Die Polizei von Queensland bestätigt den Fund von sechs großen Metallkugeln am Forrest Beach: Was hat es mit den »Weltraumkugeln« auf sich?

Alles andere als ein alltäglicher Strandfund, doch worum es sich handelt, ist bereits bekannt.

Findet man so etwas am Strand, hält man sich besser fern. (Bild: The Guardian) Findet man so etwas am Strand, hält man sich besser fern. (Bild: The Guardian)

Vor kurzem hat ein ungewöhnlicher Fund an einem Strand im Nordwesten von Australien für Aufsehen gesorgt. Insgesamt sechs große Kugeln wurden am Forrest Beach in Queensland angespült.

Was bei Strandbesuchern für Fragezeichen sorgt, ist im Kontext der Raketenforschung etwas ganz Normales. Es handelt sich um Druckbehälter aus Titan.

Was hat es mit den Kugeln auf sich?

  • Sie dienen dazu, mithilfe von enthaltenem Gas Triebwerke mit Treibstufe zu versorgen. Untergebracht sind sie üblicherweise an den Oberstufen von Trägerraketen oder Satelliten.
  • Dazu müssen sie extrem großem Druck standhalten können. Weil sie gleichzeitig möglichst leicht sein sollen, kommt Titan zum Einsatz. Das hat nicht nur ein sehr gutes Verhältnis von Festigkeit zum Gewicht, sondern es ist auch äußerst hitzebeständig.
  • Das führt dazu, dass die Kugeln beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nicht schmelzen, im Gegensatz zu den meisten anderen Teilen von Raketen.

Es handelt sich also letztlich um Weltraumschrott, der aufgrund der speziellen Anforderungen an die Druckbehälter entsteht.


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Was die Behörden zu dem Vorfall sagen

Die auch als Weltraumkugeln bezeichneten Objekte stammen laut der australischen Weltraumbehörde wahrscheinlich von einer fremden Rakete, wie es in einem offiziellen Statement heißt (via The Guardian):

Die Behörde hat die wahrscheinliche Quelle ermittelt. Der Fundort und die Eigenschaften der Objekte stimmen mit Trümmerteilen eines ausländischen Raketenkörpers überein, der kürzlich aus dem Orbit in die Atmosphäre eingetreten ist.

Die Polizei hat den Fundort untersucht und abgesperrt. Da die Kugeln unter enormen Druck stehen und schädliche Chemikalien enthalten können, sollte man sich ihnen nicht nähern, so die Behörde:

Berühren, bewegen oder bergen Sie mutmaßlichen Weltraumschrott niemals und gehen Sie davon aus, dass er gefährlich ist, bis Sie anders informiert werden. Entfernen Sie sich vom Ort des Geschehens und kontaktieren Sie die Rettungsdienste.

Ein alter Bekannter

Eine solche Art von Weltraumschrott ist bereits vor fast 50 Jahren in Australien vorgekommen. Damals handelte es sich um Druckbehälter der ersten Raumstation der NASA namens Skylab, so The Guardian.

Ähnliche Konstruktionen kommen bis heute in der Raumfahrt zum Einsatz, wenn auch teils in modernisierter Form.


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Bei den so genannten COPVs (Composite Overwrapped Pressure Vessels) wird ein möglichst dünner Behälter (meist aus Titan oder Aluminium) fest mit Kohlenfasern umwickelt.

Diese Konstruktionen sind nicht nur nochmals leichter als die jüngst gefundenen Titankugeln, sondern sie können auch noch größerem Druck standhalten.


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