TGP bei Laptops: Kaum ein anderes Detail entscheidet so stark über die Leistung – und wird so oft übersehen

Was steckt hinter der Total Graphics Power (TGP) und wie beeinflusst sie die Leistung eurer Gaming-Laptops?

Die TGP ist einer der wichtigsten Werte, den ihr bei Kauf eines neuen Notebooks kennen solltet. (Quelle: Nvidia) Die TGP ist einer der wichtigsten Werte, den ihr bei Kauf eines neuen Notebooks kennen solltet. (Quelle: Nvidia)

Mittlerweile könnt ihr bei GameStar-Tech schon einige Artikel lesen, in denen ich euch gezeigt habe, wie sich die unterschiedliche TGP (Total Graphics Power) einer Grafikkarte direkt auf deren Leistung auswirkt. In groben Zügen habe ich dort auch schon erklärt, was es mit dieser TGP auf sich hat. Für alle, die es ganz genau wissen möchten, gehe ich hier noch einmal detailliert auf das Thema ein. 

Was genau ist diese ominöse TGP und warum solltet ihr sie kennen?

Die Total Graphics Power (TGP) bezeichnet die maximale elektrische Leistung in Watt (W), welche die gesamte Grafikkarte – bestehend aus dem Grafikprozessor (GPU), dem Grafikspeicher (VRAM) und den Komponenten auf der Platine – unter Volllast aufnehmen darf.

Und warum ist das jetzt wichtig? Ganz einfach: Je geringer die TGP einer Grafikkarte, desto weniger Strom verbraucht sie. Das ist grundsätzlich etwas Gutes, allerdings gilt auch immer die Regel, dass bei einer sinkenden TGP auch die Leistung abfällt und das zum Teil sehr deutlich. 

Wer mitunter sehr viel Geld für den nächsten Gaming-Laptop in die Hand nimmt, möchte dann natürlich auch die Leistung sehen, die der Name der GPU verspricht. Das Problem ist nur, dass zum Beispiel die beliebte RTX 5070 mit ihrer minimalen TGP von 50 Watt deutlich langsamer ist als ein Modell mit 100 Watt.

Nachfolgend findet ihr eine Übersicht mit den minimalen und maximal möglichen TGP-Werten von Nvidias aktuellen mobilen GPUs. Beachtet dabei, dass hier der sogenannte Dynamic Boost von 25 Watt nicht berücksichtigt wurde.

Mobile GPUMinimal mögliche TGP (W)Maximal mögliche TGP (W)
RTX 505035100
RTX 506045100
RTX 507050100
RTX 5070 Ti60115
RTX 508080150
RTX 509095150

Übrigens, alles was ich hier über die TGP schreibe, gilt selbstverständlich auch für Grafikkarten von AMD. Leider hat AMD nicht wirklich etwas Aktuelles bei mobilen Grafikkarten zu bieten, daher gehe ich an dieser Stelle nicht näher auf die Produkte des Herstellers ein.

Wie TGP und Leistung korrelieren

Im Gegensatz zu Desktop-Grafikkarten, wo Kühlung und Stromversorgung meist großzügig dimensioniert werden können, ist das bei einem Laptop deutlich komplexer. Jeder Hersteller muss bei der Integration eines bestimmten GPU-Modells in ein Notebook entscheiden, welchen TGP-Wert er innerhalb der vom Chiphersteller vorgegebenen Spanne zulässt. 

Ein höherer TGP-Wert bedeutet, dass die GPU mit höheren Taktraten betrieben werden kann, was direkt zu einer Steigerung der Rechenleistung und damit zu höheren Framerates in Spielen oder schnelleren Renderzeiten führt.

Auf diesem Bild seht ihr das leistungsstarke Kühlsystem des Alienware Area 51, das auch keinerlei Probleme hat, wenn die verbaute RTX 5090 mit der vollen TGP arbeitet. Auf diesem Bild seht ihr das leistungsstarke Kühlsystem des Alienware Area 51, das auch keinerlei Probleme hat, wenn die verbaute RTX 5090 mit der vollen TGP arbeitet.

Ein und dasselbe GPU-Modell, beispielsweise eine RTX 5070, kann somit je nach Laptop-Design und TGP-Einstellung eine signifikant unterschiedliche Performance aufweisen. Dazu habe ich hier mal Benchmarks der RTX 5070 mit verschiedenen TGP-Werten für euch:

RTX 5070 Laptop - Cyberpunkt 2077 FHD
XMG Core 15

  • FPS
100 Watt 1920 x 1080
90,51
75 Watt 1920 x 1080
84,21
50 Watt 1920 x 1080
70,14
RTX 5060 100 Watt 1920 x 1080
85,15
  • 0,00
  • 20,00
  • 40,00
  • 60,00
  • 80,00
  • 100,00

RTX 5070 Laptop - Cyberpunkt 2077 QHD
XMG Core 15

  • FPS
100 Watt 2560 x 1440
50,53
75 Watt 2560 x 1440
46,25
50 Watt 2560 x 1440
38,23
RTX 5060 100 Watt 2560 x 1440
49,36
  • 0,00
  • 12,00
  • 24,00
  • 36,00
  • 48,00
  • 60,00

Dieser Umstand ist der Hauptgrund dafür, dass mobile Grafikkarten häufig mit dem Zusatz des TGP-Wertes beworben werden, damit potenzielle Käufer die Leistung besser einschätzen können. Leider geben nach wie vor nicht alle Hersteller diesen wichtigen Wert transparent an. 

TGP und die Kühlung

Die TGP ist untrennbar mit Kühlung eines Notebooks verbunden. Die aufgenommene elektrische Leistung, die nicht in Rechenarbeit umgesetzt wird, wird primär in Wärme umgewandelt. Eine Anhebung der TGP erfordert somit eine erheblich leistungsfähigere Kühllösung mit größeren Kühlkörpern, mehr Heatpipes und effektiveren Lüftern. 

Wird die Kühlung eines Laptops überfordert, kommt es zum sogenannten Thermal Throttling, bei dem die GPU ihre Taktraten und damit die Leistung drosselt, um die Betriebstemperatur zu senken und Schäden zu verhindern. Die vom Hersteller gewählte maximale TGP stellt somit das technisch Machbare im Hinblick auf die Balance zwischen Leistung, Baugröße und Geräuschentwicklung des Notebooks dar.

TGP versus TDP

Vielleicht habt ihr neben der TGP auch schon einmal die Abkürzung TDP (Thermal Design Power) gelesen. Es ist wichtig zu verstehen, dass das nicht das Gleiche ist. Die TDP definiert die maximale Wärmeleistung (in Watt), die das Kühlsystem ableiten muss, um die Komponente innerhalb sicherer Temperaturgrenzen zu halten. Sie ist somit primär eine Spezifikation für die Kühllösung.

Im Gegensatz dazu beschreibt die TGP die tatsächliche maximale elektrische Leistungsaufnahme der gesamten Grafikkarten-Platine. Während die TDP früher oft als Näherungswert für den Stromverbrauch des Hauptchips diente, liefert die TGP eine präzisere Angabe über den Gesamtenergiebedarf und damit die Leistungsfähigkeit der mobilen Grafiklösung. 

Für den Verbraucher und die Hersteller von Laptops ist die TGP daher die relevantere Kennzahl, da sie den tatsächlichen Leistungsrahmen der gesamten GPU-Einheit festlegt.

Fazit

Die TGP ist der entscheidende technische Messwert, der Käufern von Laptops die tatsächliche Leistungsstufe einer integrierten Grafikkarte zeigt. Sie ist der Schlüssel zum Verständnis, warum zwei scheinbar identische GPUs in unterschiedlichen Gehäusen eine erheblich abweichende Leistung liefern können. Bevor ihr also euer nächstes Notebook kauft, erkundigt euch vorher, mit welcher TGP die Grafikkarte arbeitet, um eine spätere Enttäuschung zu vermeiden. 

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