Teure Grafikkarten: Warum 2022 noch schlimmer werden könnte als 2021

AMD, Intel und Nvidia sollen einer aktuellen Meldung zufolge mit satten Preiserhöhungen für GPUs und auch CPUs planen.

von Alexander Köpf,
20.01.2022 08:10 Uhr

Werden Grafikkarten jetzt noch teurer? Das zumindest lässt eine Meldung von Digitimes (via Wccftech) erahnen, derzufolge die drei großen Hersteller AMD, Intel und Nvidia die Preise für ihre High-End- und Enthusiasten-Produkte dieses Jahr um 20 Prozent anziehen wollen. Und das, obwohl sich Nvidia zuletzt überraschend optimistisch zeigte.

Warum sollen die Preise für Grafikkarten weiter steigen?

Grund hierfür seien externe Faktoren, allem voran hohe Liefer- und Produktionskosten. Dem Bericht nach habe der taiwanische Auftragsfertiger und Weltmarktführer TSMC die Preise für seine 7- und 5-Nanometer-Prozesstechnologien bereits zwischen 10 und 20 Prozent erhöht.

Die 7-Nanometer-Fertigung findet sich beispielsweise in der aktuellen GPU-Generation Radeon RX 6000 von AMD wieder. Für die kommenden Generation Radeon RX 7000 wird ein 5-Nanometer-Verfahren verwendet. Gleiches gilt für Nvidias Grafikkarten aus der RTX-4000-Reihe, die allgemein gegen Ende 2022 erwartet werden.

Das könnte auch einen Bericht zu Nvidia erklären, demzufolge sich das Unternehmen mit einem Multi-Milliarden-Dollar-Deal Produktionskapazitäten und Wafer für die 5-Nanometer-Fertigung sichern möchte:

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Nicht nur Grafikkarten betroffen

Neben den Grafikkarten sollen auch Prozessoren von den Preiserhöhungen betroffen sein. Denn für CPUs werden dieselben Produktionskapazitäten in Anspruch genommen. So werden AMDs Ryzen 5000 in 7 Nanometer und Ryzen 7000 in 5 Nanometer gefertigt. Allerdings lagen die Preise für CPUs nie so weit über der UPV als es bei den Grafikkarten der Fall ist.

Die 6-Nanometer-Produktion ist Digitimes zufolge zwar ebenfalls, aber möglicherweise nicht ganz so schlimm von den Preisanstiegen betroffen. Diese wiederum wird beispielsweise für AMDs Ryzen 6000 für Notebooks, den kolportierten Refresh der Radeon-RX-6000-Reihe mit schnellerem Videospeicher und Intels mit Spannung erwartete Arc Alechmist-Grafikchips verwendet.

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Was kosten Grafikkarten und Prozessoren derzeit?

In den letzten Wochen und Monaten beobachten wir besonders bei den High-End-Grafikkarten wieder spürbare Preisanstiege, nachdem es in den Sommermonaten 2021 nach einer leichten Entspannung aussah. Hier am Beispiel der MSI Geforce RTX 3080 Ti Gaming X Trio:

Abgesehen von einem kurzen und überraschenden Ausreißer nach unten ist die MSI RTX 3080 Ti Gaming X Trio zuletzt immer teurer geworden (Bildquelle: Geizhals.de). Abgesehen von einem kurzen und überraschenden Ausreißer nach unten ist die MSI RTX 3080 Ti Gaming X Trio zuletzt immer teurer geworden (Bildquelle: Geizhals.de).

Grob lässt sich sagen, dass Grafikkarten auf der Straße ungefähr das Doppelte der unverbindlichen Preisempfehlung kosten.

Bei den Prozessoren sieht das anders aus: Die Preise für neue CPUs sind in letzten Monaten entweder kontinuierlich leicht gesunken oder verharren auf einem sehr stabilen Niveau. Im Großen und Ganzen entsprechen die Preise auch den UVPs.

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So schätzen wir die Lage ein

Es bleibt vorerst offen, ob die 20 Prozent Preiserhöhung bei den Grafikchips auch eins zu eins bei uns Endkunden ankommen. Eine Grafikkarte besteht schließlich aus mehr als nur dem Chip. Videospeicher, Platinen und Kleinstbauteile wie zum Beispiel Widerstände spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für den Preis.

Dennoch kann eine Erhöhung der Preise für Chips nur schlecht für Spieler sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass Grafikkarten dadurch auf absehbare Zeit zumindest nicht günstiger und vermutlich sogar teurer werden, ist sehr hoch.

Was meint ihr? Wird 2022 wirklich noch schlimmer als 2021 oder rechnet ihr vielleicht sogar mit einer deutlichen Besserung der Lage? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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