Seitdem ich vor vielen Jahren das erste Mal einen Monitor mit dreistelliger Bildwiederholrate benutzt habe, will ich nicht mehr zurück.
Allein auf dem Windows-Desktop fühlt es sich so viel geschmeidiger an, den Mauszeiger mit 120 Hertz zu bewegen als mit 60 Hertz, und sogar 240 Hertz machen meiner Wahrnehmung nach noch mal einen klaren Unterschied.
Doch wie passt das mit der Aussage in der Überschrift zusammen, dass es nicht mehr als 30 FPS in Spielen braucht? Lasst es mich am aktuellen Beispiel des Remakes von Gothic 1 erklären.
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Das müsst ihr sehen: Eines der besten Spiele aller Zeiten ist 25 Jahre später im Vergleich alt gegen neu kaum wiederzuerkennen
Gothic 1 Remake als Paradebeispiel
Eines betone ich direkt zu Beginn: Dass es nicht mehr als 30 FPS braucht, heißt nicht, dass höhere Bildraten in Spielen generell nicht wünschenswert wären oder keine Vorteile bieten können.
Wenn ich die Wahl habe zwischen 30, 60 und 120 FPS, entscheide ich mich immer für den höchsten Wert, sofern komplett KI-generierte Bilder dabei außen vor gelassen werden.
Doch um Spaß in einem Spiel haben zu können, ist in Sachen Performance letztlich nur eine Grundlage wirklich entscheidend: Das Spiel muss flüssig genug laufen beziehungsweise ein so direktes Eingabegefühl bieten, dass ich stets die volle Kontrolle habe.
- Wo häufig das Problem liegt: Die meisten Spiele fühlen sich meiner Erfahrung nach mit 30 FPS nicht rund genug an. Eingaben wirken verzögert und ich nehme das Bild als ruckelig wahr.
- Was das Remake von Gothic 1 so viel besser macht: Ich war absolut überrascht davon, wie gut es dem Remake von Gothic 1 gelingt, sich selbst mit nur 30 FPS noch erstaunlich flüssig anzufühlen.
Ich habe mich dadurch selbst bei so niedrigen Bildraten nie darüber geärgert, einen Kampf zu verlieren oder einen Sprung auf den nächsten Felsvorsprung zu vermasseln, weil die schlechte Performance mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.
Stattdessen hatte ich stets den Eindruck, selbst das Problem gewesen zu sein – es sei denn, es gab einen der bekannten Nachladeruckler der Unreal Engine 5, vor denen auch das Gothic 1 Remake nicht komplett gefeit ist. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Tuning-Guide zu dem Spiel:
Frame Generation profitiert ebenfalls davon, und das trotz UE5
Versteht mich nicht falsch, auch im Remake von Gothic 1 wirkt das Spiel mit 60 FPS flüssiger als mit 30 FPS und mit 120 FPS flüssiger als mit 60 FPS.
Doch der entscheidende Punkt ist, dass es sich meiner Wahrnehmung nach auch mit nur 30 FPS noch erstaunlich rund anfühlt.
Dazu passen meine Eindrücke vom Zuschalten komplett KI-generierter Bilder in dem Spiel:
- Normalerweise denke ich erst dann über das Aktivieren von Frame Generation & Co. in einem Titel nach, wenn die Basis-FPS mindestens bei 60 Bildern po Sekunde liegen. Andernfalls steigt die gefühlte Eingabeverzögerung meinem Eindruck nach meist zu sehr an.
- Nicht so in Gothic 1: Hier genügen 30 FPS als Grundwert. Die Latenz erhöht sich zwar immer noch leicht mit Fame Generation, aber nicht so sehr, dass sich das Spiel nicht mehr flüssig anfühlen würde. Dank der zusätzlichen KI-Bilder sieht es gleichzeitig viel geschmeidiger aus als zuvor.
Damit beweist das Gothic 1 Remake meiner Meinung nach eindrucksvoll, was selbst in einem Open-World-Titel mit der berühmt-berüchtigten Unreal Engine 5 möglich ist, zumal das Spiel gleichzeitig auch vergleichsweise wenig Speicher frisst trotz seiner ansehnlichen Optik.
22:12
Das Gothic Remake macht's uns im Test nicht leicht!
Ich wünschte, das wäre in jedem Spiel möglich
Meiner Erfahrung nach ist das Gothic 1 Remake eine klare Ausnahme in puncto rundes Spielgefühl auch mit nur 30 FPS
.
Doch dabei ist nicht nur zu bedenken, dass FPS nicht in jedem Spiel gleich wichtig sind und ihre subjektive Wahrnehmung stark variieren kann, sondern auch, was für ein komplexes Konstrukt eine Spiele-Engine ist.
Da müssen Texturen und andere Assets geladen, NPC-Routinen angewandt und Schatten und Licht möglichst korrekt berechnet werden, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.
Aktuelle Videos zur Unreal Engine:
- Unreal Engine 6 enthüllt: Epic zeigt erste Bilder der Next-Gen-Grafik
- Ein riesiger, modularer Wohnkomplex, mit Hilfe von Lego entworfen und wirklich gebaut: Die Unreal Engine zeigt, wie Habitat 67 hätte sein sollen
Auf dem PC kommen außerdem stark unterschiedliche Hardware-Ressourcen hinzu, weil das Leistungsspektrum von sündhaft teuren High-End-PCs bis hin zu lahmen Office-Kisten reicht. Ein enges und unübersichtlich verschachteltes System, in dem es schnell mal haken kann.
Einerseits überrascht es mich daher nicht, dass sich viele Spiele schwer damit tun, aus möglichst wenig (FPS) möglichst viel (direktes Eingabegefühl) herauszuholen.
Andererseits freut es mich umso mehr, dass es ausgerechnet dem Remake eines meiner absoluten Lieblingsspiele trotz Unreal Engine 5 gelungen ist, hier positiv aus der Masse hervorzustechen.

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