Ich habe mir für Tastaturen 2025 mehr erhofft
Nele Wobker: Spätestens nach der CES 2025 hätte es weitergehen müssen. Ein Hersteller stellte dort eine Gaming-Tastatur mit induktiven Schaltern vor. Induktive Schalter nutzen das Prinzip der elektromagnetischen Induktion (Änderung der Spuleninduktivität). Sie sollen energieeffizienter als optische, (rein) magnetische oder gar mechanische Schalter sein. Somit stellen sie eine attraktive Lösung, insbesondere für kabellose Gaming-Tastaturen dar.
Doch obwohl der Hersteller Ducky bereits 2024 auf der Computex eine Gaming-Tastatur mit induktiven Schaltern angekündigt hat, herrscht auch 2025 weitestgehend Stille im Walde der Gaming-Tastaturen.
Nach Membran und Rubberdome kamen mechanische Schalter, dann optische und Hall-Effekt (magnetische). Der nächste logische Schritt wären nun eigentlich die induktiven Schalter, doch im Vergleich zu den vorangegangenen Technologien, lassen die Hersteller sich Zeit, um hier aufzusatteln.
Über die konkreten Gründe für die Zurückhaltung lässt sich nur spekulieren. Die Produktionskosten könnten höher sein, die Anfertigung komplizierter, die Technologie zu wenig erprobt oder aber es könnte auch einen anderen Faktor geben, der hier bremst: Es besteht noch kein Markt für induktive Schalter.
Ich teste sehr viele Gaming-Tastaturen und pflege auch unsere große Kaufberatung mit den besten Tastaturen für Spielerinnen und Spieler. Meinem Eindruck nach ist es nur den wenigsten ein Bedürfnis, neusten Trends zu folgen. Die Mehrheit scheint nach wie vor mit klassischen mechanischen Tastaturen zu spielen. Einzelne sind sogar noch immer mit den wesentlich günstigeren Rubberdome-Modellen zufrieden.
Lediglich, wer 2025 eine neue Gaming-Tastatur kauft und lieber einmal etwas mehr Geld in die Hand nimmt, um länger etwas davon zu haben, kauft sich optische oder mechanische Geräte. Gäbe es schon eine bessere Auswahl mit induktiven Schaltern, denke ich, sie würden diese stattdessen bevorzugen.
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