Ich habe das Jahr 2025 zu großen Teilen damit verbracht, Hades 2 zu komplettieren. Den ersten Teil fand ich schon super, doch richtig Klick gemacht hat es bei der Fortsetzung. Seit ich dort mit allem durch bin, dürstet es mich nach mehr. Als hätte ich es selbst herauf beschworen, kommt mit Vaewolf nächstes Jahr vielleicht genau das, was ich brauche.
Die Parallelen sind schon beim ersten Blick auf das Action-Roguelike offensichtlich: Look und Spielprinzip orientieren sich stark am großen Vorbild von Supergiant. Entwickler Milky Tea will aber etwas Würze in die Sache bringen, indem mir drei verschiedene Formen für meinen Charakter aufgetischt werden: ein Standard-Elf, ein Vampir und ein Werwolf.
Ich habe den ersten Level von Vaewolf bereits gespielt und bin vorsichtig optimistisch.
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Weltpremiere Vaewolf: Das Hades mit Vampir-Werwölfen verlangt euch all eure Action-Skills ab
Zwischen Wikinger-Werwölfen und Rache-Vampiren
Ich schlüpfe in die Rolle eines mächtigen Hybriden mit großen Ambitionen. Das Intro verrät, dass mein Dorf samt Familie von Wikinger-Werwölfen niedergemäht wurde, als ich noch ein Elfen-Kind war. Doch statt mich auch zu töten, infizierten sie mich mit dem Werwolf-Fluch. Ein Zauberer namens Valtyr fand mich im Wald und nahm mich unter seine Fittiche, um mich für meinen Rachefeldzug am Wikingerkönig Bloodaxe fit zu machen.
Doch weil ich als langweiliger Werwolf möglicherweise zu schwach war, verwandelte mich der Lehrling des Zauberers kurzerhand auch noch in einen Vampir. Man wollte auf Nummer Sicher gehen.
Aber bevor ich Bloodaxe jetzt als ausgewachsener Fabelwesen-Hybrid konfrontieren kann, muss ich ihn erst einmal finden. Und dafür tingle ich durch die Welt von Cumbria, die von Krieg und Elend zerfressen ist. Der erste Halt ist Ravenglass, ein Dorf, das von Wikinger-Räubern überrannt wurde. Für mich kein Problem, ich mache kurzen Prozess mit den Schuften und schaffe mir damit einen sicheren Hafen.
Hierhin kehre ich zurück, wenn ich im Kampf falle, erlerne neue Fähigkeiten und schalte Modifikatoren frei. Ein paar NPCs zum Quatschen gibt es auch. Darunter meine Trainerin Avery, die mich in einer Tour wissen lässt, dass sie mich nicht leiden kann. Irgendwie habe ich im Gefühl, dass sich das im Laufe des Spiels ändern könnte.
Gekloppe auf drei Arten
Genug gesäuselt, ich will mich prügeln! Valtyr schickt mich als erstes in die Eskdale-Wälder, die nicht nur vor Wikingern wimmeln, sondern auch von Hexen beherrscht werden.
Wie auch in Hades betrete ich mehrere kleine Arenen nacheinander, die zahlreiche Wellen an Gegnern auf mich loslassen. Mal bekomme ich es mit Bogenschützen zu tun, mal mit giftspuckenden Kräuterhexen oder bulkigen Werwölfen. Um mich adäquat um jeden Gegner zu kümmern, wechsle ich zwischen meinen drei Formen unbegrenzt hin- und her. Als Elf ballere ich Pfeilsalven aus sicherer Distanz, als Werwolf breche ich Schilde und Rüstung im Nahkampf und als Vampir schwinge ich eine Peitsche.
Nachdem ich eine Arena abgeschlossen habe, bekomme ich Belohnungen in Form von Glücksbringern und Runen, mit denen ich meinen Build für diesen Run anpasse. So füge ich bestimmten Angriffen zum Beispiel Feuerschaden zu oder booste mich, wenn ich zwischen meinen Formen wechsle. Wenn ich meine Boni schlau kombiniere, kann aus mir ein richtig gefährlicher Bub werden.
Oder aber ich beiße schneller ins Grab als ich gucken kann und dann geht's zurück nach Ravenglass. Bestimmte Ressourcen, die ich bei meinen Kämpfen eingesackt habe, nehme ich aber mit und tausche sie hier gegen neue Kampfmoves von Avery ein oder kaufe mir Modifikatoren, die mir mehr Gesundheit oder andere Hilfen für meine Runs bescheren.
Dadurch steigen meine Chancen auf einen erfolgreichen Run jedes Mal ein bisschen mehr, bis ich es dann endlich zum Gebietsboss schaffe. Am Ende von Eskdale warten drei Hexen auf mich, die irgendwie miteinander verwandt zu sein scheinen, aber so genau habe ich nicht nachgefragt.
Ich sollte meine Form mal wechseln, oder?
Der Bosskampf ist so gestaltet, dass ich zunächst nur gegen Hexe Nummer 1 kämpfe. Irgendwann kommt Hexe Nummer 2 dazu, dann Hexe Nummer 3. Alle teilen sich die gleiche Lebensleiste. Das bedeutet, ich kann mich nicht erst einer Dame entledigen, um dann nur noch mit zweien jonglieren zu müssen. Jede setzt auf ihr eigenes Moveset und ich muss Angriffe und Ausweichmanöver richtig timen, um nicht in die Zange genommen zu werden.
In meiner Anspiel-Session habe ich es zwei Mal zum Boss geschafft und dabei ist mir eine Sache schmerzlich klar geworden. Beim ersten Mal habe ich gut die Hälfte ihrer Lebensleiste weggekloppt, allerdings nur in meiner Bogenschützen-Elfen-Form. Da dachte ich »Vielleicht geht's ja schneller, wenn ich mal wechsle« und ich hätte nicht weiter daneben liegen können. Nur wenige Momente später sackte mein Werwolf leblos in sich zusammen.
Ist der Formwechsel vielleicht einfach nur ein Gimmick?
Beim zweiten Mal wollte ich es also genau wissen. Ich nahm mir vor, den gesamten Run nur in einer Form zu spielen. Und tatsächlich wurde das Spiel deutlich leichter, wenn ich mich auf Pfeil und Bogen beschränkte und jeglichen Körperkontakt mit Feinden mied.
Auch die drei Hexen ließen sich als Elf am Besten auf Abstand halten und so bezwang ich Eskdale weder als Vae noch als Wolf, sondern als popeliger Normalo-Elf. Dieses doofe Vampir-Ritual aus dem Intro hätten wir uns also sparen können.
Das kleine Aber
Das ist die Stelle, an der ich noch verhalten bin. Vaewolf leiht sich so viel von dem fantastischen Hades und setzt dies auch ziemlich gut um. Hier erfindet Vaewolf aber nichts neu.
An dem Punkt, an dem das Spiel etwas eigenes in die Mischung bringt, hakelt es noch. Ich kann zwar durch Runen und Glücksbringer bestimmte Formen verstärken oder den Wechsel zwischen ihnen etwas attraktiver machen, aber wirklich notwendig ist das nicht. Und selbst, wenn ich meinen Build genau darauf ausrichte, ist es zumindest in diesem ersten Wald-Level noch klüger, einfach in der Elfenform zu bleiben.
Fairerweise kann das auch schlichtweg daran liegen, dass die Demo nur den Anfang des Spiels abdeckt. Also den Teil, in dem ich als Spielerin erst einmal alles kennenlernen und mich mit den Mechaniken vertraut machen soll. Vielleicht ist es also gewollt, dass die Gegner hier noch nicht so viel drauf haben und der Formwechsel wird erst im späteren Verlauf so richtig wichtig.
Aber was es auch ist, ich hoffe Vaewolf hat das nötige Selbstvertrauen, um sich noch ein wenig mehr vom großen Genre-Bruder abzuheben. Denn ich hatte mit der Demo richtig Spaß und hätte gerne noch ein paar Stunden weiter gespielt.
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