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Wer hat eigentlich entschieden, dass wir WASD zum Laufen benutzen? Alles begann 1986

Vier Tasten, die jeder PC-Spieler im Schlaf trifft – und kaum jemand weiß, warum gerade diese.

Der Klassiker Dark Castle setzte als erstes Spiel auf die Kombination von WASD plus Maus. Der Klassiker Dark Castle setzte als erstes Spiel auf die Kombination von WASD plus Maus.

WASD ist heute so selbstverständlich, dass kaum noch jemand danach fragt: links die Hand auf den vier Tasten, rechts die Maus zum Zielen. Dabei war dieses Schema lange überhaupt nicht gesetzt – und der erste Auftritt fand nicht einmal auf einem PC statt.

1986: Ein Mac-Spiel macht den Anfang

Die früheste bekannte Kombination aus WASD und Maus stammt aus einem Spiel, das die meisten von euch vermutlich nie gespielt haben: Dark Castle, ein 1986 erschienener Plattformer für den Macintosh. Die Tasten W, A, S und D steuerten dort die Bewegung, während die Maus fürs Zielen und Werfen zuständig war – also genau die Aufteilung, die heute Standard ist.

Designt und animiert wurde Dark Castle von Mark Pierce, programmiert von Jonathan Gay – jenem Jonathan Gay, der später die Software Macromedia Flash entwickelte und damit das Internet der 90er und 2000er maßgeblich prägte.

Und es gibt noch eine zweite spannende Verbindung: Für die Apple-IIGS-Umsetzung wandelte ein gewisser John Romero die monochrome Mac-Grafik in 16-Farben-Optik um. Derselbe Romero, der wenige Jahre später Doom mitgestalten sollte.

Ganz so eindeutig ist die Erfinderfrage trotzdem nicht: Dark Castle gilt als erstes Spiel, das WASD mit der Maus kombinierte, während rein tastaturbasierte Vorläufer noch weiter zurückreichen: Telengard von 1982 könnte das erste Spiel mit WASD-Tasten gewesen sein, und schon Wizardry nutzte 1981 die Tasten A, W und D für die Bewegung in einem Dungeon.

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Jahrelang regierten die Pfeiltasten

Dass WASD sich nicht sofort durchsetzte, hatte einen simplen Grund: eine Maus war Luxus! In den frühen 90ern hatten viele PCs gar keine Maus – und wenn doch, fraß der nötige Treiber kostbaren Arbeitsspeicher. Entsprechend siedelten die großen Shooter ihre Steuerung auf die Pfeiltasten – prominente Beispiele sind Wolfenstein 3D oder Doom.

Bekannt gemacht hat WASD am Ende eine Esport-Legende: Dennis »Thresh« Fong, einer der besten Quake-Spieler seiner Zeit. Mit der linken Hand auf WASD konnte er schneller die Waffe wechseln, mit dem Daumen die Leertaste erreichen und mit dem kleinen Finger Shift oder Strg bedienen – ein Vorteil, den die Pfeiltasten schlicht nicht boten.

1997 gewann Fong das erste landesweite Quake-Turnier, Red Annihilation, und nahm als Preis den Ferrari 328 GTS von id-Mitgründer John Carmack mit nach Hause. Damit war er der erste echte Star der Szene.

Den Titel des Erfinders weist Fong allerdings selbst von sich. Gegenüber PC Gamer sagte der inzwischen 49-jährige Hongkonger:

»Ich nehme die Erfindung sicher nicht für mich in Anspruch. Ich bin darüber gestolpert. Sicher haben andere es auch benutzt, einfach weil es sich bequem anfühlte.«

Vom Profi-Geheimtipp zur Voreinstellung dauerte es dann noch ein paar Jahre: Carmack packte Threshs Konfiguration zwar in Quake 2, doch beim Release 1997 waren die Pfeiltasten dort noch immer die Standardbelegung.

Der eigentliche Wendepunkt kam 1998 mit Half-Life: Die Quake- und Doom-Spieler bei Valve machten WASD zur Standardsteuerung. Und spätestens als World of Warcraft 2004 Millionen neue Spieler an den PC holte, war die Sache endgültig geritzt.


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