputte Zäune und sammle ein kleines Messer auf – und das werde ich auch dringend brauchen!
Denn plötzlich lösen sich bedrohliche Schattengestalten aus den Wänden der Gassen. Keine Ahnung, was ihr Problem ist, aber sie greifen nach mir und machen schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ganz schön Aua! Ich muss also schnellstens ihre Angriffsmuster verinnerlichen und im perfekten Moment ausweichen. Und vor allem darf ich auf gar keinen Fall vergessen, meine Klinge rechtzeitig mit einer Rolle Tesafilm zu umwickeln, bevor sie mir mitten im Kampf in zwei Teile zerbricht.
Später kann ich mir die Viecher zum Glück auch mit einer Pistole und einer Shotgun vom Leib halten. Sitzt mein Abzugsfinger dabei allerdings zu locker, bekomme ich im weiteren Verlauf mächtige Probleme. Silver Pines geizt zwar nicht mit Ressourcen, die ich finden oder in einem Automaten kaufen kann – aber wer sich wie ich ein paar Mal zu oft erwischen lässt und seine Heilung verbraucht, stolpert quasi im Hardcore-Modus in den ersten Bosskampf.
Die richtige Prise Vibes und Mystery
Wie jedes gute Horrorspiel braucht natürlich auch Silver Pines ruhige Momente, in denen sich mein Puls von den teils intensiven Kämpfen oder Fluchtversuchen erholen kann. Ich prügle mich nämlich nicht nur durch die Gegend, sondern darf auch meine grauen Zellen anstrengen. Mal muss ich einen mysteriösen Gegenstand aus dem Pool-Abfluss fischen, mal den Knauf für eine versteckte Tür finden, einen Code zum Schrank ausknobeln oder den Preis an einer Schießbude abräumen. Diese Rätsel fügen sich fantastisch in die fiebertraumhafte Welt ein.
Denn Silver Pines ist logischerweise keine normale Kleinstadt, in der nur zufällig ein paar Monster herumstolpern, die aussehen wie schmelzende Schatten. Die Suche nach Eddie löst in unserem Privatdetektiv einen regelrechten Trip aus: Räume verändern plötzlich ihre Inneneinrichtung, ich springe nahtlos zwischen Realität und Traumwelt hin und her und treffe auf extrem merkwürdige Gestalten, die ich weder als »Freund« noch als »Feind« verbuchen kann.
Aus jeder Pore des Spiels trieft die DNA der großen Vorbilder. Das spüre ich im schauderhaften Schluchzen der Monster, in den zerfledderten Polaroids, die mir kleine Story-Fetzen offenbaren, oder im Speichersystem. Dafür muss ich eine meiner mühsam zusammengesparten Münzen opfern, um eine bestimmte Nummer anzurufen. In jedem anderen Spiel wäre das total unnötig, in Silver Pines passt es einfach wie die Faust aufs Auge, wenn Red Walker seinem geheimnisvollen Vorgesetzten Updates durchgibt.
Nach Silent Hill: Townfall freue ich mich dieses Jahr auf keinen anderen Release so sehr wie auf Silver Pines. Ich hoffe, dass der Mystery-Thriller das Niveau seiner herausragenden Demo halten kann und uns Horrorfans mit einem neuen Spielejuwel belohnt. So, wie viel mal muss ich jetzt noch schlafen bis zum 8. Oktober?
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