Ein Reddit-Nutzer hat sich mit einem Problem an die Community gewandt, das vermutlich jeder Nutzer eines mobilen Rechners bereits erlebt hat. Ihr sitzt vielleicht gemütlich im Café und arbeitet an eurem Laptop.
Irgendwann lehnt ihr euch entspannt zurück und euer Blick wandert in die untere Ecke des Bildschirms. Das Betriebssystem zeigt noch 52 Prozent Restladung und direkt darunter noch eine Laufzeit von 1 Stunde und 51 Minuten.
Doch kaum habt ihr zwei Absätze geschrieben und vielleicht kurz das Mailprogramm aktualisiert, schlägt die Realität zu. Der Ladestand ist innerhalb von zwei Minuten um 1 Prozent gesunken, doch die Zeitprognose bricht regelrecht ein. Plötzlich stehen dort nur noch 1 Stunde und 36 Minuten. In nur 120 Sekunden hat das System also 15 Minuten Laufzeit verloren.
Ist der Akku vielleicht defekt?
Was sich im ersten Moment wie ein technischer Defekt oder ein rasant alternder Akku anfühlt, ist bei näherer Betrachtung nur ein logisches Zusammenspiel aus Chemie und Mathematik. Um zu verstehen, warum diese Zahlen so sprunghaft agieren, müsst ihr euch von der Vorstellung lösen, dass die Zeitangabe eine feste Größe ist. Während die Prozentanzeige den aktuellen Füllstand des Akkus beschreibt, ist die Zeitangabe nicht mehr als eine Hochrechnung.
Das Betriebssystem misst kontinuierlich die Stromstärke, die in diesem exakten Moment aus den Lithium-Ionen-Zellen gesaugt wird. Wenn nun im Hintergrund vielleicht ein Update startet, ihr die Helligkeit des Displays erhöht oder der Prozessor kurz hochdreht (was ja ständig passiert), steigt der Energiebedarf sprunghaft an.
Die Software nimmt diesen Momentanverbrauch und projiziert ihn dann stur auf die gesamte Restkapazität. Das Ergebnis ist eine deutliche Korrektur der Laufzeit nach unten. Beruhigt sich das System wieder und die Last sinkt, klettert die Zeitangabe oft ebenso schnell wieder nach oben, obwohl die Prozentanzeige weiter stetig fällt.
Die Laufzeit ist nicht mehr als eine Schätzung
Ein weiterer Faktor liegt in der Kommunikation zwischen der Akku-Elektronik und dem Betriebssystem. Den Stand eines Akkus kann man nicht einfach ablesen wie einen Behälter, der mit einer Flüssigkeit gefüllt ist. Die Elektronik schätzt die Kapazität anhand der Zellspannung, die allerdings unter Last leicht schwankt.
Die Prozentanzeige wird meist geglättet, um den Nutzer nicht zu verunsichern. Bei der Zeitprognose sieht das etwas anders aus. Sie wird deutlich nervöser programmiert, da sie den Nutzer rechtzeitig warnen soll, falls die aktuelle Arbeitsweise den Akku schneller leert als erwartet.
Bleibt euer Laptop zu Hause auch häufig am Netzteil angestöpselt? Wenn ja, solltet ihr mal einen Blick in meinen Artikel Mein Laptop hängt immer am Strom - aber nie ohne diese eine Einstellung
werfen.
Fazit
Letztlich ist die Zeitangabe also kein Versprechen, sondern nicht mehr als eine Momentaufnahme. Wenn ihr beim Arbeiten die Helligkeit nur um zwei Stufen reduziert oder ein paar Browser-Tabs schließt, werdet ihr bemerken, dass die gestohlene
Zeit oft ebenso schnell wieder zurückkehrt.
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