Habt ihr schon einmal eine Nachricht auf WhatsApp erhalten, bei der ihr euch zwei Dinge gefragt habt: Wer ist das und woher hat die Person meine Nummer?
In solchen Situationen solltet ihr unbedingt vorsichtig sein. Nicht selten handelt es sich dabei um Betrugsversuche, die 2026 aufgrund von KI gefährlicher denn je sind. Wir erklären euch, wie ihr euch am besten verhalten solltet und welche Nachrichten besonders verdächtig sind.
Update 15.04.2026: Wir haben die Informationen in diesem Artikel aktualisiert:
- Informationen zu Identitätsdiebstahl per KI hinzugefügt.
- Info-Box hinzugefügt, die erklärt, woher Betrüger eure Telefonnummer kennen könnten und wie ihr selbst prüft, ob eure Informationen Teil eines Datenlecks wurden.
Antwortet nicht sofort
Ist die Nachricht echt? Bevor ihr auf eine Nachricht antwortet, ist es entscheidend, deren Echtheit zu überprüfen, um festzustellen, ob es sich um ein wirkliches Anliegen handelt oder möglicherweise um einen Betrugsversuch.
Welche Folgen eine Antwort haben könnte: Eine Antwort von eurer Seite würde im Falle eines Betrugs die Verwendung eurer Nummer bestätigen und könnte somit das Risiko weiterer Betrugsversuche erhöhen.
- Das Sperren der Nummer nach einem solchen Vorfall mag sinnvoll sein, jedoch könnte dies nicht ausreichen, um zukünftige betrügerische Nachrichten von anderen Nummern zu verhindern.
- Deswegen ist es bei Erhalt einer Nachricht von einer unbekannten Quelle äußerst wichtig, diese zunächst sorgfältig auf ihre Echtheit hin zu überprüfen.
Häufige Betrugsmaschen auf WhatsApp
Bei WhatsApp gibt es zwei häufige Arten von Betrugsnachrichten:
- Nachrichten, bei denen der Zweck und Inhalt direkt offensichtlich ist.
- Nachrichten, die darauf abzielen, euer Vertrauen zu gewinnen.
Beispiele für Nachrichten mit betrügerischem Inhalt
Verwandte mit neuer Nummer: Bei einem der häufigsten Betrugsversuche auf WhatsApp gibt der Absender vor, ein Elternteil, Kind oder ein anderes Familienmitglied zu sein.
- Es wird vorgegeben, dass das alte Handy verloren wurde oder dass man die Nummer gewechselt hat.
- Nicht selten fragen die Schwindler anschließend, ob ihr ihnen Geld senden könnt. Zum Beispiel für eine Taxifahrt nach Hause oder für den Kauf einer Guthabenkarte.
Bekannte senden euch einen Link: Ein Familienmitglied oder ein Bekannter sendet euch unter irgendeinem Vorwand eine Nachricht mit einem Link.
- Die Aufforderung, Zugangsdaten für Bankkonten oder andere Dienste einzugeben, ist häufig Teil der Täuschung – ein Phishing-Versuch.
- Da der Link gefälscht ist, gelangen die von uns eingegebenen Benutzernamen und Passwörter direkt in die Hände der Betrüger.
Eine Bank oder ein Versandunternehmen erfordert euer Handeln: Hierbei handelt es sich um eine Variante der vorherigen Vorgehensweise. Eine Bank oder ein Versandunternehmen erfordert zur erneuten Authentifizierung oder wegen eines anderen »Problems« eure Login-Daten. Diese Unternehmen fragen niemals nach euren Anmeldedaten. Hierbei handelt es sich also wieder um einen Phishing-Versuch.
Jobangebote: Ein »Recruiter« schreibt euch auf WhatsApp an und bietet euch ein Stellenangebot an. Wenn ihr euch nie für eine Stelle angemeldet habt, dann solltet ihr solche Nachrichten mit Skepsis gegenüberstehen. Betrüger wollen so eure personenbezogenen Daten abgreifen.
Identitätsdiebstahl: Diese Betrugsmasche ist leider in Zeiten von generativer KI gefährlicher und einfacher denn je. Sollten die Betrüger eure Telefonnummer von einem Daten-Leck erhalten haben, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie anhand diesem auf euer Social-Media-Profil schließen können.
So können sie anhand von Videos, Fotos und anderen Medien vertrauenswürdige Menschen in eurem Umfeld imitieren. Beispielsweise könnte der WhatsApp-Kontakt das Bild von einem Verwandten als Avatar verwenden oder sogar eine Sprachnachricht mit gefälschter Stimme versenden.
Seid 2026 also besonders skeptisch, wenn euch ein bekannter Kontakt plötzlich über eine andere Nummer anschreibt.
Woher haben die überhaupt meine Nummer?
Die Kettenreaktion: Wenn das Handy eines Menschen in eurem Umfeld infiziert wurde oder dessen Account gehackt wurde, haben die Betrüger Zugriff auf dessen gesamtes Adressbuch – und damit auch auf eure Nummer.
Datenlecks und Hacks: Auch im Jahr 2026 sind große Datenbanken von Online-Shops, sozialen Netzwerken oder Apps begehrte Ziele. Wenn ein Dienst gehackt wird, landen Millionen von Telefonnummern im Darknet und werden dort in Listen an Spammer verkauft.
Öffentliche Profile: Habt ihr eine Nummer vielleicht bei LinkedIn, in einem öffentlichen Facebook-Profil oder auf einer »Über mich«-Seite hinterlegt? Bots crawlen das Netz permanent nach dem @-Zeichen oder nach Zahlenfolgen, die wie Handynummern aussehen.
Zufallsgeneratoren: Viele Betrüger nutzen einfache Scripte, die wahllos Nummernkombinationen generieren und prüfen, ob diese bei WhatsApp registriert sind. Erhält ihr ein einfaches »Hallo«, wollen sie oft nur testen, ob am anderen Ende jemand antwortet.
Apps mit zu vielen Berechtigungen: Manche scheinbar kostenlosen Tools oder Spiele verlangen Zugriff auf eure Kontakte. Diese Daten werden dann oft unter der Hand an Marketing-Firmen oder dubiose Dritte weitergegeben.
Sind meine Informationen Teil eines Datenlecks geworden?
Über Webseiten wie haveibeenpwned.com könnt ihr selbst überprüfen, ob eure Daten Teil von einem Datenleck geworden sind.
Bußgelder und andere Zahlungen: Die jüngst stark angestiegene Welle von SMS-Betrügereien findet nun auch ihren Weg zu WhatsApp. Zu diesen Betrugsversuchen zählen unter anderem Benachrichtigungen über angeblich eingetroffene Pakete, für die Zollgebühren, diverse Bußgelder oder ähnliche Zahlungen gefordert werden.
Nachrichten, die Vertrauen wecken sollen
Versuchen die Betrüger, euer Vertrauen zu gewinnen, kann es sehr viel schwieriger sein, sie als solche zu identifizieren. So könnten solche Nachrichten aussehen:
Einfach nur »Hallo«: Nicht selten schreiben euch Betrüger mit einem einfachen »Hallo« an. Ein so unschuldig wirkender Kontaktversuch, ist gerade deswegen so gefährlich:
- Betrüger wollen euch in ein Gespräch verwickeln und eine Vertrauensbasis aufbauen.
- Der Betrug folgt erst viel später. Zum Beispiel fragen die Betrüger nach Geld, um euch besuchen zu können.
- Fremde Personen nur mit »Hallo« auf WhatsApp anzuschreiben, ist äußerst ungewöhnlich.
Falsche Nummer: Manchmal schreiben euch Fremde auf WhatsApp und es ist offensichtlich, dass die Nachricht nicht an euch gerichtet war. Einerseits kann das natürlich wirklich vorkommen, jedoch kann es sich hierbei auch um einen Betrüger handeln.
- Eine Nachricht könnte so aussehen: »Hallo James! Ich bin um 14 Uhr da. Kannst du mich dann vom Flughafen abholen?«. Offensichtlich hat die Person nicht die richtige Nummer von »James« und steckt deswegen in Schwierigkeiten. Euch wird vermittelt, dass es sich um eine Person handelt, die Hilfe benötigt.
- Das Versenden an eine falsche Nummer ist ein nachvollziehbarer Fehler, weshalb es leichter ist, das Vertrauen von solchen Personen zu bekommen und in ein Gespräch zu verwickeln.
Der Betrüger fragt nie nach Geld: Diese Betrugsmasche ist noch nicht so häufig, aber definitiv einer der gefährlichsten. Nachdem die Hochstapler euer Vertrauen gewinnen konnten, werden sie Privates aus ihrem Leben euch erzählen. Das Ziel ist es nicht nur, euer Vertrauen zu gewinnen, sondern auch Gefühle zu manipulieren.
- Ihr solltet anfangen, euch der Person nahezufühlen.
- Die Betrüger werden irgendwann davon erzählen, dass sie in Schwierigkeiten sind. Denkbar sind zum Beispiel Schulden und sie wissen nicht weiter oder wollen drastische Maßnahmen ergreifen (zum Beispiel illegaler Natur).
- Das finale Ziel ist es, dass ihr Mitgefühl habt und der Person freiwillig Geld schickt, um ihr zu helfen.
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Was zu tun ist, wenn eine Nachricht verdächtig ist
Wenn eine Nachricht offensichtlich ein Betrug ist oder ihr kein Interesse an dem habt, was darin steht, dann solltet ihr nicht mit ihr interagieren und gegebenenfalls die Nummer bei WhatsApp melden und blockieren. Tippt dafür im Chat-Fenster oben rechts auf das Drei-Punkt-Menü, dann auf »Mehr« und dann auf »Melden« und »Blockieren«.
Bei Anliegen, bei dem ihr nicht sicher seid, solltet ihr die Informationen aus einer anderen Quelle überprüfen.
- Hat euch eure »Mutter« geschrieben? Dann kontaktiert sie auf direktem Wege – zum Beispiel per Anruf oder Besuch.
- Hat euch eure Bank oder ein Versandunternehmen geschrieben? Dann fragt sie direkt und nicht per WhatsApp.
- Ihr habt ein Jobangebot von einem Unternehmen erhalten? Dann sucht euch die Telefonnummer von diesem und ruft dort direkt an oder schreibt eine E-Mail.
Wenn ihr schon länger mit einer fremden Person auf WhatsApp chattet, ist es schwieriger einen Betrugsversuch zu identifizieren:
- Wenn die Person beispielsweise oft über finanzielle Probleme redet, könnte das eine rote Flagge sein.
- Es könnte sich auch lohnen, eine umgekehrte Bildersuche mit dem Profilbild der Person zu machen.
- Achtet auf Dinge, die darauf hinweisen, dass geteilte Fotos oder das Profilbild per KI generiert wurden. Unser Guide dazu kann euch dabei helfen.
Wurdet ihr schon einmal auf WhatsApp von einer fremden Person angeschrieben, die euch verdächtig vorkam? Wie habt ihr darauf reagiert? Oder kennt ihr sogar Fälle, bei denen Personen in eurem engen Kreis auf solche Betrugsmaschen hereingefallen sind? Erzählt uns eure Geschichten zu diesem Thema in den Kommentaren!

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