Spanien und Marokko träumen seit 40 Jahren von einem Tunnel unter der Meerenge – das milliardenschwere Problem dabei heißt Kamarinalschwelle

Der Gibraltartunnel könnte zwei Kontinente verbinden. Doch die Herausforderungen sind groß.

Die für das Projekt zuständige spanische Behörde hat eine Konzeptzeichnung des Tunnels veröffentlicht. (Bild: SECEGSA) Die für das Projekt zuständige spanische Behörde hat eine Konzeptzeichnung des Tunnels veröffentlicht. (Bild: SECEGSA)

An der engsten Stelle trennen Afrika und Europa nur knapp 14 Kilometer. Seit Jahrzehnten gibt es Überlegungen, diese Distanz mit einem Tunnel durch die Straße von Gibraltar zu überwinden. Die Herausforderungen sind aber groß.

Ein Tunnel, der zwei Kontinente verbindet

Der Gibraltartunnel, der Punta Paloma in Spanien und Kap Malabata in Marokko verbinden soll, wäre wohl eines der größten und aufwendigsten Infrastrukturprojekte der Geschichte. Insgesamt soll er rund 42 Kilometer lang werden, wobei etwa 27,7 Kilometer komplett unter dem Meer verlaufen würden.


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Während früher auch mal Straßen im Gespräch waren, wird mittlerweile nur noch mit einer Eisenbahnverbindung geplant. Zwei einzelne Röhren mit je 7,90 Metern Durchmesser sowie ein zentraler Service- und Rettungstunnel mit sechs Metern Durchmesser sind angedacht.

Die Auswirkungen des Projekts könnten enorm sein, immerhin wäre es so möglich, in nur 30 Minuten von Europa nach Afrika zu reisen. Die Verbindung der Gleissysteme könnte zudem den Handel zwischen den Kontinenten erheblich vereinfachen (via SECEGSA).

Große Herausforderungen: Dass der Bau noch nicht gestartet und auch noch nicht fest geplant wurde, hängt mit den vielen Schwierigkeiten zusammen. So müssen Marokko und Spanien zusammenarbeiten und die Kosten von wohl mindestens 15 Milliarden Euro sind nicht zu verachten.

Aus geologischer Sicht ist vor allem die sogenannte »Kamarinalschwelle« (spanisch: Umbral de Camarinal) problematisch. Dabei handelt es sich zwar um die seichteste Zone der Meerenge, der Untergrund ist aber extrem unbeständig und besteht aus wechselnden Schichten von Sandstein und Ton.

Die Region liegt zudem direkt auf der tektonischen Bruchlinie zwischen der azorischen und der tunesischen Platte. Genau diese Verwerfung hatte 1755 auch das verheerende Erdbeben von Lissabon ausgelöst.

Die Straße von Gibraltar wird außerdem von über 100.000 Schiffen jährlich befahren und ist ein geschütztes Ökosystem. All diese Faktoren müssten bei den Planungen miteinbezogen werden.


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Eine erste Machbarkeitsstudie kam immerhin zu dem Schluss, dass der Bau des Tunnels mit aktuellen technischen Mitteln theoretisch möglich wäre. Die Regierungen von Spanien und Marokko haben auch schon eine Absichtserklärung unterzeichnet. Trotzdem ist mit einer Eröffnung wohl frühestens Anfang der 2040er-Jahre zu rechnen.

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