Windräder wachsen Jahr für Jahr – sowohl in Hinblick auf Leistungskraft als auch in ihrer Höhe. On- wie offshore sind sie inzwischen unverzichtbar für die Energiewende. Derweil kritisieren fortwährend manche Gruppen sie aus unterschiedlichen Gründen, zum Beispiel weil sie hässlich, laut und letztlich gesundheitsgefährdend für die Anwohner seien.
Eine neue Studie aus den USA ist diesen Bedenken nachgegangen. Stellen Windkraftanlagen im Umkreis von Wohngebieten eine Gefahr für die Anwohner dar?
Was 120.000 Haushalte über Windräder verraten
Eine Langzeitstudie unter Beteiligung der Universität Augsburg schaute sich die Lage rund um Windräder in den USA über einen langen Zeitraum an: Daten von mehr als 120.000 Haushalten aus den Jahren 2011 bis 2023, die sich in der Umgebung von mindestens einem von Tausenden betrachteten Windrädern verorten ließen.
Die Forscher setzten hierzu zwei entscheidende, eigentlich gänzlich unverwandte Datensätze miteinander in Beziehung: Standortdaten der Windräder mit einem dicken Stapel von Befragungsdaten zu Krankheiten in Haushalten, die sich im selben Postleitzahlgebiet wie eine Windkraftanlage befanden – einmal von vor ihrem Bau sowie danach.
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Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen:
- Keine Zunahme von Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen oder Kopfschmerzen (selbstberichtet, nach den Angaben ärztlich diagnostiziert)
- Keine erhöhten Käufe von Schlaf- oder Schmerzmitteln
- Keine relevanten Veränderungen bei Schlafdauer, Sport- oder Outdoor-Zeit
Es besteht demnach kein nachweisbarer Zusammenhang zwischen Windrad-Nähe und Gesundheitsschäden. Extremfälle sind aber nicht komplett widerlegt – dazu weiter unten mehr.
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Eine Frage der Einstellung?
Auch andere Studien, wie etwa aus Polen oder Finnland, kamen zu ähnlichen Ergebnissen: Physiologische Gesundheitsschäden wie Schlafstörungen sind nur selten nachweisbar, nehmen aber bei den befragten Finnen mit sinkender Entfernung zu.
Des Weiteren zeigt sich in diesen Datensätzen, dass das subjektive Unwohlsein stark mit einer negativen Grundeinstellung zu Windkraft einhergeht. Allerdings kann bisher keine Studie zweifelsfrei belegen, was zuerst vorliegt.
Entweder liegt es häufig an der Ablehnung von Windrädern, wodurch negative Folgen automatisch ihnen angelastet werden bzw. psychische Erkrankungen durch die Nähe gefördert werden, oder daran, dass eintretende negative Ereignisse aufs Windrad geschoben werden.
Hinweise sprechen derweil dafür, dass die Einstellung nach derzeitigem Wissensstand eher Treiber als Ergebnis von durchlebten Erfahrungen ist.
Ein uns allen sehr vertrautes Phänomen verdeutlicht die Erkenntnisse: Wir wechseln von Krach durch Windkraft zu Straßenlärm. Ein höherer Lautstärkepegel war konkret mit einer Reihe gesundheitlicher Beschwerden verbunden, etwa Migräne, Schwindel oder Herzrasen.
Für die überragende Mehrheit der Bevölkerung bleibt es dabei: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand gesundheitlich durch eine nahegelegene Windkraftanlage beeinträchtigt wird, ist gering.
Es bleibt jedoch ein Restrisiko für Beschwerden und auch Extremfälle von erheblichen Beeinträchtigungen in der Nähe von Windrädern sind möglich.
Generell empfiehlt es sich jedoch wohl, eine positive Grundeinstellung der Bevölkerung zu Windrädern zu fördern – schaden dürfte es nach den bisherigen Ergebnissen von einer Vielzahl an Erhebungen keinesfalls.


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