In der PC-Community gibt es viele enttäuschte Äußerungen über die Steam Machine. Ein Stück weit entlädt sich hier wohl auch der Frust, der sich durch die stetig steigenden Preise für viele Komponenten in den letzten Monaten immer weiter aufgebaut hat.
Doch die dahinterstehende Speicherkrise allein reicht nicht aus, um zu erklären, wie es Valve passieren konnte, so in die Schusslinie zu geraten.
Der zentrale Punkt ist stattdessen wohl ein anderer: Sie haben ganz bewusst in Kauf genommen, einen Teil der Gaming-Community mit der Steam Machine zu frustrieren, um einen anderen zu begeistern – und natürlich, um mehr Geld zu verdienen.
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Steam Machine Talk mit Daniel, Jan und Yusuf
Die Planung läuft schon seit Jahren
Ob Valve schon seit dem Scheitern des ersten Steam-Machine-Anlaufs vor über zehn Jahren klar war, dass man nochmal einen neuen Versuch wagen würde, sei mal dahin gestellt.
Fest steht: An der Entwicklung der neuen Steam Machine arbeitet Valve schon seit Jahren gemeinsam mit Partnern wie AMD. Die Beschaffung der Komponenten startete laut offizieller Angaben im Jahr 2023 (was nicht gleichbedeutend ist mit dem Sichern von Kontingenten und Einkaufspreisen).
Doch selbst wenn AMD & Co. bereits zum Start der konkreten Arbeiten an der neuen Steam Machine geahnt haben dürften, dass der KI-Boom den Speichermarkt vor Probleme stellen wird, war das genaue Ausmaß wohl noch nicht ganz abzusehen.
Insofern hat Valve ein Stück weit Pech gehabt. Gleichzeitig wäre der Preis vielen vermutlich auch ohne Speicherkrise zu hoch gewesen.
Nach allem, was wir derzeit wissen, hat Valve ursprünglich einen Preisbereich von 800 Euro anvisiert. In unserer Umfrage nach der Ankündigung der Steam Machine waren indes nur sieben Prozent bereit dazu, 800 Euro und mehr zu zahlen und 25 Prozent 600 bis 800 Euro
– alle anderen wollten weniger zahlen oder waren nicht an der Steam Machine interessiert.
Es geht nicht nur um die Hardware
Ebenfalls für Valve sehr entscheidend: Es geht nicht primär darum, eigene Hardware an Interessenten zu verkaufen, sondern vor allem um das Vorantreiben von Steam OS als Betriebssystem und um neue Kundschaft für den eigenen Spielevertrieb.
Es ist zwar grundsätzlich möglich, mit einem Steam Deck oder einer Steam Machine Vertriebsplattformen wie Epic zu nutzen. Aber wer auf diesen oder anderen Geräten mit Steam OS spielt, der dürfte seine Spiele größtenteils über Steam beziehen.
Und auch, wenn die Kosten für die Steam Machine (noch) deutlich höher liegen als bei einer aktuellen Konsole, hilft Steam OS dabei, das PC-Gaming ins Wohnzimmer zu tragen. Das ist sowohl durch den kompakten Formfaktor als auch durch eine möglichst einfache Integration über Standards wie HDMI CEC der Fall.
Warum subventioniert Valve die Steam Machine nicht?
Valve selbst gibt an, bewusst nicht dem traditionellen Konsolenmodell folgen zu wollen. Damit ist der Verkauf von Hardware mit Verlusten gemeint, um Kunden fest an das eigene Ökosystem zu binden.
Stattdessen sei man überzeugt davon, dass offene Ökosysteme langfristig besser für Kunden sind
. Weiter sagt Valve dazu:
Die Stärke von PC-Spielen liegt in der Möglichkeit, die gewünschten Spiele auf der gewünschten Hardware zu spielen. Steam Machine ist nur eine Möglichkeit und in unseren Augen, eine sehr gute. Sie ist aber nicht die einzige Option und wir haben auch kein Interesse daran, dies zu ändern.
Doch wie oben bereits erwähnt ist die Hardware hier nicht der entscheidende Punkt, sondern die Software. Insofern überrascht es auch nicht, dass Valve Steam OS mit der neuen Version 3.8 für die Installation und Nutzung auf jedweder kompatiblen Hardware freigibt.
Das ist aus unserer Sicht grundsätzlich zu begrüßen, doch man muss sich dabei der starken Bindung an Valves eigene Vertriebsplattform bewusst sein.
Valve hat außerdem bereits klargestellt, dass sie die Steam Machine grob at cost
verkaufen, es gibt also keine große Gewinnmarge dabei für sie.
13:28
Steam Controller: Das solltet ihr wissen
Die Zukunft wird zeigen, wie erfolgreich Valves zweiter Anlauf ist
Ob Valves Pläne mit der neuen Steam Machine aufgehen, bleibt abzuwarten.
Wir rechnen grundsätzlich damit, dass sie sich großer Beliebtheit erfreuen wird. Denn auch, wenn die Kombination aus Leistung und Preis PC-Enthusiasten eher nicht anspricht, gibt es prinzipiell viele Menschen, die jede Menge Spaß mit dem Spielen auf der Steam Machine haben können.
Wie viele davon Valve erreichen kann, ist die spannende Frage. Dabei sind allerdings zumindest kurzfristig auch die vermutlich eher geringen Stückzahlen zu berücksichtigen, von denen unter anderem aufgrund der Speicherkrise auszugehen ist.
Die Chancen stehen aber gut, dass Valves zweiter Anlauf mit der Steam Machine wesentlich erfolgreicher ist als der erste, auch weil Steam OS in den vergangenen Jahren große Schritte nach vorn gemacht hat.

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