Erst vor wenigen Tagen schrieb ich, dass ich mit meinem TV im Wohnzimmer so zufrieden war, dass ich ihn mir ein zweites Mal geholt habe. Der Grund ist einfach: Ich wollte ihn auf meinem Schreibtisch haben.
Ich genieße Filme, zocke und arbeite also auf dem gleichen Fernseher.
Seit über einem Jahr läuft das Experiment »TV statt Monitor« und ich teile in diesem Artikel mit euch, was ich gelernt habe.
Bevor wir loslegen: Nachstehend eine kurze Übersicht, wo ich angefangen habe und wo ich heute mit dem Experiment stehe.
- Als Monitor nutzte ich bis Juni letztes Jahr einen Philips BDM4037UW (LCD, 40 Zoll, 4K/UHD, curved)
- Dem folgte ein LG OLED C2 (OLED, 48 Zoll, 4K/UHD), den ich etwa ein halbes Jahr verwendet habe.
- Daraufhin stieg ich auf den Philips OLED807 (OLED, 48 Zoll, 4K/UHD, Ambilight) um. Diesen nutze ich nach wie vor
Diese 4 Erkenntnisse habe ich gewonnen
Fernseher und Monitor sind beides Bildschirme – aber doch nicht gleich, oder? Nun ja, meiner Erfahrung nach liegen die beiden Gerätetypen näher beieinander, als man glauben mag und als ich zunächst auch geglaubt hatte.
Dennoch, ein TV als Monitor kann viele Vorteile und einige Nachteile haben.
1. An die Größe gewöhnt ihr euch schnell
»Sind 48 Zoll nicht viel zu groß?« ist vermutlich die häufigste Frage, die ich gestellt bekomme.
Zugegeben: Mein 4K-Monitor vorher maß bereits 40 Zoll in der Diagonale, aber ich habe mich ganz bewusst entschieden, noch eine Schippe draufzulegen, des Experiments wegen.
Ich kann mit dem Brustton der Überzeugung sagen: Nein, 48 Zoll sind nicht zu groß. Dennoch muss man sich natürlich an die größere Fläche gewöhnen und sie zu nutzen wissen.
Für mich stellt sich die Frage der Größe nicht mehr: Mit zwei oder drei Monitoren macht man ja auch nichts anderes, als ihnen bestimmte Aufgaben (oder Fenster) zuzuweisen.
Aufgrund der Größenskalierung von Windows kann ich mir die Icons auch so groß machen, wie es mir passt. Ich bekomme also keine Kopfschmerzen, weil ich auf winzige Schrift oder Pixelmatsch gucke.
Am Ende ist es eine Frage der Gewohnheit und als jemand, der sowohl mit vielen Bildschirmen als auch großen Bildschirmen gearbeitet hat, kann ich sagen: Es macht kaum einen Unterschied. Wenn überhaupt fallen die Displayränder weg und das ist ein Gewinn in meinen Büchern.
2. Ohne Monitor-Modus geht nichts
Unter dem anfangs erwähnten und verlinkten Artikeln fragte ein User in den Kommentaren, wie es mit der Schriftdarstellung aussieht wegen des Subpixel-Layouts. Was er meint, sind mögliche chromatische Aberrationen, die dadurch entstehen können.
Was ist eine chromatische Aberration
?
Chromatische Aberration ist eine optische Abbildungsfehler, bei dem Licht unterschiedlicher Wellenlängen nicht gleich fokussiert wird, was zu farbigen Rändern in Bildern oder Objekten führt.
Klar, bei Fernsehbildern muss schon was im Argen sein, damit einem das auffällt (und in obigem Bild ist der Effekt auch extrem stark), aber wenn man auf einem riesigen Display mit winzigen Pixeln arbeitet, dann werden Buchstaben ruckzuck unscharf.
Gute Nachrichten: Das Bild ist weder unscharf noch haben die Subpixel Auswirkungen, denn beide OLED-TVs besitzen jeweils einen Monitor-Modus.
Wird Schrift unscharf, dann spricht man dabei von »Fringing«. Das hat mit der Abtastrate zu tun und wie das Verhältnis von Chrominanz (Farbinformationen) und Luminanz (Helligkeitsinformationen) dazu stehen. Das Subsampling-Format so dargestellt wird: 4:4:4.
Kurz und gut: 4:4:4 ist das beste Chroma-Subsampling-Format. Jede Pixelzeile erhält volle Luminanz (die erste 4), volle Chrominanz (die zweite 4) und wird voll abgetastet (im Falle eines 4:2:2-Samplings bleibt die Helligkeit erhalten, aber die Farbinformation wird horizontal halbiert).
Wichtig für euch ist: Wenn ihr einen TV als Monitor nutzen wollt, achtet auf das Subsampling-Format 4:4:4. Das haben die meisten Fernseher, außer Einsteigermodelle.
3. Die Fernbedienung ist ein Bonus
Meine Kollegin Nele testet bereits unzählige Monitore und freut sich immer, wenn eine Fernbedienung in der Schachtel liegt. Wieso? Das macht Bildschirmeinstellungen on the fly viel leichter.
Ich persönlich greife – außer zum Einschalten und wenn der Bildschirmschoner anspringt – recht selten zur Fernbedienung, da ich meine Einstellungen, soweit ich kann, via Rechner vornehme. Das hat aber mit meiner eigenen Bequemlichkeit zu tun, da ich nicht jedes Mal zum Drücker greifen und die Bildeinstellungen ändern will.
Der größte Vorteil von einem TV als Monitor: Schaut ihr am Schreibtisch doch mal einen Film oder YouTube (was ich täglich mache), könnt ihr vom Monitor-Preset auf Kino wechseln und habt sogleich ein viel besseres Filmerlebnis. Das Gleiche gilt natürlich auch für einen etwaigen Gamemode, sollte der im Gerät vorhanden sein und nicht über eARC-HDMI anspringen.
4. Der Bildschirmschoner nervt
Hinweis: Der folgende Punkt gilt nur, wenn ihr einen OLED-TV als Monitor nutzen wollt.
Um Einbrennen zu vermeiden, nutzen Fernseher diverse Reinigungsmodi: Pixelshift, Pixel-Refresh – und gegebenenfalls einen Bildschirmschoner.
Und Letzter geht mir ganz schön auf den Zeiger.
Versteht mich nicht falsch: Der Bildschirmschoner ist super! Aber er schaltet sich manchmal nach einer Minute ein und wenn sich nichts auf dem Schirm bewegt, dann muss ich jedes Mal zur Fernbedienung greifen und einen Knopf drücken.
Gerade beim Schreiben, wo sich nur wenig auf dem Bildschirm tut (oder auch mal gar nichts, wenn man kurz nachdenkt), kann das echt nerven. Glücklicherweise hält es sich meist in Grenzen.
Diesen Bildschirmschoner besitzen so auch nur Philips-TVs. Der LG OLED zuvor hat beispielsweise nur stark den Bildschirm abgedunkelt.
Burn-In habe ich bisher übrigens nicht bemerkt, trotz vieler statischer Icons und Elemente. Das Panel ist so sauber wie am ersten Tag. Ich glaube allerdings, dass man Einbrennen auch stark forcieren muss, um es wirklich zu provozieren.
Fazit
Maxe Schwind
Ich bin nach über einem Jahr immer noch, verzeiht mir den Ausdruck, sauglücklich. Die Gräben zwischen Monitor und TV sind deutlich seichter, als ich zunächst geglaubt habe.
Es ist kein Problem, auf dem Fernseher erst zu arbeiten und danach einen Film zu genießen. Ihr schlagt zwei Fliegen mit einer Klappe und YouTube-Videos sehen dank KI-Features und Upscaling besser aus als auf jedem Monitor.
Wenn ihr Lust bekommen habt, es auch mal zu versuchen, dann bedenkt Folgendes:
- An die Größe gewöhnt ihr euch schneller, als ihr glaubt
- Achtet auf ein Gerät mit Monitor-Modus und / oder 4:4:4-Subsampling
- Eine Fernbedienung liefert bei der Hybridnutzung Vorteile.
- Der Bildschirmschoner kann nerven.
- Für Spieler: Achtet auf Gaming-Features und 120 Hz
Wollt ihr noch mehr Input zum Thema, dann lest euch gern meinen Ersteindruck durch sowie mein Fazit nach 9 Monaten.
Einen passenden TV findet ihr womöglich in unserer Kaufberatung.
Unterm Strich will ich zu einem herkömmlichen Monitor nicht mehr zurück. Durch meine Hybdridnutzung von Arbeiten, Filmeschauen und manchmal Zocken hat sich ein OLED-TV als optimale Lösung entpuppt und auch die schiere Größe macht Spaß, weil man die so auch wirklich mal ausnutzen kann – sei es beim Schreiben und Recherchieren, dem nächsten John Wick-Film oder einem Video-Essay auf Youtube.
Habt ihr noch Fragen zum Experiment oder meiner Nutzung? Stellt sie gerne in den Kommentaren.







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