Wir haben alle schon einmal in den Nachthimmel gestarrt und uns von seinem Anblick verzaubern lassen (oder uns gefragt, ob es wirklich Außerirdische gibt). Dabei haben die meisten ganz sicher schon Sternschnuppen gesehen, ein Lichtstreif, der über den Himmel schießt – und uns währenddessen etwas gewünscht.
Aber wieso wünschen wir uns eigentlich etwas, wenn wir eine Sternschnuppe sehen?
Bevor wir ein paar tausend Jahre in die Vergangenheit reisen, müssen wir erst einmal klären, was Sternschnuppen eigentlich sind
Mit Sternen haben Sternschnuppen nämlich nichts zu tun. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beschreibt sie auf seiner Webseite so:
Auch die Wissenschaft beschäftigt sich mit diesen Leuchterscheinungen in der Atmosphäre und nennt sie Meteore. Sie entstehen, wenn kleinste Teilchen – sogenannte Meteoroide – mit der Atmosphäre kollidieren und durch die Reibungshitze verglühen. Dabei werden Moleküle entlang der Flugbahn des Meteoriten ionisiert und dadurch zum Leuchten angeregt – für Sekundenbruchteile ist eine helle Spur am Himmel sichtbar. Das geschieht meist in Höhen von 80 bis 120 Kilometern.
Kurz gesagt handelt es sich um ein Stück Gestein, das beim Erdeintritt verglüht; im Englischen sagt man deshalb auch »Shooting Star«.
Aber warum wünschen wir uns etwas, wenn wir eine Sternschnuppe sehen?
Als Götter noch auf die Erde blickten
Wo der Glaube, man solle einen Wunsch äußern, wenn man eine Sternschnuppe am Nachthimmel erblickt, tatsächlich seinen Ursprung hat, lässt sich heute nicht bestimmt sagen.
Was wir wissen: Bereits die Ägypter haben die Köpfe in den Nacken gelegt und Ausschau gehalten. Die glaubten laut eines CNN-Artikels nämlich, dass die Seele nach dem Tod in dem Himmel fährt. Wenn sie dann die Sterne erreicht hat, erfährt sie absolute Weisheit. Vermutlich bezog sich dieser Glaube aber mehr auf helle Sterne am Firmament, denn Sternschnuppen.
Springen wir ein paar tausend Jahre nach vorn ins 2. Jahrhundert n. Chr. Eine der bekanntesten Verfechter für die Bedeutung von Sternschnuppen ist der antike Mathematiker, Astronom und Philosoph Claudius Ptolemäus – der unter anderem an und in der Bibliothek von Alexandria gearbeitet hat.
Ptolemäus war überzeugt, dass Sternschnuppen Zeichen der Götter waren, die durch Risse im Himmel direkt auf die Menschen geblickt haben. Und welchen besseren Zeitpunkt gäbe es schon, den Göttern gegenüber einen Wunsch zu äußern?
Warum wir heute noch Wünsche äußern
Es wäre leicht zu sagen, dass dieses Ritual einfach die Jahrtausende überlebt hat und wir uns deshalb noch etwas wünschen, wenn wir eine Sternschnuppe sehen.
Hier kommt Disney ins Spiel. In den 1940ern hat man den Brauch nämlich wieder prominent ins Gedächtnis gerufen – und zwar mit dem Lied »Wenn ein Stern in finstrer Nacht« aus Disneys Pinocchio. Klarer wird das, wenn man den englischen Titel liest: »When You Wish Upon a Star«.
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Der Song war so beliebt und einflussreich, dass das American Film Institute das Stück auf seiner Webseite auf Platz 7 der hundert bedeutendsten amerikanischen Filmlieder gewählt hat. Darüber hinaus nutzte Disney den Song von 1954 bis in die 1980er hinein in den Eröffnungssequenzen seiner Zeichentrickfilme in Verbindung mit dem Disney-Logo.
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Warum wir Menschen uns Dinge wünschen, ist bis heute nicht vollends ergründet. Schließlich wissen wir ja, dass es nicht funktioniert (oder?).
Im oben verlinkten CNN-Artikel kommt ein Psychologie-Professor zu Wort, mit dessen Zitat wir diesen Artikel beschließen wollen:
Sich etwas von einem Stern zu wünschen, bedeutet, sich eine ersehnte Zukunft vorzustellen. Wenn man sich dabei etwas wünscht, das man selbst beeinflussen kann, stärkt das möglicherweise das eigene Ziel und regt zu Planung und Beharrlichkeit an; wenn man sich etwas wünscht, das man nicht beeinflussen kann, kann man zumindest für einen Moment in einer Scheinwelt schwelgen.

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