Die Assassin’s Creed-Reihe ist Geschichtsunterricht zum Anfassen. Nirgendwo sonst könnt ihr historische Epochen in einer solchen Detailgetreue bereisen und den Lauf der Menschheit beeinflussen.
Mit Assassin’s Creed: Black Flag Resynced kehren nun die Piraten wieder zurück und verbreiten Spaß und Schrecken. Aber Hand aufs Herz: Wie viel davon hat sich wirklich so zugetragen und wie viel ist hinzugedichtet, weil es cool ist? Wir haben einen Historiker gefragt.
Der Gesprächspartner
Dr. Lucas Haasis ist Historiker und Gerda Henkel Fellow am Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Sein Forschungsfeld ist die maritime Globalgeschichte der Frühen Neuzeit. Er ist Gründungsmitglied des Prize Papers Projekts, einem internationalen Forschungsprojekt zum britischen Kapergerichtsarchiv (1652-1815). Haasis ist zudem Leiter des Gamelabs an der Universität Oldenburg.
Ein Wunschbild von Geschichte
»Wenn wir uns Assassin’s Creed: Black Flag Resynced aus der historischen Perspektive anschauen, geht es gar nicht darum, per Ampelsystem zu bestimmen, was jetzt gut und was schlecht dargestellt wurde«, erklärt uns Dr. Lucas Haasis im Interview, der als Historiker am Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven arbeitet. »Ich unterscheide bei diesen Spielen eher zwischen historisch fundiert und künstlerischer Freiheit. Beides hat seine Berechtigung – es sind schließlich Spiele.« Gleichzeitig stellt der Historiker fest, dass viele historische Videospiele gar nicht nach einer absoluten Akkuranz streben, die die Realität eins zu eins abbildet. Zumal das Publikum das auch gar nicht sehen will. Egal, ob es dabei um Ritter, Cowboys oder Piraten geht.
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