Wenn wir die Träume von Star Wars-Fans mit der Überschrift und dem Einleitungstext nicht schon haben platzen lassen, tun wir es spätestens jetzt: Lukes Landspeeder in Episode 4 Eine neue Hoffnung schwebte gar nicht über den staubtrockenen Boden von Tatooine. Sorry.
Die Wahrheit ist: Das vermeintlich schwebende Vehikel fährt auch nur auf Rädern. Damit die Illusion allerdings aufrechterhalten bleibt, griff George Lucas beim Dreh in 1970ern zu zwei verdammt cleveren Tricks.
Trick 1 für die Entfernung
In einer Szene in Eine neue Hoffnung sehen wir eine Panoramaaufnahme, in der Luke mit seinem Landspeeder durch die Einöde Tatooines braust.
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Egal, wie sehr ihr euch darauf konzentriert, ihr werdet die Räder am Fahrzeug nicht finden. Der Grund ist einfach: Spiegel.
So haben die Filmemacher getrickst: Sie haben einen Spiegel an der Seite des Landspeeders angebracht und ihn schräg gen Boden ausgerichtet. Dadurch reflektiert er, nun, den Boden.
- Der Spiegel verdeckt die Räder, sodass sie nicht mehr zu sehen sind.
- Der Spiegel erzeugt die Illusion, das Fahrzeug würde schweben.
Ebenfalls praktisch: Dadurch, dass solche Szenen aus großer Entfernung gedreht wurden, sind aufgewirbelter Staub und Schmutz auf dem Spiegel nicht zu sehen.
Es gibt allerdings nicht verwendete Aufnahmen, bei denen die Illusion sich in Rauch (oder Staub) auflöst – weil einer der Spiegel abbricht.
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Bei Nahaufnahmen hätte man den Spiegel gesehen, daher hat George Lucas nochmal in die Trickkiste gegriffen.
Trick 2 für Nahaufnahmen
Später im Film fahren Luke, Obi-Wan, C3PO und R2D2 in Mos Eisley ein, wo sie schließlich Han Solo aufgabeln (was zu einer jahrzehntelang anhaltenden Kontroverse geführt hat). Hier konnten die Filmemacher nicht mehr nur mit Spiegeln arbeiten.
Schaut euch gerne die Szene an, in der Obi-Wan Sturmtruppler mit der Macht beeinflusst, sodass die Truppe passieren kann.
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Eines fällt sofort auf: Während der Befragung ist der Kamerawinkel so ausgerichtet, dass man den unteren Teil des Landspeeders gar nicht sieht. Doch das ist nicht Lucas’ Trick.
Ist euch in der Einstellung danach der orange Schimmer unter dem schwebenden Fahrzeug aufgefallen? DAS ist die Täuschung.
So haben die Filmemacher getrickst: Während der Aufnahme haben sie Vaseline auf die Kameralinse, um die Spiegelungen zu kaschieren (via Vida Extra). Angeblich nannte George Lucas das »das Kraftfeld«.
Der orange Schimmer ist allerdings nur in der Originalversion von 1977 zu sehen. In allen nachbearbeiteten Versionen des Films wurde dieser nämlich digital entfernt – oder animierte Figuren in den Vordergrund geschoben, um Ungereimtheiten zu verdecken.
Heute schweben sämtliche Fahrzeuge im Star Wars-Universum selbstverständlich mittels Computereffekten. Vor fast 50 Jahren musste man beim Dreh allerdings noch richtig kreativ werden.

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