WhatsApp bekommt Werbung: Hier sind 3 Alternativen, die ihr werbefrei nutzen könnt

WhatsApp wird künftig Werbung schalten. Darauf habt ihr keine Lust? Wir zeigen euch 3 empfehlenswerte Messenger-Alternativen.

Keine Lust auf Werbung im Messenger? Für WhatsApp gibt es einige alternative Messenger, wir stellen euch drei davon vor. (Bildquelle Hintergrund: Adobe Stock) Keine Lust auf Werbung im Messenger? Für WhatsApp gibt es einige alternative Messenger, wir stellen euch drei davon vor. (Bildquelle Hintergrund: Adobe Stock)

In einem Blog-Beitrag kündigte der WhatsApp-Mutterkonzern Meta einige Neuerungen für den Messenger an. Für Aufsehen sorgt dabei vor allem das Feature »Anzeigen im Status«, hinter dem sich Werbeeinblendungen verbergen.

Diese schaltet das Unternehmen künftig im Bereich »Aktuelles«, in dem Nutzer ansonsten unter anderem Bilder und Videos als Statusmeldungen mit Kontakten teilen können. Grundlage für passende Anzeigen seien laut Meta »begrenzte Nutzerdaten« wie das eigene Land, die Stadt, Sprache sowie Kanäle, denen man folgt.

Daneben führt der Messenger auch neue kostenpflichtige Funktionen ein. Nutzer können Kanäle künftig zum monatlichen Festpreis abonnieren, Betreiber von Kanälen wiederum die Reichweite gegen Bezahlung erhöhen. Die Neuerungen sollen in den kommenden Monaten ausgerollt werden.

Sollten die Änderungen für euch ein Grund zum Wechsel sein, lohnt sich ein Blick auf die Mitbewerber. Wir stellen euch 3 alternative Messenger mit ihren Stärken und Schwächen im Vergleich zu WhatsApp vor.

MessengerNutzerbasisSicherheitFeatures
WhatsApp3 MilliardenMittel (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, aber Metadaten werden gespeichert)Textnachrichten, Sprach-/Videoanrufe, Gruppen
Signal40 MillionenSehr hoch (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Open Source)Minimalistisch, Gruppenchats eingeschränkt
Telegram800 MillionenMittel (Standardchats nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt)Kanäle, Bots, große Gruppenchats
Threema12 MillionenSehr hoch (Schweizer Server, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung)Anonymität, keine Telefonnummer erforderlich
Diese Tabelle zeigt eine Übersicht über WhatsApp im Vergleich zu Signal, Telegram und Threema.

1. Signal

Pro
  • Fokus auf Sicherheit und Datenschutz
    (kaum Speicherung von Metadaten, Open Source).
  • Minimalistisches Design, ohne Werbung oder Tracking.
Kontra
  • Geringere Nutzerbasis
    (ca. 40 Millionen aktive Nutzer).
  • Weniger Features für Gruppenchats oder soziale Interaktion.

Signal dürfte interessant für euch sein, wenn euch Sicherheit besonders wichtig ist. Der Messenger wurde von Ex-Facebook-Mitarbeiter und Sicherheitsexperten Moxie Marlinspike gegründet.

Außerdem ist Signal eine Non-Profit-Organisation. WhatsApp nutzt dagegen eure Daten, um euch zielgerichtet Werbung anzuzeigen.

Der Programmcode von Signal ist Open Source, also für jeden einsehbar. Das bedeutet, dass unabhängige Sicherheitsexperten den Code auf Schwachstellen überprüfen können.

Die geringere Nutzerbasis von etwa 40 Millionen ist tatsächlich ein Manko für Social-Media-Apps. Denn soziale Netzwerke leben davon, dass viele Menschen auf der Plattform sind.

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2. Telegram

Pro
  • Große Nutzerbasis
    (ca. 800 Millionen aktive Nutzer).
  • Vielseitige Features
    (Kanäle, Bots, große Gruppenchats).
  • Möglichkeit, Nachrichten auch ohne Telefonnummer zu senden.
Kontra
  • Standardchats sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
  • Bedenken wegen Cloud-basierter Datenspeicherung.
  • Freigabe erst ab 18 Jahren im Play Store

Auf Telegram tummeln sich mit ca. 800 Millionen Usern deutlich mehr Menschen als auf Signal. Auch machen eine Vielzahl an Stickern und mitunter witzigen Bots (die deutlich gekennzeichnet sind) Telegram zu einem recht kreativen Messenger.

Ihr müsst bei der Anmeldung zwar eine Telefonnummer angeben, allerdings können euch andere über euren Benutzernamen kontaktieren, ohne eure Handynummer wissen zu müssen.

Dennoch genießt Telegram auch durch diese Anonymität heute ein mitunter fragwürdiges Image: Große Telegram-Kanäle sind in Deutschland auch ein Sprachrohr für Hetze und Verschwörungstheorien geworden. Ebenso soll der Messenger hierzulande als Drogen-Umschlagplatz und zur Planung von Terroranschlägen dienen. Mittlerweile kooperiert die Plattform mit deutschen Behörden – was mit der Verhaftung des Telegram-Gründers Pawel Durow im August 2024 zusammenhängen könnte.

Das ist ein Grund, weswegen die App über den Google Play Store erst nach einer Altersverifizierung heruntergeladen werden darf.

Telegram-Chats werden in einer Cloud gespeichert und sind nicht standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das bietet Hackern einen leichteren Zugriff auf eure Accounts . Wollt ihr eure Telegram-Chats verschlüsseln, müsst ihr über den Tab Kontakte extra einen Geheimen Chat starten.

3. Threema

Pro
  • Fokus auf Datenschutz und Sicherheit (Schweizer Server, Open Source)
  • Anonymität (keine Telefonnummer oder Kreditkarteninformationen notwendig)
Kontra
  • Kostenpflichtig (einmaliger Kauf, ca. 6 Euro).
  • Sehr kleine Nutzerbasis (ca. 12 Millionen).

Für Threema steht der Datenschutz an oberster Stelle. Wie Signal ist der Threema-Code Open Source. Außerdem sind Server des Messengerdienstes in der Schweiz und unterliegen damit einem deutlich strengeren Datenschutzgesetz als etwa die von WhatsApp und Signal.

Zudem ist für die Anmeldung bei Threema keine Telefonnummer nötig und es müssen keine Kreditkarteninformationen angegeben werden. Die Nutzer bleiben also anonym.

Threema kostet allerdings. Derzeit genau 5,99 US-Dollar, also fast 6 Euro. Allerdings werden die Kosten als Einmalzahlung fällig. Es gibt also keine Abogebühren oder nachträgliche Kosten.

Allerdings dürften die Kosten auch für die relativ kleine User-Base von rund 12 Millionen Usern mitverantwortlich sein. Kosten, egal wie hoch, stellen immer eine gewisse Einstiegshürde gegenüber (vermeintlich) kostenfreien Angeboten dar.

Der Druck auf WhatsApp dürfte steigen

WhatsApp ist mit seiner riesigen User-Zahl von fast 3 Milliarden Nutzern weltweit unangefochtener Platzhirsch unter den Messenger-Diensten. Allein damit hat die Plattform ein sehr starkes Argument im Kontext von Social Media auf seiner Seite.

Allerdings wächst die Konkurrenz, die drei hier dargestellten Messenger sind längst nicht die einzigen Dienste. Und die Konkurrenten bieten verschiedene Anreize gegenüber WhatsApp, die einige den Wechsel zumindest in Betracht ziehen lassen dürften.

Hinweis: Dieser Artikel ist in einer früheren Version bereits auf GameStar.de erschienen.

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