SSD-Preise könnten weiter sinken, weil der »Ersatzzyklus« ausgeblieben ist - Hersteller hoffen auf 2025

Hersteller fokussieren sich indes immer mehr auf DRAM-Kunden.

SSDs könnten in den nächsten Monaten noch etwas günstiger werden, doch im nächsten Jahr soll Schluss mit der preislichen Talfahrt sein. SSDs könnten in den nächsten Monaten noch etwas günstiger werden, doch im nächsten Jahr soll Schluss mit der preislichen Talfahrt sein.

Der SSD-Markt hat das Jahr 2024 mit einem steilen Preisanstieg begonnen, der bis zum Sommer anhielt. Darauf folgte eine Talfahrt, die weiter andauern könnte.

Wie das koreanische Branchenportal DigiTimes berichtet, sollen die Preise für NAND-Flashspeicher noch weiter sinken. Diese könnte eine Preissenkung von SSDs nach sich ziehen, doch Hersteller haben bereits damit begonnen, diesem Trend entgegenzusteuern.

Rückblick: 2024 ist ein turbulentes Jahr für SSDs

Zu Beginn des Jahres zogen die Preise einiger Festplatten merklich an, was unter anderem an der heruntergefahrenen Produktion namhafter Speicherhersteller lag.

  • Der weltweit größte Flashspeicherhersteller Samsung etwa hatte diese Ende des vergangenen Jahres um rund 50 Prozent abgesenkt.
  • Entsprechend gingen im ersten Halbjahr 2024 die SSD-Preise kontinuierlich nach oben und erreichten ihren Höhepunkt im Sommer.

Spätestens seit vergangenem September ist eine rückläufige Entwicklung zu beobachten. Das Tiefstniveau aus dem vergangenen Jahr konnte zwar nicht erreicht werden, doch immerhin zeigte der Preistrend recht eindeutig nach unten, wie ihr am Beispiel der WD_SN850X sehen könnt:

Vom Dezember 2023 bis Juni 2024 zeigte der Preis einer beliebten SSD nach oben, ehe der Trend umgekehrt wurde. Vom Dezember 2023 bis Juni 2024 zeigte der Preis einer beliebten SSD nach oben, ehe der Trend umgekehrt wurde.

Auch der für die SSD-Preisprognose so wichtige Spotmarkt für TLC-Wafer schloss sich diesem Trend an; die Wafer wurden in den vergangenen Monaten immer günstiger (via DRAMExchange).

Dies lag auch in fehlender Nachfrage im PC-Markt begründet, wie DigiTimes weiter erklärt.

  • Die Industrie schätzte das zweite Halbjahr 2024 als »Ersatzzyklus« für PCs ein; also ein Zeitraum, an dem viele Endkunden ihre vorhandene Hardware auffrischen wollen.
  • Dieser Zyklus ist aber nicht eingetreten, denn »wirtschaftliche Abschwünge führten zu einem geringeren Verbrauchervertrauen«.

Trotz der »nicht vollständig erholten Nachfrage« sollen Hersteller wie Samsung und SK Hynix ihre NAND-Lieferungen erneut erhöht haben.

Analog zum vergangenen Sommer 2024 (siehe auch die unten verlinkte Meldung) werde dies laut DigiTimes zu einer Marktsättigung im Kontext von SSDs führen – weiter sinkende Preise sind hier die logische Konsequenz.

SSD-Hersteller steuern bereits gegen und hoffen auf 2025

Die großen Speicherhersteller reagieren bereits, indem die Produktionskapazitäten umfokussiert werden.

Denn während der Markt an NAND-Flash unter der niedrigen Nachfrage leidet, ist anderweitig ein umgekehrter Trend zu beobachten: DRAM-Produkte werden immer beliebter.

  • DigiTimes nennt hier insbesondere den KI-Sektor, der aufgrund von Großkunden wie Nvidia (Stichwort: GB200 mit HBM3e-Speicher) eine immer größere Produktion verlangt.
  • Entsprechend sollen dem Bericht zufolge Hersteller wie Samsung erwägen, einen Teil der NAND-Produktionslinie in DRAM umzuwandeln, um die hohe Nachfrage decken zu können.
  • Mit SK Hynix wird ein zweiter Hersteller genannt, der mit solchen Maßnahmen liebäugelt.
Lexar NM790 2TB mit Kühlkörper
Lexar NM790 2TB mit Kühlkörper
Flotte SSD mit PCI-Express in der 4. Generation und schnellen Geschwindigeiten von 7.400 MB/s lesend sowie 6.500 MB/s schreibend.
159,99 €135,99 €
WD Blue SN5000 4TB
WD Blue SN5000 4TB
Auch ausgestattet mit PCIe Gen4, aber größer. Die Geschwindigkeiten sind mit bis zu 5.500 MB/s lesend sowie 5.000 MB/s schreibend ebenfalls sehr hoch.
324,99 €212,55 €

Entsprechend erwarten laut der DigiTimes Branchenquellen, dass große Unternehmen »früher als erwartet [NAND]-Produktionskürzungen vornehmen«. Sollte dies der Fall sein, stünde der SSD-Markt vor einer ähnlichen Situation wie zum eingangs erwähnten Jahresende 2023 mit einem erneuten Preisanstieg.

  • Unabhängig davon schreiben die Hersteller auch den PC-Ersatzzyklus nicht vollständig ab.
  • Dieser mag in diesem Jahr zwar nicht eingetreten sein, doch wurde hier lediglich der prognostizierte Zeitraum auf das zweite Halbjahr 2025 verschoben.
  • Entsprechend rechnet die Industrie hier auch bei NAND-Flash mit einer wieder steigenden Nachfrage – und ebenso steigenden Preisen.
zu den Kommentaren (11)

Kommentare(11)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.