Web-Erfinder Tim Berners-Lee - Angriff auf Amazon, Facebook & Google mit Solid

Der Erfinder des World-Wide-Web, Tim Berners-Lee, hat das Startup Inrupt vorgestellt, das mit einem Konzept namens Solid die Privatsphäre der Nutzer schützen soll.

von Georg Wieselsberger,
01.10.2018 07:25 Uhr

Solid greift das Konzept an, mit dem große Unternehmen mit Nutzerdaten Geld verdienen. (Bildquelle: Inrupt)Solid greift das Konzept an, mit dem große Unternehmen mit Nutzerdaten Geld verdienen. (Bildquelle: Inrupt)

Das Konzept von Solid war rund 15 Jahre lang in Arbeit und soll nun über das Startup Inrupt tatsächlich umgesetzt werden. Sir Tim Berners-Lee, bekannt als Erfinder des World Wide Web, hat alle seine anderen Tätigkeiten für diesen Zweck ruhen lassen. Solid soll als Plattform für die nächste Generation an Apps und Diensten den Internet-Nutzern wieder die Kontrolle über ihre eigenen Daten geben.

Basis ist ein sogenannter Pod (Persönlicher Online-Datenspeicher), in dem ein Nutzer alle seine persönlichen Informationen aufbewahrt. Wer auf diese Daten zugreifen kann, liegt vollkommen in der Hand der Besitzer eines Pods. Für jede einzelne Solid-App und jeden Solid-Dienst kann genau bestimmt werden, welchen Bereich der Daten verwendet werden dürfen und welche nicht. Neu erstellte Daten eines Dienstes gehören ebenfalls zum Pod.

Das Darknet - Mehr als nur illegaler Schwarzmarkt

Wechselt ein Nutzer dann einen Anbieter oder die Software, werden die Verbindungen zu den ehemals genutzten Produkten einfach gekappt und für die neuen eingerichtet. Aufgrund der Kontrolle können in einem Pod laut Berners-Lee auch sehr persönliche Daten, beispielsweise über die eigenen Kinder oder den Gesundheitszustand, gesichert werden. Aber auch die Daten, die bisher bei Diensten wie Google Drive, Outlook, Slack, Spotify oder Whatsapp verwendet werden.

GameStar Plus: Datenschutz in Spielen - Ein Datenschatz zum Zugreifen

In einem Gespräch mit FastCompany wurde Berners-Lee auch darauf hingewiesen, dass die aktuellen Giganten des Web die Kontrolle über Nutzerdaten nicht kampflos aufgeben werden.

"Wir reden nicht mit Facebook und Google darüber, ob wir eine komplette Änderung einführen, die alle ihre Geschäftsmodelle über Nacht total auf den Kopf stellt. Wir fragen nicht nach ihrer Erlaubnis."

Interessierte Nutzer können sich schon jetzt einen Pod einrichten, entweder bei Inrupt, das durchaus kommerzielles Interesse verfolgt, oder direkt über die Solid-Community. In beiden Fällen ist das Einrichten kostenlos. Apps und Dienste gibt es allerdings noch nicht, da eben erst der Startschuss für das Konzept gefallen ist. Auch die Solid-Community selbst ist noch eine Art Baustelle.

Die besten Grafikkarten für Spieler

Updates unter Windows 10 - Tipps für mehr Kontrolle 5:15 Updates unter Windows 10 - Tipps für mehr Kontrolle


Kommentare(77)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen