Eine Woche mit dem Vivo X500 Pro Max und auf meinem Smartphone liegen plötzlich jede Menge Tierfotos. Ich wollte das mitgelieferte Fotografie-Kit ausprobieren – und mochte gerade das kleinere Aufsteckobjektiv danach kaum noch abnehmen.
Schon ohne Zubehör liefert die Kamera richtig schöne Ergebnisse. Dazu kommen viel Leistung, eine sehr lange Akkulaufzeit und eine saubere Benutzeroberfläche.
Der Haken ist der Preis: Schon das günstigste Modell kostet 1.599 Euro. Mein Testgerät mit einem Terabyte Speicher liegt sogar bei 2.199 Euro. Wer einfach nur ein schnelles Smartphone sucht, muss nicht so viel ausgeben. Wer dagegen viel fotografiert, bekommt hier ein sehr spannendes Gerät.
Lieferumfang
Der Lieferumfang des X500 Pro Max ist eher übersichtlich. Im Paket liegen:
- SIM-Eject-Tool
- Schnellstartanleitung
- USB-A-auf-USB-C-Kabel
- Schutzhülle aus Silikon
Außerdem ist ab Werk eine Schutzfolie auf das Display aufgebracht. Ein Netzteil fehlt wie inzwischen bei fast allen Herstellern. Da sich das X500 Pro mit bis zu 90 Watt aufladen lässt, benötigt ihr ein entsprechend leistungsfähiges und kompatibles Ladegerät.
Design und Verarbeitung
Mein Testgerät in »Starry Gray« gefällt mir richtig gut. Rund um die große Kamerainsel sitzt eine Struktur aus kleinen Vierecken, darunter setzt der Hersteller auf eine matte Glasrückseite. Dezente Glitzerpunkte reflektieren leicht im Licht, ohne dass das Smartphone ständig funkelt.
Die Verarbeitung passt ebenfalls: Das Vivo fühlt sich sehr hochwertig und solide an.
Mit 228 Gramm ist das Gerät allerdings recht schwer und durch das große Kamerasystem etwas kopflastig. Mich hat das im Alltag nicht gestört.
Mein privates iPhone 18 Pro Max ist ebenfalls schwer und mit meinen Händen konnte ich das Vivo problemlos bedienen. Wer aber ein kompaktes, leichtes Smartphone sucht, ist hier definitiv falsch.
Die zusätzliche Seitentaste wechselt bei langem Drücken zwischen Klingeln und Vibration. Zweimaliges Drücken startet die Taschenlampe. Frei belegen würde ich sie lieber, praktisch ist sie trotzdem.
Das Gehäuse ist nach IP68 und IP69 geschützt, damit ist es wasser- sowie staubdicht und sogar geschützt gegen Dampfstrahlen.
Display
Das 6,85 Zoll große OLED-Display löst mit 1.440 × 3.168 Pixeln auf und bietet damit eine gute Schärfe. Dank LTPO-Panel wird die Bildwiederholrate variabel zwischen 1 und 144 Hertz angepasst. Die höchste Stufe steht allerdings nur in unterstützten Apps und Spielen zur Verfügung.
Vivo nennt bis zu 4.400 Nits lokale Spitzenhelligkeit und bis zu 2.000 Nits vollflächige Helligkeit. Wichtig für euch: Die lokale Spitze wird nur in HDR-Videos und auf kleinen Teilen des Bildschirms bereit.
Wesentlich wichtiger ist die vollflächige Helligkeit – die braucht ihr nämlich draußen, wenn die Sonne scheint. Die hat im Test gepasst, auch bei hellem Sonnenlicht konnte ich die Bildschirminhalte gut ablesen. Und bei einem Kamera-Handy ist das nochmals wichtiger, schließlich möchte man ja das Motiv erkennen, das man ablichtet.
Unter dem Display sitzt ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor. Der reagiert sehr schnell und arbeitet auch mit feuchten oder schmutzigen Fingern zuverlässig.
Prozessor und Speicher
Vivo setzt beim X500 Pro Max auf den neuen Dimensity 9600 Pro-Chipsatz, den wir auch vom Oppo Find X10 Pro Max kennen. Zusammen mit den zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher und dem flotten UFS 4.1-Gerätespeicher liefert die Hardware viel Leistung.
Geekbench CPU Single Core
Vivo X500 Pro Max
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Das System fühlt sich schnell an und auch anspruchsvolle Spiele wie »Where Winds Meet« laufen auf hoher Grafikstufe völlig flüssig. Auch Multitasking klappt dank genügend Arbeitsspeicher reibungslos.
Mein Testgerät besitzt ein Terabyte Speicher. Wer weniger Platz für Fotos, Videos und Spiele braucht, kann Geld sparen und zur kleineren 256- oder 512-Gigabyte-Variante greifen.
Beachtet aber, dass sich der Gerätespeicher nicht erweitern lässt. Überlegt also vor dem Kauf, wie viel für euch sinnvoll ist.
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Akkulaufzeit
In der europäischen Version steckt ein kleinerer Akku: 6.750 statt der 8.000 Milliamperestunden des chinesischen Modells.
Davon lässt sich das Handy allerdings nicht beirren und liefert in meinem Akku-Benchmark ab! Bei PCMark erreicht das Vivo 27 Stunden und 46 Minuten. Damit landet es direkt auf Platz zwei der fünf ausdauerndsten Smartphones, die ich bislang getestet habe. Für ein Flaggschiff mit dieser Leistung ist das ein richtig gutes Ergebnis.
PCMark Akku-Benchmark
Vivo X500 Pro Max
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Damit liegt Vivo etwas hinter dem Oppo Find X10 Pro Max – wobei der Konkurrent auch einen etwas größeren Akku besitzt.
Geladen wird mit bis zu 90 Watt per Kabel oder 40 Watt kabellos. Keine rekordverdächtige Geschwindigkeit, aber im Alltag ausreichend, um das Handy zügig aufzuladen.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich wie schon beim Oppo: Auch das Vivo besitzt keine integrierten Magnete für kabelloses Laden oder entsprechendes Zubehör. Im Hinblick auf den hohen Preis wäre das ein nettes Ausstattungsmerkmal gewesen.
Kamera
Die Kamera ist für mich einer der Hauptgründe, sich das X500 Pro Max näher anzusehen. Wie das Oppo Find X10 Pro Max gehört auch das Vivo zu den besten Kamera-Handys, die ich bislang getestet habe.
Vivo kombiniert zwei 50-Megapixel-Kameras für Hauptkamera und Ultraweitwinkel mit einer 200-Megapixel-Telekamera. Letztere bietet 85 Millimeter äquivalente Brennweite.
Drei 200-Megapixel-Sensoren wie beim Oppo gibt es hier nicht. Für richtig gute Fotos braucht das Vivo die aber offensichtlich auch nicht.
Fotos bei Tageslicht
Bei Tageslicht macht das Vivo detailreiche Aufnahmen mit schönen Farben, Kontrasten und hohem Dynamikumfang. Landschaften, kleinere Details und weiter entfernte Motive habe ich damit gern fotografiert.
Die Hauptkamera mit 24 Millimetern Brennweite ist meine Ausgangsbasis. Der Ultraweitwinkel mit 15 Millimetern bringt mehr von einer Landschaft ins Bild. Beide besitzen Autofokus. Die Hauptkamera nutzt Sonys LYTIA L910-Sensor mit LOFIC-Technik.
Kurz erklärt: Was ist LOFIC?
LOFIC steht für »Lateral Overflow Integration Capacitor«. Vereinfacht gesagt, bekommen die Sensorpixel einen zusätzlichen Speicher für elektrische Ladung. Bei sehr hellen Bildbereichen nimmt dieser überschüssige Ladung auf. Das ermöglicht dann einen größeren Dynamikumfang: So bleiben im besten Fall sowohl in hellen als auch in dunklen Bildbereichen mehr Details sichtbar.
Beispielaufnahmen bei Tag:
Für die obere Galerie habe ich das Zeiss-Bildprofil »Naturfarbe« verwendet. Die Kamera-App bietet zahlreiche weitere Profile. Falls euch diese Abstimmung nicht gefällt, könnt ihr einen anderen Look wählen.
Das Tele nutzt einen 1/1,4-Zoll-Sensor mit 200 Megapixeln und optischer Stabilisierung. Mit Hauptkamera und Tele sind mir schöne, detailreiche Aufnahmen gelungen:
Fotos bei wenig Licht
Auch bei wenig Licht gefällt mir das Vivo richtig gut – mit allen drei rückseitigen Kameras. Ich muss abends also nicht automatisch zur Hauptkamera wechseln, um ein gutes Ergebnis zu bekommen.
Gegenüber meinem privaten iPhone 18 Pro Max haben mich die Lowlight-Fotos vor allem bei Ultraweitwinkel und Zoom stärker überzeugt.
Beispielaufnahmen bei wenig Licht:
Zwischen Vivo und Oppo fällt mein Urteil weniger eindeutig aus. Manche Oppo-Aufnahmen wirkten auf mich etwas detailreicher, beim Vivo gefielen mir teilweise die Farben besser. Beide spielen für mich ganz weit vorne mit.
Kamera-App
Die App bietet viele Einstellungen und Farbprofile. Mir gefällt, dass ich den Look an meine Vorlieben anpassen kann. Wer gern experimentiert, bekommt dafür reichlich Möglichkeiten.
Für ein schönes Foto muss ich aber nicht sämtliche Regler durcharbeiten. Das Vivo funktioniert auch dann gut, wenn man einfach ein Motiv festhalten möchte.
Frontkamera
Bei gutem Licht macht die 50-Megapixel-Frontkamera schöne, detailreiche Selfies. Ein Autofokus ist ebenfalls vorhanden.
Wenn das Licht nachlässt, fällt die Qualität sichtbar ab. Die Rauschunterdrückung greift stärker ein, feinere Details gehen verloren. Insgesamt finde ich die Frontkamera gut, die rückseitigen Kameras überzeugen mich bei wenig Licht aber mehr.
Bei weniger Licht verliert die Frontkamera spürbar an Schärfe und Details. (Bildquelle: GameStar Tech)
Fotografie-Kit: Das 200er wollte ich kaum noch abnehmen
Mein bereitgestelltes Testpaket enthält auch das Fotografie-Kit: eine Hülle, verschiedene Adapter, einen Kameragriff und zwei Aufsteckobjektive für 200 und 400 Millimeter äquivalente Brennweite.
Die Telekonverter erweitern die vorhandene Telekamera. Die Brennweiten beziehen sich auf die Kombination aus Smartphone-Kamera und Aufsatz. Das kleinere Modell bringt 200mm, das größere 400mm. In der Kamera-App wird die passende Telekonverter-Funktion aktiviert.
Das 200-mm-Objektiv ist mein Favorit
Das kleinere Objektiv habe ich unter anderem im Tierpark eingesetzt und damit viele schöne Tierfotos gemacht. Auch mit zusätzlichem Digitalzoom auf etwa 400 Millimeter gelangen mir noch gute Aufnahmen aus der Hand. Ganz ohne Ausschuss ging es nicht. Wenn das Licht schwächer wurde oder ich etwas gezittert habe, war gelegentlich ein verwackeltes Bild dabei. Insgesamt konnte ich mit dieser Kombination aber gut frei fotografieren.
Besonders gefallen haben mir die Detailaufnahmen. Bei einem Reh konnte ich das Auge und die feinen Haare im Fell drumherum festhalten. Bei Porträts und anderen Motiven wurde der Hintergrund schön unscharf.
Genau das macht für mich einen Teil des Reizes aus: Die Unschärfe entsteht durch die Optik und muss nicht erst von einem Porträtmodus berechnet werden. Solche Aufnahmen haben mir richtig viel Spaß gemacht.
Beim 400er hilft eine ruhige Hand
Das größere Objektiv holt entfernte Motive noch näher heran. Gleichzeitig wird es schwieriger, das Bild ruhig zu halten. Bei gutem Licht gelangen mir scharfe Freihandaufnahmen. Wenn die Bedingungen schlechter werden, hilft es, Hand oder Körper abzustützen. Ein Stativ ist ebenfalls sinnvoll, besonders bei zusätzlichem Digitalzoom.
Eine grundsätzliche Stativpflicht würde ich daraus nicht machen. Mit dem 200er konnte ich aber entspannter aus der Hand fotografieren. Beim 400er ist das Risiko einer verwackelten Aufnahme größer.
Beispielaufnahmen mit externem Telekonverter:
Der Kameragriff macht den Unterschied
Mit dem Griff kann ich den Auslöser zum Fokussieren halb herunterdrücken, über eine Wippe zoomen und weitere Tasten mit Kurzbefehlen belegen. Wichtige Funktionen liegen direkt unter den Fingern, statt dass ich alles auf dem Display bediene.
Zusammen mit einem Objektiv fühlt sich das deutlich mehr nach Kamera an. Den Griff kann ich aber auch ohne Telekonverter mit den eingebauten Kameras benutzen. Mit montiertem Objektiv wird das Vivo zu einem ordentlichen Klopper. In meine normale Jackentasche passt die Kombination nicht mehr. Getrennt lassen sich die Aufsätze vergleichsweise gut verstauen.
Für Schnappschüsse braucht ihr das Set nicht. Wer bewusst mit Brennweiten arbeitet, bekommt aber eine Erweiterung, die mir viel Freude gemacht hat.
Lautsprecher
Die Stereolautsprecher sind nicht die lautesten, die ich bislang gehört habe. Die Qualität ist aber ordentlich. Für Podcasts und Videos reicht mir der Sound aus.
Im Vergleich zum Oppo klingt das Vivo etwas voller, dafür aber auch etwas dumpfer. Immerhin ist ein bisschen Volumen vorhanden: So dünn wie bei vielen anderen Smartphones wirkt der Klang nicht.
Konnektivität
Bei den Anschlüssen und Funkstandards ist das Vivo modern ausgestattet:
- 5G
- WiFi 7
- Bluetooth 6.0
- NFC
- USB-C mit USB 3.2
- Infrarot-Blaster (Handy als Fernbedienung)
Betriebssystem und Updates
Android 17 mit OriginOS 7 arbeitet schnell und ist auf meinem Testgerät erfreulich aufgeräumt. Während ich beim Oppo viele Drittanbieter-Apps aussortieren musste, findet sich hier lediglich Facebook als zusätzliche App. Damit kann ich deutlich besser leben.
Abseits von Gemini sind die KI-Funktionen bei Vivo ein bisschen versteckt und der Hersteller wirbt nicht so offensiv damit, wie es viele andere tun. Die KI-Features finden wir einerseits in der Kamera- und Foto-App – vor allem zur Nachbearbeitung. Ansonsten gibt es in den Bedienungshilfen unter anderem Features wie KI-Untertitel.
Insgesamt wirkt dieser Bereich aber deutlich zurückhaltender als etwa bei Samsung oder Oppo.
Vivo verspricht fünf Jahre Betriebssystem-Upgrades und sieben Jahre Sicherheitsupdates. Das ermöglicht eine lange und vor allem sichere Nutzungsdauer – ein Android-Update mehr wäre aber schön gewesen.
Für wen lohnt sich das Vivo X500 Pro Max?
Das Vivo lohnt sich für euch, wenn …
- … ihr eine vielseitige Kamera für Tageslicht und wenig Licht sucht.
- … ihr mit Einstellungen, Brennweiten und dem optionalen Fotozubehör experimentieren möchtet.
- … euch eine lange Akkulaufzeit, viel Leistung und saubere Software wichtig sind.
Weniger gut passt es, wenn …
- … ihr ein kompaktes, leichtes Smartphone sucht.
- … ihr hauptsächlich Schnappschüsse macht oder nur viel Leistung braucht.
- … euch der hohe Anschaffungspreis zu weit geht.
Alternativen
- Oppo Find X10 Pro Max: Bei manchen Lowlight-Fotos etwas detailreicher, im PCMark mit 30 Stunden und 37 Minuten ausdauernder. Dafür gefällt mir die sauberere Software des Vivo besser.
- Apple iPhone 18 Pro Max: Interessant, wenn ihr bei iOS bleiben möchtet. Bei meinen Fotos mit wenig Licht überzeugte mich das Vivo aber stärker.
- Poco F9 Ultra: Für Leistung und Ausdauer einen Blick wert. Im PCMark lag es mit 27 Stunden und 23 Minuten knapp hinter dem Vivo. Kompromisse gibt es unter anderem bei Bloatware und nur vier großen Android-Updates.
Fazit
Das Vivo X500 Pro Max ist ein exzellentes Flaggschiff. Zusammen mit dem Oppo gehört es zu meinen bisherigen Favoriten unter den Kamera-Handys. Abseits der Kamera liegt das Vivo für mich leicht vorne, gerade wegen der aufgeräumten Oberfläche und der um ein Jahr längeren Versorgung mit Sicherheitsupdates.
Das Fotozubehör verstärkt meine Begeisterung. Mit dem 200er sind Bilder entstanden, die mir im Gedächtnis bleiben. Zusätzliche Brennweiten, natürliche Hintergrundunschärfe und Kameragriff machen Lust, bewusst fotografieren zu gehen. Eine Systemkamera ersetzt das nicht automatisch, für manche Fotoausflüge würde mir die Kombination aber reichen.
Der größte Haken bleibt der Preis. Schon 1.599 Euro für die Version mit 256 GB sind eine Menge Geld, mein getestetes 1-TB-Modell kostet sogar 2.199 Euro. Wer nur ein schnelles Smartphone sucht, muss nicht so viel ausgeben. Wer seine Kamera intensiv nutzt und Freude an dem Zubehör hat, bekommt hier aber ein Gerät, mit dem das Fotografieren richtig viel Spaß macht.


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