Er kaufte 12 USB-Sticks über Amazon und stellte fest, dass jeder davon gemein versteckter Betrug ist. Jetzt hilft mir sein Gratis-Tool, nicht selbst in die Falle zu tappen

Die gute Nachricht lautet, dass es recht leicht ist, solche betrügerischen Angebote zu identifizieren, spätestens mit Hilfe von Tools wie ValiDrive.

Der USB-Stick rechts soll 982 GByte enthalten, tatsächlich sind aber nur etwa 62 GByte Speicherplatz darauf vorhanden. Der USB-Stick rechts soll 982 GByte enthalten, tatsächlich sind aber nur etwa 62 GByte Speicherplatz darauf vorhanden.

Vor einigen Wochen habe ich über den Programmierer des Tools ValiDrive berichtet. Er hat es entwickelt, weil er zuvor bei Amazon mehrere USB-Sticks gekauft hat, die viel weniger Speicherplatz geboten haben als vom Hersteller behauptet.

Ich bin inzwischen selbst bei Amazon auf die Suche nach verdächtig günstigen Angeboten gegangen und fündig geworden: Drei USB-Sticks, die ich mir über den Market Place gekauft habe, weisen alle das oben beschriebene Problem auf.

Wie sich das in der Praxis genau äußert, wie ihr ValiDrive nutzen könnt, um eure USB-Sticks zu überprüfen und auf welchen Weg es sich verhindern lässt, selbst Opfer eines solchen Betrugs zu werden, erfahrt ihr im folgenden Video zu dem Thema.

Darunter fasse ich euch die wichtigsten Eckpunkte daraus zusammen, falls ihr die Kurzversion bevorzugt.

Video starten 9:14 982 GB gekauft, 62 GB bekommen – doch bei der Betrugsmasche mit USB-Sticks kommt es noch schlimmer

Das Wichtigste aus dem Video in Kürze

  • Es geht um drei betrügerische USB-Sticks, die ich mit einem vierten Markenmodell von Verbatim vergleiche.
  • Zwei der Betrugsmodelle sollen 982 GByte für etwa 30 Euro bieten, der erste hat stattdessen aber nur 62 GByte, der zweite 125 GByte. Der dritte problematische Stick für 19 Euro ist angeblich 512 GByte groß, tatsächlich hat er aber nur 62 GByte. Bei Verbatim-Modell ist dagegen alles so, wie es sein soll.
  • Übliche Preise für USB-Sticks in dieser Größe liegen bei etwa 55 Euro für 1.000 GByte sowie 30 Euro für 512 GByte. Der (zu) günstige Preis ist also bereits ein potenziell wichtiger Warnhinweis vor dem Kauf.
  • Die Sticks sind nicht nur viel kleiner als angegeben, sondern auch sehr langsam. Während das Markenmodell von Verbatim beim Kopieren von zwei Videodateien mit etwa 400 MByte pro Sekunde zu Werke geht, kommen die anderen Sticks nur auf etwa 5 bis 20 MByte pro Sekunde.
  • Ein weiteres großes Problem: Windows erkennt den fehlenden Speicherplatz nicht. Ich kann die insgesamt etwa 100 GByte großen Videos daher scheinbar auch auf die eigentlich viel zu kleinen USB-Sticks kopieren und es sieht auf den ersten Blick so aus, als sei alles in Ordnung.
  • Versuche ich, die Videos zu öffnen, gelingt das auf einem der Sticks überhaupt nicht. Auf dem anderen bekomme ich nur solange ein Bild angezeigt, wie passende Daten vorhanden sind. Danach gibt es nur noch ein Standbild zu sehen.

Im schlimmsten Fall habt ihr also nicht nur viel zu wenig Speicherplatz, sondern ihr verliert potenziell auch Daten, von denen ihr denkt, dass sie gesichert sind.

Lieferbar ist immerhin keiner der drei Sticks mehr, komplett entfernt wurde aber nur eines der Modelle. Die Bewertungen lagen beim Kauf mit 3,1 sowie 4 und 5 Sternen außerdem so hoch, dass man den Betrug darüber nicht zuverlässig erkennen konnte.

Achtet daher beim Kauf vor allem auf Modelle unbekannter Hersteller, die klar unter dem üblichen Marktpreis liegen. In solchen Fällen handelt es sich oftmals um Betrug. Oder kauft direkt Hardware bekannter Hersteller.

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