Hightech trifft Naturliebe: Der Birdfy Feeder Bamboo verspricht Vogelbeobachtung per App und KI. Mein Test zeigt: Die Technik ist beeindruckend stark, lockt sogar ungebetene Gäste an und kann überraschend zum Luxusproblem werden.
Ich bin von smarten Gadgets fasziniert und probiere regelmäßig neue Geräte und Technik aus. In meinem Garten halte ich mich gerne auf, schaue meinem Rasenmähroboter bei der Arbeit zu und beobachte die verschiedenen Tierchen, die sich dort aufhalten. Vögel besuchen meinen Garten regelmäßig und knabbern am Futter oder baden in der Tränke. Allerdings sind sie scheu - aus der direkten Nähe kann ich sie nicht beobachten.
Als ich vom smarten Vogelfutterhaus, dem Birdfy Feeder Bamboo, gelesen habe, wurde meine Neugier sofort geweckt. In dem Häuschen ist ein Futterspender zusammen mit einer Kamera integriert. Sobald ein Vogel zum Futtern ans Häuschen kommt, reagiert der Bewegungsmelder und die Kamera nimmt ein Video und ein Bild auf. Über die verbundene App kann ich mir die futternden Vögel live oder als VOD ansehen. Einen Monat lang habe ich das Gadget getestet.
Von anfänglicher Stille zur Benachrichtigungsflut
Der Aufbau verlief sehr einfach, denn das Häuschen ist größtenteils schon zusammengebaut. Ich musste nur noch die Kamera mit dem Solarpanel verkabeln und die Antenne für das WLAN anschrauben. Dann noch die Sitz-Verlängerung anbringen und schon ist das Häuschen fertig. Ich suchte mir einen ruhigen, sonnigen Platz in meinem Garten und schraubte die Halterung und das Solarpanel an die Rückseite meines Schuppens an.
Nach der Installation folgte die gespannte Erwartung. Die App habe ich so eingerichtet, dass ich eine Push-Benachrichtigung erhalte, sobald ein Vogel den Bewegungsmelder triggert. Immer wieder checkte ich die App, aber es gibt keine Vogel-Aufnahmen.
Ich hatte die Hoffnung, dass die Benachrichtigungen nicht richtig funktionieren, aber schon viele Vögel zu Besuch waren. Doch es dauerte, obwohl das Futter sich bereits an einer anderen Futterstelle bewiesen hatte und reichlich gefüllt war.
Stundenlang bekam ich keine Benachrichtigungen und war enttäuscht. Vögel waren zwar in meinem Garten, aber wollten nicht zum neuen Futterhaus. Vielleicht musste sich die neue Nahrungsquelle erstmal bei den Bird-Buddys herumsprechen, dachte ich mir.
Der Durchbruch: Es dauerte etwa 24 Stunden, bis sich der erste Vogel ans Häuschen wagte. Als ich die Birdfy-Benachrichtigung auf dem Handy sah, war ich richtig aufgeregt. Endlich der erste Vogel!
Ich klickte die Benachrichtigung sofort an und sah eine kleine Blaumeise. Sie blickte skeptisch in die Kamera, kam dann langsam näher, nahm sich schnell einen Sonnenblumenkern und flog mit dem Futter im Schnabel sofort wieder weg.
Es sollte einen Tag dauern, bis sich wieder ein Vogel vor der Kamera zeigte. Es ist vermutlich dieselbe Blaumeise wie am Vortag. Diesmal weniger scheu futterte sie ein paar Schnäbel voll und blieb fast eine Minute, bevor sie wieder verschwand.
In den ersten Tagen erhielt ich zwischen fünf und zehn Vogel-Benachrichtigungen täglich.
Doch nach einer Woche waren es täglich 50 bis 70 Benachrichtigungen. Zur Blaumeise gesellten sich jetzt auch Rotkehlchen, ein Spatz, eine Elster und sogar ein Buntspecht. Die Bilder und Videos haben eine tolle Qualität und ich habe viel Freude daran, die Videos anzusehen.
KI: Es gibt die Möglichkeit, ein Abonnement für die KI-Vogelerkennung abzuschließen. Das kostet ab 4,99 Dollar im Monat. Dafür bin ich ehrlich gesagt zu geizig. Zum Produkt gehört ein Gutschein, um die Funktion 7 Tage kostenlos zu testen und die habe ich genutzt. Die künstliche Intelligenz hat bei mir im Test eine sehr hohe Trefferquote und konnte nur eine Handvoll Vögel nicht richtig benennen.
Es funktioniert ZU gut - Vom Spatz zum Stalker
Es dauerte etwa 14 Tage, bis mich die vielen Vogel-Benachrichtigungen der Birdfy-App nervten. Ich hatte bereits eingestellt, dass ich nur Vibrationen und keine Töne empfange. Aber auch das stört bei etwa 70 Benachrichtigungen pro Tag (alleine durch diese App).
Ich freue mich ja, dass die Futterstation so gut angenommen wird, aber eine Änderung musste her. Teilweise gab es nicht mal 5 Minuten Ruhe von der App. Erst war es wirklich spannend, die vielen verschiedenen Tiere zu sehen, aber schnell wurde es zur nervenden Dauermeldung. Ich stellte die Push-Benachrichtigungen für die App aus. Ganz. Kein Vibrieren, keine visuellen Ankündigungen.
Ich konnte das einfach nicht mehr ertragen. Das smarte Vogelfutterhaus funktioniert sogar zu gut.
So nutze ich das Vogelfutterhaus jetzt im Alltag
Inzwischen hat sich die angespannte Stimmung zwischen mir und der Birdfy-App wieder beruhigt. Ich stöbere etwa zweimal am Tag, welche Vögel bis zu diesem Zeitpunkt aufgenommen wurden und schaue mir ein paar Videos an. Andere begutachte ich nur im Vorschaubild der Mediensammlung.
Es ist für mich immer noch spannend, täglich zu schauen, wer sich über das Futter freut. Mit der richtigen Einstellung kann ich das Häuschen jetzt endlich richtig genießen.
Ein Video mit schönen Exemplaren meiner geflügelten Restaurantgäste zeige ich euch hier:
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Birdfy Feeder Bamboo im Test mit verschiedenen Futter-Besuchern
Bonus: Ein überraschender Gast futtert in der Nacht
Ich staunte nicht schlecht, als nach etwa einer Woche auch nachts die Benachrichtigungen des Futterhäuschens eintrudelten. Aber nachts erwartet man keine Vögel. Ich schaute also nach und … sehe einen buschigen Waschbären, der sich den Bauch vollstopft.
Über die integrierte Gegensprech-Anlage in der Kamera fragte ich ihn, ob es ihm sonst ganz gut geht. Er flüchtete, allerdings nur für fünf Minuten. Danach kehrte er zurück und führte seine Nahrungsaufnahme fort. Inzwischen habe ich ihn akzeptiert und ihn Rocket getauft. Allerdings fülle ich das Häuschen täglich weniger voll, damit es zum Abend meist leer gefuttert ist.
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Birdfy Feeder Bamboo Waschbären-Besuch
Fazit: Geniales Gadget mit Luxusproblem oder überflüssiger Schnickschnack?
Insgesamt bin ich mit dem smarten Birdy Feeder Bamboo sehr zufrieden. Ich liebe es, mir abends anzusehen, welche Vögel meinen Garten über den Tag besucht und bei mir Futter gefunden haben. Mit einem Preis von aktuell etwa 210 Euro richtet es sich an Leute, die ein großes Herz für Vögel haben und weniger an die, die nur mal kurz schauen wollen, was im Garten so los ist.
Für mich trifft es voll ins Schwarze und ich möchte in Zukunft auch noch einen smarten Nistkasten in meinem Garten haben. Um ungestört in ein Vogelnest zu blicken. Wenn euch das Futterhäuschen neugierig gemacht habt, ihr aber den Preis als zu hoch empfindet, dann schaut euch doch Optionen zum Selbstbau an. Die sind meist günstiger und erfordern nur etwas handwerkliches Geschick.
- Hier findet ihr den Birdfy Feeder Bamboo auf Amazon
- Eine günstigere Alternative, allerdings nicht aus Holz, findet ihr hier auf Amazon
Pro:
- Tolle Nahaufnahmen von Vögeln
- Spannende KI-Erkennung
- Einfache Beobachtung ohne Störung
- Solarpanel funktioniert super, kein manuelles Laden von Akkus
- Schickes Design (Bambus)
Contra:
- Benachrichtigungsflut kann extrem nervig sein
- KI zur Vogelerkennung nicht perfekt
- Abhängigkeit von gutem WLAN am Aufstellort
- Preis
- Zusätzlich zum Anschaffungspreis noch optionale Abo-Kosten
- Futter wird von Vögeln leicht
rausgeworfen
und fällt auf die Erde
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