USB-C ist immer schneller als das alte USB? Warum das nicht stimmt

USB-C ist der neue Standard, doch ist er auch schneller als USB-A? Wir klären auf, was hinter den Mythen steckt und welche Standards wirklich zählen.

USB-C muss nicht immer besonders schnell sein. (Bildquelle: Adobe Stock su) USB-C muss nicht immer besonders schnell sein. (Bildquelle: Adobe Stock / su)

Der USB Type-C Anschluss hat sich in den letzten Jahren zum Industriestandard entwickelt. Mittlerweile ist er an Laptops, Smartphones, Monitoren und unzähligen Peripheriegeräten zu finden, auch wenn es bei Eingabegeräten durchaus noch Nachholbedarf gibt. Mit seiner Einführung gab es zum ersten Mal eine universelle Lösung für Daten, Strom und Video. 

Doch mit der Verbreitung wuchs auch die Verwirrung: Ein häufiger Irrtum, dem man im Alltag wirklich ständig begegnet, ist die Annahme, dass USB-C per se schneller sei als sein Vorgänger USB-A. Dieser Artikel erklärt, wieso das nicht der Fall ist.

Die Anatomie von USB-C

Der Erfolg von USB-C beginnt mit seinem physischen Aufbau. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist der Stecker punktsymmetrisch und damit beidseitig einsteckbar. Das ist zwar ein einfacher, aber genialer Fortschritt für die Benutzerfreundlichkeit. Doch die wahren Innovationen liegen im Inneren:

So sieht die Belegung der Pins bei einem USB-C-Stecker aus. (Bildquelle: Delock) So sieht die Belegung der Pins bei einem USB-C-Stecker aus. (Bildquelle: Delock)

  • 24-Pin-Struktur: Der USB-C-Stecker verfügt über 24 Pins, eine signifikante Steigerung gegenüber den vier Pins von USB 2.0-A oder den neun Pins von USB 3.0-A. Es ist genau dieser komplexen Struktur zu verdanken, dass USB-C so vielseitig ist.
  • High-Speed-Datenlanes: Der Stecker enthält vier differenzielle Paare für High-Speed-Daten (TX/RX-Paare). Diese sind entscheidend für Protokolle, die hohe Bandbreiten erfordern, wie USB 3.2 Gen 2, USB4 und Thunderbolt.
  • Configuration Channel (CC): Zwei dedizierte CC-Pins sind quasi Gehirn der Verbindung. Über sie handeln die verbundenen Geräte aus, welche Funktionen genutzt werden. Dies umfasst die Steckerorientierung, die Ladeleistung (Power Delivery) und die Aktivierung von Alternate Modes.

Darum ist USB-C nicht zwangsläufig schneller

Der entscheidende Punkt, der oft zu Verwirrung führt: Der USB-C-Anschluss ist nur der Formfaktor. Die Geschwindigkeit wird durch das dahinterliegende Datenübertragungsprotokoll bestimmt. Hinter einem USB-C-Stecker kann sich also alles vom langsamen USB 2.0 bis hin zu USB4 oder Thunderbolt 4 verstecken. 

In der folgenden Tabelle könnt ihr die Beziehung zwischen Protokoll, Geschwindigkeit und den möglichen Steckertypen sehen:

ProtokollMarketing-NameMax. GeschwindigkeitMögliche Stecker
USB 2.0High-Speed USB480 Mbit/sUSB-A, USB-C
USB 3.2 Gen 1SuperSpeed USB 5Gbps5 Gbit/sUSB-A, USB-C
USB 3.2 Gen 2SuperSpeed USB 10Gbps10 Gbit/sUSB-A, USB-C
USB 3.2 Gen 2x2SuperSpeed USB 20Gbps20 Gbit/sExklusiv USB-C
USB4USB4 40Gbps40 Gbit/sExklusiv USB-C
Thunderbolt 4Thunderbolt40 Gbit/sExklusiv USB-C

Mehr als nur USB

Die Stärke von USB-C liegt in der Fähigkeit, mehrere Standards über eine einzige physische Verbindung zu bündeln. Die wohl revolutionärste Fähigkeit ist dabei wohl USB-Power-Delivery (PD). Während traditionelle USB-A-Ports auf 4,5 W (USB 3.0, 3.1 und 3.2) limitiert sind, definiert der USB-PD-Standard ein flexibles System zur Stromversorgung.

  • Flexible Power Profiles: Über den CC-Pin verständigen sich Netzteil und Verbraucher auf ein gemeinsames Spannung- und Stromprofil.
  • Hohe Leistung: Der aktuelle Standard USB PD 3.1 mit Extended Power Range (EPR) ermöglicht eine Ladeleistung von bis zu 240 Watt (48V bei 5A). Dies ist ausreichend, um selbst leistungshungrigere Laptops oder 4K-Monitore mit Energie zu versorgen.
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Dann gibt es da noch die sogenannten Alternate Modes. Diese ermöglichen es, dass die High-Speed-Datenlanes des USB-C-Kabels für die Übertragung von völlig anderen Protokollen als USB genutzt werden können.

  • DisplayPort: Dies ist der am weitesten verbreitete Alt-Mode. Er tunnelt native DisplayPort-Signale durch das USB-C-Kabel, was den direkten Anschluss von hochauflösenden Monitoren ermöglicht.
  • Thunderbolt 3 & 4: Der leistungsfähigste Alt-Mode, entwickelt von Intel in Zusammenarbeit mit Apple. Thunderbolt nutzt den USB-C-Anschluss, um Datenraten von bis zu 40 Gbit/s zu liefern, mehrere 4K-Displays anzusteuern und externe GPUs (eGPUs) via PCI-Express zu verbinden.
  • Weitere Alt-Modes: Es existieren auch Modi für HDMI, Mobile-High-Definition-Link (MHL) und VirtualLink, auch wenn diese seltener eingesetzt werden.

Fazit

Der USB-C gehört die Zukunft und wird mittelfristig den kantigen Typ-A-Stecker ablösen. Das ist auch nicht wirklich ein Verlust, denn USB-C kann einfach alles besser als der alte USB-Stecker. In Sachen Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität sieht USB-Typ-A kein Land mehr. Wichtig zu wissen ist eben nur, dass sich hinter einem USB-C-Stecker so ziemlich alles verstecken kann und ihr nicht zwangsläufig mit einer hohen Übertragungsgeschwindigkeit rechnen könnt.

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