Ich nutze einen OLED-TV als Monitor: Auch nach 9 Monaten will ich nicht zurück

Zwischenzeitlich habe ich sogar die Marke gewechselt – mit Vor- und Nachteilen.

Monitor oder Fernseher: Was ist die bessere Wahl im Homeoffice? (Bilder: Philips) Monitor oder Fernseher: Was ist die bessere Wahl im Homeoffice? (Bilder: Philips)

Im Juni 2023 schrieb ich einen Artikel darüber, dass ich im Homeoffice von einem 40-Zoll-LCD-Monitor auf einen 48-Zoll-OLED-TV umgestiegen bin. Mein Fazit nach rund vier Wochen war:

Im Arbeitsalltag habe ich, da ich von einem 40- auf einen 48-Zöller umgestiegen bin, nicht viele Unterschiede bemerkt. Die Hintergrundbeleuchtung regelt stärker, aber davon abgesehen: Das Erlebnis bleibt weitestgehend gleich.

Mittlerweile arbeite ich seit neun Monaten auf einem OLED-Fernseher. Ich hinterfrage meine Aussagen im Artikel; fällt mein Fazit anders aus?

Der Status Quo

Im Verlauf der letzten neun Monate bin ich von LG zu Philips gewechselt. Doch hat das überhaupt einen Unterschied gemacht?

Damit ich mich mit einem TV auf dem Schreibtisch selbst auf die Probe stellen konnte, hatte ich mir für dieses Experiment ein Testgerät des LG C2 geordert. Damit ihr gleich mit dem Philips-Fernseher vergleichen könnt, hier nochmal die wichtigsten technischen Daten:

DisplaytypOLED
Displaygröße48 Zoll (121,9 Zentimeter)
Auflösung3.840 x 2.160 bei 120 Hz
Reaktionszeit1ms
Helligkeit750 cd/m² (Nits)
Eingänge4x HDMI 2.1
SonstigesVRR, Low-Latency-Modus

Zwischenzeitlich habe ich den C2 wieder an LG zurückgegeben und gegen einen Philips OLED807 getauscht, den ich als Referenzgerät zu Hause habe. Dessen Specs lesen sich wie folgt:

DisplaytypOLED EX
Displaygröße48 Zoll (121,9 Zentimeter)
Auflösung3.840 x 2.160 bei 120 Hz
Reaktionszeit1ms
Helligkeit850 cd/m² (Nits)
Eingänge2x HDMI 2.1, 2x HDMI 2.0
SonstigesVRR, Low-Latency-Modus, G-Sync

Fun Fact: Ich nutze somit im Moment den gleichen Fernseher zum Arbeiten und Schreiben und im Wohnzimmer für Filme und zum Zocken auf der Konsole.

Von LG zu Philips: Vor- und Nachteile

LG C2 Philips OLED807 LG C2 Philips OLED807

Die Fernseher sehen vom Standfuß abgesehen fast gleich aus.

Auf dem Datenblatt lesen sich die beiden Fernseher fast identisch – und so fühlen sie sich beim Arbeiten und Spielen auch an. Die 100 Nits mehr fallen nicht ins Gewicht, ich nehme kein besseres Bild wahr, aber der TV hat so mehr Spielraum bei Farben und Kontraste.

Auch in der Bildqualität unterscheiden sich die beiden TVs nicht wahrnehmbar. Meiner Meinung nach kitzelte Philips’ P5-Prozessor schon immer ein starkes Bild aus den OLED-Panels von LG und so ist es auch hier. Unterm Strich macht man aber mit beiden Modellen nichts falsch.

Wie sich der Philips OLED807 in einem ausführlichen Test schlägt, habe ich bereits geschrieben.

Auch wenn ich nach dem TV-Tausch weitestgehend unbemerkt weiter arbeiten, schreiben und spielen kann, so haben sich für mich zwei wichtige Änderungen ergeben, eine positive und eine negative.

Positiv: Ambilight

Besitzer von Philips-Fernsehern kennen das hauseigene Feature. Mit verbauten LEDs im Chassis wirft der TV Licht an die Wand. Im Heimkino sorgt das für Vorteile wie Entlastung für die Augen und ein größer wirkendes Bild.

Diese Vorteile gelten auch für den TV als Monitor. Mehr noch erfreue ich mich allerdings abends am gemütlichen, passiven Licht. Meine Schreibtischlampe mit ihrer LED-Funzel macht nämlich kein schönes und schon gar nicht genug Licht (auch wenn ich wie Mirco natürlich gnadenlos aufrüsten könnte).

Kurzum: Ambilight macht auch hier eine gute Figur. Wenn ihr mehr zum Thema lesen möchtet, lege ich euch meinen Artikel dazu ans Herz.

Negativ: Bildschirmschoner

Was? Wie kann ein Bildschirmschoner negativ sein? Berechtigte Frage, denn den Screensaver an und für sich finde ich super. Er schützt vor Einbrennen.

Das Problem im Homeoffice: Ich schreibe meist auf weißen Seiten, viel verändert sich am Bild nicht, wenn hier und da ein paar Buchstaben hinzukommen – manchmal nicht genug, um den Bildschirmschoner am Starten zu hindern.

Dann hilft nur, einen Knopf auf der Fernbedienung zu drücken. Es klingt schlimmer, als es ist, denn man wechselt ja nun doch öfter Tabs oder holt den Windows-Explorer in den Vordergrund. Dennoch nervt es, wenn es passiert. Abschalten kann man den Bildschirmschoner übrigens nicht.

Fazit nach neun Monaten

Maxe Schwind

Ich bin auch nach einem Dreivierteljahr vollends zufrieden, auf einem OLED-Fernseher zu arbeiten anstatt eines herkömmlichen LCD-TVs. Die Vorteile bleiben dieselbe wie bei meinem Resümee nach vier Wochen:

  • Ein großer Bildschirm, auf dem ich Fenster beliebig anpassen kann.
  • Starke Kontraste, die sich beim Spielen und Filmeschauen positiv auswirken.
  • Als Hybrid zwischen Zocken und Arbeiten für mich optimal.

Durch den Wechsel von LG zu Philips habe ich Ambilight hinzugewonnen, muss allerdings mit dem eigenwilligen Bildschirmschoner vorliebnehmen (was sich in ein paar Jahren sicher als Pluspunkt erweisen könnte).

Ach ja, die Hintergrundbeleuchtung regelt sich natürlich auch beim Philips automatisch herunter, aber nicht so stark beim C2 von LG. Damit muss man leben können, wenn man auf einem OLED-TV statt eines LCD-Monitors arbeitet.

Von Einbrennen gibt es bisher keine Spur, aber sollte sich an dieser Front etwas tun, werdet ihr von mir lesen.

Wenn ihr noch einen Fernseher fürs Wohnzimmer sucht, schaut gerne in unsere TV-Kaufberatung.

Unterm Strich ist der Wechsel von Monitor auf TV für mich geglückt; bisher bemerke ich keine allzu großen Nachteile, weil sich alle Anwendungsszenarien für mich wie mit einem Monitor abdecken lassen und ich eine bessere Bildqualität hinzugewinne.

Gibt es etwas, das euch beim Einsatz eines Fernsehers im Homeoffice interessiert? Welche Fragen sollte ein zukünftiger Artikel eurer Meinung nach beantworten?

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