Warnung vor Hacking-Mails - Erpresser drohen Opfern mit angeblichen Porno-Aufnahmen

Aktuell machen e-Mails von Hackern im Netz die Runde, bei denen Erpresser behaupten, Split-Screen-Videos ihrer Opfer beim Konsum von Web-Pornos gemacht zu haben.

von Sara Petzold,
14.07.2018 09:00 Uhr

Hacker versuchen derzeit mit einer neuen Masche, arglose Opfer zur Zahlung einer Geldsumme zu bewegen.Hacker versuchen derzeit mit einer neuen Masche, arglose Opfer zur Zahlung einer Geldsumme zu bewegen.

Die klassischen Prinz-aus-Nigeria-Spammails sind out - Hacker versuchen aktuell, arglose Opfer via e-Mail direkt zu erpressen. Wie Heise berichtet, gehen die Kriminellen dabei folgendermaßen vor: Sie behaupten, das Opfer beim Besuch einer Porno-Webseite mit Malware infiziert und dabei Splitscreen-Aufnahmen mithilfe von deren Webcam aufgenommen zu haben. Diese wiederum sollen dann angeblich sowohl das Opfer als auch das (pornografische) Geschehen auf dem Bildschirm zeigen.

Echtes Passwort soll für Glaubwürdigkeit sorgen

Um ihrer Erpressung Glaubwürdigkeit zu verleihen, schicken die Hacker dem Opfer ein echtes, von ihm genutztes Passwort, das sie vermutlich als Inhalt einer Passwort-Datenbank im Darknet gekauft haben. Auf diese Weise hoffen sie, das Opfer genügend einschüchtern zu können, um es zur Zahlung des geforderten Geldbetrags zu bewegen.

Das Darknet - Mehr als nur illegaler Schwarzmarkt

Letzterer variiert offenbar in der Höhe, soll aber in Bitcoin an die Erpresser gezahlt werden. Kommt das Opfer der Forderung nicht innerhalb eines Tages nach, drohen die Hacker damit, den angeblichen Videomitschnitt an sämtliche Facebook-, e-Mail- und sonstige Messenger-Kontakte des Opfers zu schicken, auf die sie ebenfalls Zugriff erlangt haben wollen.

Hacker spekulieren auf Angst der Opfer

Um zusätzlich Druck auf das Opfer auszuüben, behaupten die Erpresser schließlich, einen Tracking-Pixel in die e-Mail eingebaut zu haben. Mit diesem wollen sie feststellen können, ob das Opfer die e-Mail tatsächlich gelesen hat - im Anschluss soll dann die Zahlungsfrist beginnen. Heise hat bei der Prüfung der e-Mails allerdings keinen derartigen Mechanismus vorfinden können.

Verschärfte USK-Freigaben - Wenn Erotikspiele Grenzen überschreiten

Die Masche der Erpresser spielt ganz offensichtlich mit der Angst der Opfer und der Wahrscheinlichkeit, dass dieses tatsächlich pornographisches Material konsumiert haben könnte. Dem Bericht von Heise zufolge sollen die Erpresser in Einzelfällen mit ihrer Methode bereits Erfolg gehabt haben - ein Opfer zahlte anscheinend 2500 Euro an die Hacker.

Wer selbst eine derartige e-Mail erhält, sollte auf keinen Fall zahlen - selbst dann nicht, wenn er tatsächlich regelmäßiger Nutzer einschlägiger Webseiten ist. Stattdessen lautet das Gebot der Stunde: Passwörter ändern, die Hacker ignorieren und gegebenenfalls bei der Polizei Anzeige erstatten.

Hardware-Tipps - Mit System-Tools mehr über die eigene Hardware erfahren 6:00 Hardware-Tipps - Mit System-Tools mehr über die eigene Hardware erfahren


Kommentare(80)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen