Star Wars ist seit Jahrzehnten beliebt, sieht sich bei seinen Filmen aber auch immer wieder Kritik ausgesetzt. An letzteren arbeiten sich viele Kritiker ab, allen voran enttäuschte Fans auf YouTube, aber auch Online-Magazine wie der Business Insider haben eine Meinung dazu.
Für einige ist Disney mit seiner Übernahme von Lucasfilm schuld, andere vermissen ihr geliebtes Star-Wars-Feeling. In Wahrheit dürften das nur zwei von vielen Gründen sein, weswegen Fans der alten Trilogie nachtrauern.
Am 11. Februar tauchte nun auf YouTube ein von einem Fan gemachter Kurzfilm auf, der eine Erschütterung der Macht durch die Reihen der Liebhaber sendete.
- Er ist nicht von einer Produktionsfirma gemacht, sondern von einem einzigen Mann.
- Er ist komplett mit KI produziert.
Aber seht selbst:
Link zum YouTube-Inhalt
Darum geht es in dem Kurzfilm: Ein junger Jedi, der zu seiner eigenen Sicherheit von seiner Mutter verlassen wurde, wird in Isolation von seinem Onkel und dessen Geist ausgebildet. Natürlich kommt es zur Konfrontation mit dem Imperium und er muss sich seinen Ängsten stellen.
So ist der Film entstanden
Hinter dem KI-Film steckt Kavan Cardoza, der sich selbst den Künstlernamen Kavan the Kid
gibt. In der Videobeschreibung sagt er selbst, dass Star Wars zu seiner größten Inspiration gehört und er schon immer eine Star-Wars-Geschichte auf die große Leinwand bringen wollte.
So ist der Film entstanden: Forbes hat Cardoza zu seinem Werk befragt.
- Laut eigener Aussage hat er seinen Kurzfilm in 14 Tagen fertiggestellt und tagtäglich 12 Stunden daran gearbeitet.
- Cardoza nutzte als KI-Werkzeuge Googles Veo, Midjourney und Runway.
- Das meiste hat er über Text-zu-Video-Eingaben kreiert.
Über das Projekt sagt Cardoza gegenüber Forbes Folgendes:
Es war cool, endlich die Werkzeuge und die Möglichkeit zu haben, so etwas zu machen, ohne dass es Zehntausende oder Hunderttausende von Dollars kosten musste. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wie weit man bereit ist, die Technik auszureizen.
Der Autor des Forbes-Artikels ist auch Dozent für »KI und Vorproduktion« an der Dodge Film School der Chapman University. Dort hat er den Kurzfilm seinen Studierenden gezeigt.
Von einem dieser Studenten stammt das Zitat aus der Überschrift: »Das ist das Ende von Hollywood«. Der Dozent selbst sieht das als den Anfang von einem neuen Hollywood, eine Möglichkeit für talentierte und ambitionierte junge Leute, dort Fuß zu fassen.
Auch in den Kommentaren unter dem Video auf YouTube zeigen sich viele Zuschauende begeistert. Doch was macht den Film so gut?
Altbekanntes und Star-Wars-Feeling
In erster Linie sieht die KI-generierte Produktion grundsätzlich aus wie klassisches Star Wars. Die Raumschiffe, Kostüme und Lichtschwerter sind da, genau wie die aus den Filmen und Serien bekannte Umgebung: zerklüftete Felsen, ein goldbrauner Canyon und eine verregnete SciFi-Basis der Bösen.
Wer Star Wars kennt, erkennt den Look sofort.
Obendrein erzählt die Story die Geschichte eines Underdogs, wie es schon bei Luke Skywalker in Episode 4 der Fall war. Star Wars hat schon immer mit der guten und der bösen Seite der Macht gespielt. Genau das tut der The Ghost's Apprentice auch.
Das zusammen erschafft eben jenes viel beschworene Star-Wars-Feeling.
The Ghost’s Apprentice beschwört in 12 Minuten die Quintessenz von Star Wars. Der KI-Film macht nichts inhärent Neues, aber er fühlt sich nach Star Wars an – und das ist genau das, was für viele zählt und den letzten Filmen von Disney gemäß vieler Fans abgeht.
Doc so beeindruckend die Arbeit auch sein mag: Die KI bleibt am Ende dennoch visuell sichtbar. Allem voran die hölzerne Mimik der Figuren wirkt »uncanny«.
Was ist der Uncanny-Valley-Effekt
?
Der Uncanny-Valley-Effekt beschreibt das Gefühl des Unbehagens, das Menschen empfinden, wenn humanoide Roboter oder digitale Figuren fast, aber nicht ganz menschlich aussehen. Diese fast menschliche Ähnlichkeit kann Verwirrung und Abneigung hervorrufen.
Im Bewegtbild merkt man, dass es sich nicht um echte Menschen handelt. Es werden keine menschlichen Emotionen übermittelt, da keine echten Menschen zu sehen sind – wenngleich es bedeutend besser aussieht als der Trailer zum ersten »echten« KI-Film:
1:00
Next Stop Paris: KI-generierter Film bekommt einen der schlechtesten Trailer aller Zeiten
Auch technisch ist der Film nicht sauber. Es gibt Schnittfehler zwischen Szenen, Hintergründe oder Kleidung der Figuren sind nicht konsistent und die Actionszene wirkt gestellt.
Zu wünschen übrig lassen auch die gesprochenen
Texte, die oft eher nach Laiendarsteller als nach einem talentierten Schauspieler klingen.
Am Ende bleibt auch immer die Frage, ob man Kunst durch KI ersetzen sollte. Wer ist hier der Erschaffer: Kavan the Kid oder die KI?
Laut dem Artikel von Forbes befindet sich Cardoza bereits in Gesprächen mit Filmstudios. Es ist davon auszugehen, dass Disney gegen den Kurzfilm vorgehen wird. Der Autor von Forbes ist allerdings der Meinung, dass man den Erschaffer unter Vertrag nehmen sollte.
Wie auch immer man zu diesem Film steht: Er beschwört – trotz KI – den Geist von Star Wars.







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