Mit besonderem Ventilator aus Japan gegen die Sommerhitze: Lohnt es sich, 250 Euro dafür auszugeben?

Ventilatoren kosten oft unter 100 Euro, nicht so der GreenFan aus Japan. Aber was unterscheidet ihn von anderen, günstigeren Modellen und lohnt er sich?

Der vergleichsweise teure GreenFan von Balmuda aus Japan muss sich im Praxistest beweisen. (Bild: stock.adobe.com - Asier) Der vergleichsweise teure GreenFan von Balmuda aus Japan muss sich im Praxistest beweisen. (Bild: stock.adobe.com - Asier)

Eines der simpelsten Mittel, um sich bei Sommerhitze etwas Abkühlung zu verschaffen, sind bekanntermaßen Ventilatoren.

Wie sich ein eher außergewöhnliches und teures Gerät dabei schlägt, habe ich in den vergangenen Wochen ausprobiert.

Genauer gesagt geht es um The GreenFan vom Hersteller Balmuda aus Japan.

Aktuell ist er bei Amazon auf einen Preis von 199 Euro reduziert, im Juli waren bei meinem Kauf dagegen noch 249 Euro dafür fällig. Auch beim Händler Memolife kostet er momentan noch so viel.

Die folgenden Punkte sollen den GreenFan von der günstigeren Standardkonkurrenz abheben:

  • natürlicher, breiter Luftstrom
  • sehr niedriger Stromverbrauch
  • sehr geringe Betriebslautstärke
  • manuell justierbarer Winkel für die automatische Pendelbewegung (30 bis 150 Grad)
  • als Stand- und Tischventilator verwendbar

Zum Standardlieferumfang gehört auch eine Fernbedienung, die ihr auf dem folgenden Bild seht.

Die Fernbedienung (oben links) deckt die gleichen Funktionen ab, wie die Tasten am Ventilator selbst (oben rechts). Der Standfuß zeigt per LEDs den aktuellen Status an (unten rechts). Außerdem lässt sich die Größe des Ventilators anpassen (unten links). Die Fernbedienung (oben links) deckt die gleichen Funktionen ab, wie die Tasten am Ventilator selbst (oben rechts). Der Standfuß zeigt per LEDs den aktuellen Status an (unten rechts). Außerdem lässt sich die Größe des Ventilators anpassen (unten links).

Neben dem Ein- und Ausschalten sowie dem Justieren der Geschwindigkeit und Pendelbewegung könnt ihr den Ventilator über die Fernbedienung auch nach ein, zwei, drei oder vier Stunden automatisch ausschalten (was spätestens nach 18 Stunden von selbst geschieht).

Wer will, kann den Ventilator mit optional erhältlichem Zubehör außerdem fit für den Akkubetrieb samt Ladestation machen. Selbst ausprobiert habe ich das aber nicht.

Wie gut schlägt sich der teure Ventilator in der Praxis?

Sehr gut! Man kann dem Hersteller aus meiner Sicht jedenfalls nicht vorwerfen, falsche Versprechungen zu machen, wie die subjektive Überprüfung der wichtigsten Punkte zeigt.

1. Ist der Luftstrom wirklich anders?

Meine beiden Gegenspieler für den GreenFan sind ein 0815-Ventilator aus dem Supermarkt und ein Turmventilator von Amazon. Meine beiden Gegenspieler für den GreenFan sind ein 0815-Ventilator aus dem Supermarkt und ein Turmventilator von Amazon.

Ja, der Luftstrom ist wirklich anders. Welche Modelle ich dem GreenFan zum Vergleich in dieser Disziplin genau gegenübergestellt habe, seht ihr auf dem Bild oben.

Während die Luft bei diesen Geräten punktueller beziehungsweise auf einen kleineren Bereich konzentrierter bei mir ankommt, habe ich beim GreenFan wirklich das Gefühl, breiter und sanfter vom Luftstrom erfasst zu werden.

Es liegen zwar keine Welten dazwischen, aber der Unterschied ist für mich klar wahrnehmbar. Das unten zu sehenden Video des Herstellers zur Veranschaulichung des Luftstroms bestätigt sich damit meiner Erfahrung nach in der Praxis durchaus.

Video starten 0:21 Der Luftstrom des GreenFans im Vergleich mit einem herkömmlichen Modell (offizielles Herstellervideo von Balmuda)

2. Wie steht es um Stromverbrauch und Lautstärke?

Auch in diesen Disziplinen verspricht Balmuda nicht zu viel, zumindest abseits der höchsten Stufe.

▶ Der Stromverbrauch

  • Wie in der Vergleichstabelle unten zu sehen ist, liegt der Stromverbrauch selbst auf der zweiten Stufe nur bei 3,2 Watt.
  • Auf der dritten Stufe fällt er mit 5,5 Watt immer noch moderat aus, Stufe 4 wird dann zumindest klar zweistellig (15,6 Watt).
  • Selbst wenn der Ventilator im Juni, Juli und August ununterbrochen beziehungsweise Tag und Nacht auf der zweiten Stufe laufen würde, beliefen sich die Stromkosten nur auf weniger als zwei Euro.
Stufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5
The GreenFan2,43,25,515,6nA
Standardventilator23,727,233,3nAnA
Turmventilator23,6262729,937,6

Mehr zu dieser Rechnung und den Energiekosten der anderen beiden Modelle in verschiedenen Szenarien erfahrt ihr im Artikel Wie viel Geld kostet es eigentlich, einen ganz normalen Ventilator im Sommer stundenlang zu benutzen?.

▶ Die Lautstärke

  • Der GreenFan gibt auf der ersten und zweiten Stufe nur ein leises Surren von sich. Erst auf der dritten Stufe nimmt die Lautstärke mit knapp 41 dB(A) etwas zu (gemessen aus 1,5 Metern Abstand).
  • Zum Vergleich: Der Standventilator ist schon auf der ersten Stufe mit knapp 43 dB(A) klar lauter unterwegs.
  • Spätestens auf der vierten Stufe mit über 50 dB(A) ist der GreenFan nicht mehr leise. Dafür weht dann aber auch ein kleiner Sturmwind durch das Zimmer.

3. Wie praktisch sind die Anpassungsmöglichkeiten?

Ich sehe sie als nette Extras an. Sie sind aber nichts, für das ich mehr Geld zahlen würde, wenn ich es mir einzeln aussuchen könnte.

▶ Der anpassbare Pendelbereich

Video starten 0:41 So passt ihr den Pendelbereich manuell an (offizielles Herstellervideo von Balmuda)

  • Die manuelle Einstellung des Pendelbereichs klappt sehr simpel, wie im Video oben zu sehen.
  • Im Vergleich zu den meisten anderen Modellen mit festem Pendelwinkel kann ich so dafür sorgen, dass der Luftstrom mich schneller wieder erfasst, ohne permanent in seinem Mittelpunkt zu stehen.

In der Praxis empfinde ich persönlich den größeren Pendelbereich aber ohnehin als angenehmer, weshalb ich diese Funktion nicht wirklich brauche.

▶ Der Umbau zum Tischventilator

  • Diese Anpassung der Größe geht leicht von der Hand: Bei getrennter Verbindung zu der Steckdose (beziehungsweise entferntem Akku) muss lediglich der untere Teil der Halterungsstange entfernt werden.
  • Der Funktionsumfang bleibt identisch zum Betrieb in der größeren Variante.

Ich habe den Ventilator aber im Alltag nie in der kleineren Variante genutzt, da die Größe des Kopfes mit den Rotorblättern unverändert bleibt und sie etwas zu ausladend für die Tischflächen in meiner Wohnung ist (die zugegebenermaßen oft recht vollgestellt beziehungsweise schmal sind).

Fazit: Was der Ventilator eben nicht anders macht

Nils Raettig
@nraettig

Obwohl mich der GreenFan durchaus positiv überrascht hat, schicke ich ihn wieder zurück.

Das liegt vor allem daran, dass er seine Kernfunktion nicht entscheidend besser ausübt als deutlich günstigere Modelle, also das gewisse Abkühlen durch einen angenehmen Luftstrom.

Es gelingt ihm zwar tatsächlich, einen sehr breiten und natürlichen Wind zu erzeugen, und das noch dazu bei niedriger Geräuschkulisse.

Auf das Jahr gesehen läuft so ein Ventilator dann aber doch nur eine begrenzte Zeit, und ein gewisses Surren ist auch beim GreenFan immer noch zu hören.

Ebenfalls wichtig: Eigentlich bin ich jemand, der empfindlich auf Lautstärke im Büro beziehungsweise bei Technik reagiert. Aber bei Ventilatoren hat es mich noch nie so gestört, wohl auch aufgrund der meist zuverlässigen Gleichmäßigkeit des Geräuschs.

Insgesamt hat der GreenFan also durchaus einige nennenswerte Besonderheiten für seine hohen Anschaffungskosten zu bieten, wozu auch der geringe Stromverbrauch zählt.

Für mich persönlich wiegen seine Vorteile aber am Ende nicht schwer genug, um einen Kauf zu rechtfertigen.

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