In einem bald 60 Jahre alten Universum versteckt sich unter großen Highlights natürlich auch der ein oder andere Flop. An der Film-Front von Star Trek tauchen vor allem zwei Namen auf der Roten Liste auf: Am Rande des Universums (1989) und Nemesis (2002).
Vor allem letzterer ist selbst unter den Cast-Mitgliedern wie Jonathan Frakes (William Riker) oder Brent Spiner (Data) äußerst unbeliebt. Und darum geht’s auch in einer Folge des Podcasts »Dropping Names with Brent and Jonny.«
Stuart Baird zeigte kein Interesse an der Meinung von Frakes und Co.
Für eine neue Folge haben sich Frakes und Spiner ihren lieben Nemesis-Kollegen Ron Perlman geschnappt und etwas über den Film geplaudert. Dabei sind sich alle drei einig: Regisseur Stuart Baird ist einer der Gründe, warum der Streifen an den Kinokassen so kolossal gescheitert ist.
Bei einem geschätzten Budget von 60 Millionen US-Dollar konnte er lediglich 67 Millionen Dollar einspielen. Um als Erfolg zu gelten und Paramount ordentlich die Taschen vollzumachen, hätte er etwa das Zweieinhalbfache seines Produktionsbudgets einspielen müssen. Nemesis ist nicht einmal in die Nähe dieses Wertes gekommen und ist bis heute aus rein finanzieller Sicht der größte Film-Flop des gesamten Universums.
Damals mangelte es dem Film aus Sicht der Fans und Kritikern an der nötigen Tiefe. Auch der blasse Antagonist, Logik-Fehler im Drehbuch, die Vernachlässigung der Nebencharaktere und das tragische Ende wurden nicht gut aufgenommen – um nur einmal ein paar Aspekte zu nennen.
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Für Perlman war Baird »nicht der Richtige für den Job«, denn der Filmemacher war eigentlich hauptberuflich Cutter. Im Gespräch macht der 76-jährige Schauspieler seinem Unmut Luft und kritisiert ebenfalls das Studio für die Entscheidung, Baird als Regisseur einzusetzen:
Er war kein Regisseur, er war ein verdammter Cutter, dem das Studio einen Gefallen schuldete, weil er viele ihrer Flops gerettet hatte. Wenn sie einen Flop hatten, holten sie ihn hinzu, und er schnitt den Film neu und machte ihn sehenswert. Er war also ein sehr talentierter Film-Editor, aber er war kein Regisseur [...]. [Es ist] diese Einstellung, so nach dem Motto: »Das kann doch jeder, weißt du, geben wir es einfach diesem Typen.«
Jonathan Frakes und Patrick Stewart boten dem Cutter/Nicht-Filmemacher damals noch ihre Hilfe an. Doch Baird lehnte das Angebot ab und zeigte keinerlei Interesse daran, sich anzuhören, was die Star-Trek-Legenden zu sagen hatten. Frakes erinnert sich zurück:
Patrick [Stewart] und ich haben ihm angeboten, mit ihm zu Mittag zu essen, weil wir 182 Folgen und drei Filme zusammen gedreht hatten. Ich fragte: »Gibt es irgendetwas, womit wir dir helfen können?« Er hatte überhaupt kein Interesse daran, mit uns darüber zu sprechen, wie wir gearbeitet haben. Man kann wirklich von einer Familie sprechen, denn wir haben wie eine Familie zusammengearbeitet.
Stuart Baird saß vor Nemesis zweimal – bei Einsame Entscheidung (1996) und Auf der Jagd (1998) – und danach nie wieder im Regiestuhl. Bis 2022 feierte er noch einige Erfolge als Cutter mit Filmen wie Tomb Raider (2018), James Bond 007 – Skyfall (2012) und Salt (2010).
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