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Das Survivalspiel Nomad Drive erfüllt mir einen Wunsch, von dem ich gar nicht wusste, dass ich ihn habe

Nomad Drive setzt mich mit einem schrottigen Auto in der Wüste aus und zeigt mir nicht mehr als den Weg zur nächsten Straße, doch das allein reicht schon für ein launiges Survivalspiel.

Nomad Drive lässt mich mit einem wackeligen Van durch die Wüste brettern. Nomad Drive lässt mich mit einem wackeligen Van durch die Wüste brettern.

Manchmal reicht für ein gutes Spiel eine simple Idee und ihre - vergleichsweise - simple Umsetzung. Das gilt auch für Nomad Drive. Das Survivalspiel schickt mich auf einen potenziell endlosen Roadtrip durch die Wüste und seit Tagen will ich einfach nur die kostenlose Demo weiterspielen.

Nur ich und mein Auto

Seitdem ich vor einigen Jahren Raft gespielt habe, bin ich von dieser Art Survivalspiel fasziniert. Anstatt mir irgendwo in der Spielwelt eine Basis zu bauen, zu der ich immer wieder zurückkehre, fahre ich einfach auf einem ausbaubaren Floß durch die Welt und habe so all meine Besitztümer immer dabei. Damit entfällt das ständige Hin- und Herlaufen und meine Floßbasis wird noch mehr zu meinem Zuhause, dass mit mir durch Dick und Dünn geht.

Genau dieses Konzept lässt sich auch vom Ozean in die Wüste übertragen. Lasst mich euch also - Trommelwirbel -Nomad Drive vorstellen:

Video starten 2:28 Nomad Drive: Im Survivalspiel fahren wir mit einem Wohnmobil durch die Wüste und machen es uns darin gemütlich

in dem Survivalspiel lande ich in einer Garage mitten in der Wüste, in der ein schrottreifes Auto steht: eine verrostete Karosserie ohne Räder, Türen oder Motor. Zum Glück liegt alles herum, was ich brauche, um die Karre zu reparieren. Der Dreck wird weggewischt, der Rost abgeschliffen, Türen, Räder, Motor und Kühlung eingesetzt. Ich fülle Benzin und Kühlwasser nach und bin wenige Minuten bereit, loszufahren.

Einfach zu bleiben ist nämlich keine Option. In dem kleinen Haus finde ich zwar etwas Dosenfutter und Wasser, aber das reicht vielleicht für einen Tag. Ich packe also alles in eine Kiste, und stelle sie mir ins Auto, bevor ich den Motor anschmeiße und die Straße entlang der untergehenden Sonne entgegenfahre.

Das mit der Kiste meine ich übrigens ganz wörtlich. Denn Nomad Drive hat kein Inventar, ich kann immer nur einen Gegenstand in die Hand nehmen, ihn benutzen oder wieder abstellen. Ich muss also wirklich jede Wasserflasche und Dose in eine Holzkiste stellen, wenn nicht alles lose im Auto herumstehen soll. Das ist zwar ziemlich umständlich, das Spiel fühlt sich dadurch aber auch sehr greifbar und immersiv an.

Jeden Gegenstand schleppe ich einzeln herum, oder ich packe ihn in ein Behältnis. Ich könnte etwa auch den Kühlschrank mitsamt Inhalt hochheben. Jeden Gegenstand schleppe ich einzeln herum, oder ich packe ihn in ein Behältnis. Ich könnte etwa auch den Kühlschrank mitsamt Inhalt hochheben.

Die Interaktion mit meinem Auto schlägt in die gleiche Kerbe: Ich drehe den Zündschlüssel um, ziehe an der Handbremse und klicke auf den Griff der Tür, um sie zu öffnen.

Sand, soweit der Tank reicht

Richtig los geht es aber erst, als ich auf der Straße bin. Dann heißt es erst einmal fahren: Es geht durch eine endlose, prozedural generierte Wüstenlandschaft, in der mir nur die vorbeiziehenden Kakteen und das Auf und Ab der Stromkabel am Straßenrand verraten, dass ich überhaupt vorankomme. Irgendwann taucht eine winzige Bushaltestelle am Horizont auf, dann ein Funkturm, später noch eine einsame Hütte und eine Tankstelle.

Kleiner Außenposten Kleiner Außenposten Kleiner Außenposten Kleiner Außenposten

Von kleinen Hütten bis zu größeren Gebäuden ist alles dabei.

Diese Außenposten nutze ich, um einen Reifen auszutauschen, zwei neue Wasserflaschen einzupacken, mit einer Sprühdose den Lack auszubessern oder mein Fahrzeug sogar zu verbessern. Ich kann etwa einfach ein Sofa hineinstellen, ein Radio, eine Herdplatte oder eine Zimmerpflanze. Der Motor und die Kühlung wollen außerdem aufgefüllt und repariert werden. Im fertigen Spiel gibt es dann auch andere, größere Autos (für den Koop praktisch) oder die Möglichkeit, Pflanzen im Fahrzeug anzubauen und auf der Reise geknippste Fotos aufzuhängen.

Das ist im Endeffekt auch schon alles, was in Nomad Drive steckt: Ein endloser Roadtrip mit kleinen Zwischenhalten: Nur ich, optional ein paar Freunde und mein Auto, dass ich instandhalte, ausbaue und mit Vorräten belade. Langweilig, könnte man meinen. Für mich ist das Spiel eher meditativ. Eine simple Überlebenserfahrung, in der ich mich nicht zurechtfinden oder kämpfen muss. Ich muss einfach nur immer weiterfahren, um zu überleben.

Mir war nicht klar, dass mir so etwas überhaupt Spaß machen würde, aber da sitze ich nun und möchte einfach weiterfahren. Die ruhigen Fahrten durch die Wüste versprühen eine ganz eigene Atmosphäre, in der ich mich gerade nach einem angstrengenden Arbeitstag suhlen will.

So ein Spiel ist natürlich Geschmackssache, und das einfache Spielprinzip trägt nicht unbedingt über 200 Stunden. Ich bin aber sehr aufgeregt, was die Zukunft noch bringt, wenn Nomad Drive im Oktober 2026 im Early Access erscheint. Ein Spiel dieser Art lässt sich immerhin super erweitern und verbessern: Neue Zwischenstopps lassen sich einbauen, mehr Autos, mehr Beute oder einfache Aktivitäten und Events. Auch andere Landschaften sind offenbar geplant.

Vielleicht macht Nomad Drive es dann auch besser als dessen (das unterstelle ich hier einfach mal) große Inspiration: The Long Drive. Das hat nämlich vor einigen Jahren still und heimlich die Entwicklung eingestellt und sitzt seitdem unfertig im Early Access. Ich hoffe sehr, dass Nomad Drive irgendwann ans Ziel kommt, aber bei der Reise möchte ich unbedingt an Bord sein.


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