Einer der berühmtesten Ratschläge von Steve Jobs könnte euch total unglücklich machen

Eines der populärsten Steve-Jobs-Zitate – und doch verantwortlich für unglückliche Menschen? Wie kann das sein?

Das nächste große Zitat von Steve Jobs, oder doch nur eine Binse? (Bild-Quellen: Gulom Nazarov über Unsplash, hanohiki über Adobe Stock) Das nächste große Zitat von Steve Jobs, oder doch nur eine Binse? (Bild-Quellen: Gulom Nazarov über Unsplash, hanohiki über Adobe Stock)

Großer Träumer. Größeres Vorbild. Eine der größten Personen der Zeitgeschichte. All diese Zuschreibungen treffen auf Steve Jobs zu.

Entlang der Sprossen von Steve Jobs Karriereleiter stehen technische Geräte wie der Apple Macintosh, der iPod oder das iPhone. Daneben ist Jobs für seine oft zitierten Wordmeldungen bekannt.

Eine der vielleicht beliebtesten lautet:

»Die Menschen, die verrückt genug sind zu glauben, sie könnten die Welt verändern, sind diejenigen, die es auch tun.«

Aber wie spiegelt der sich dieser Spruch im Leben derjenigen Menschen wider, die ihn als Glaubenssatz in ihrem Denken verankert haben?

Um das herauszufinden, müssen wir uns zunächst anschauen, wovon das Lebensglück von Menschen abhängig ist.

Welche Faktoren bestimmen den Glücks-Faktor von Menschen?

Der »World Happiness Report« erfasst regelmäßig, wie zufrieden die Menschen aus unterschiedlichen Ländern sind. Einige der Faktoren, anhand derer Welt-Glücks-Bericht die Zufriedenheit der Menschen misst, sind das »Pro-Kopf-Einkommen«, den Grad an »sozialer Unterstützung« in einem Land, inwiefern Menschen die eigene »Entscheidungsfreiheit« offensteht, oder die »Abwesenheit von Korruption«.

Insgesamt erfasst der World Happiness Report sechs Schlüsselfaktoren, anhand derer das Lebensglück einer Bevölkerung festgemacht wird.

Übrigens: Im aktuellen Bericht der World Happiness findet sich Deutschland nicht mal auf einem der ersten zehn Plätze. Weit abgeschlagen hinter solchen Ländern wie Finnland (Platz 1), Dänemark (Platz 2), den Niederlanden (Platz 5) oder der Schweiz (Platz 8), ordnete sich Deutschland im Jahr 2023 auf Platz 16 der Glücksrangliste ein. Damit ist Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze zurückgefallen. Mit Platz 16 ordnet sich Deutschland zwischen den USA (Platz 15) und Belgien (Platz 17) ein.

Auf den letzten beiden Plätzen des World Happiness Reports sind übrigens Libanon (Platz 136) und Afghanistan (Platz 137).

(Bild-Quelle: Ministerium für Glück und Wohlbefinden) (Bild-Quelle: Ministerium für Glück und Wohlbefinden)

Allerdings gibt es einen Faktor, der vom »World Happiness Report« nicht direkt erfasst wird, der dessen ungeachtet entscheidend für das Lebensglück sein kann. Und dieser Faktor steht im direkten Kontrast zu den Worten des Steve Jobs.

Problematisch: zu hoch gesteckte Erwartungen an die eigene Person

In einer wissenschaftlichen Studie, veröffentlicht im »British Medical Journal«, gehen die Autoren darauf ein, wovon das Lebensglück eines Menschen mitunter abhängen kann. Der Schlüsselbegriff, der in diesem Zusammenhang fällt, lautet »realistische Erwartungshaltung«.

Die Studienautoren schreiben:

»Es besteht Grund zu der Annahme, dass die Erwartung von positiven Lebensumständen in der Zukunft an eine hohe Lebenszufriedenheit geknüpft sind. Doch wenn diese Erwartungen unrealistisch hoch gesetzt sind, könnte das für Enttäuschung und eine geringe Zufriedenheit führen.«

Eine weitere Studie, veröffentlicht in »Small Business Economics« spricht eine ähnliche Sprache. Die Studie berichtet von einem Unternehmer, der sich ein Umsatzziel von 60 Millionen Dollar gesetzt hatten. Die Person erreichte schließlich ein Umsatzziel von 58 Millionen Dollar, verfehlte damit das selbst gesetzte Ziel nur knapp. Und obwohl der erreichte Umsatz von 58 Millionen Dollar für den Unternehmer eine 400-prozentige Prozentsteigerung bedeutete, war er von sich selbst enttäuscht.

In einem weiteren Beispiel zielt ein Unternehmer darauf ab, fünf neue Niederlassungen seiner Restaurantkette zu eröffnen. Letztlich gelang es ihm nur vier neue Niederlassungen zu eröffnen. Obwohl diese vier Neueröffnungen einen Erfolg darstellte, war er von sich selbst enttäuscht. Das überrascht, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass der Unternehmer damit die erste Erweiterung seiner Restaurantkette unternommen hatte.

Zwei Unternehmer. Zwei Erfolgsgeschichten. Aber doch zwei von den eigenen, beachtlichen Leistungen enttäuschte Menschen.

Wie nun steht diese Studien aus der Wissenschaft mit Steve Jobs Zitat im Konflikt?

Der Zusammenhang zwischen Steve-Jobs-Zitat und Lebensglück

Kurz gesagt: Wenn eine Person glaubt, sie könne die Welt verändern, dann wird sie vermutlich von ihren eigenen Leistungen enttäuscht sein – dessen ungeachtet, wie lobenswert diese erreichten Leistungen sind.

Das Steve-Jobs-Zitat und die beiden Studien übereinander gelegt, kristallisiert sich eine Erkenntnis heraus. Falsch ist es nicht per se, sich ambitionierte Ziele zu setzen. Zu berücksichtigen sind indes eine realistische Zielsetzung. Dazu darf man nicht vergessen, bei der Erwartungshaltung an die eigene Person einen Realitätsbezug zu bewahren.

Übrigens: Dieser Mann hat bereits als 14-Jähriger bei Apple angefangen - und was macht Chris Espinosa heute?

Wie haltet ihr die Waage zwischen dem, was Steve Jobs in dem Zitat hier gesagt hat und was die oben zitierten Forschungsergebnisse meint? Sind die Worte des Steve Jobs für euch das Quasi-Evangelium eines »weisen Mannes vom Berge«, oder der fehlt euch der Denke eines Steve Jobs zu sehr die Bodenhaftung? Schreibt uns gerne in die Kommentare, was ihr dazu denkt.

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