Windows 10 bekommt im Mai ein großes Update - und ihr müsst 7 Dinge beachten

Das nächste große Feature-Update für Windows 10 erscheint in Kürze. Wir fassen zusammen, was Nutzer bei Version 20H1, auch bekannt als Mai-Update, beachten müssen.

von Sara Petzold,
14.05.2020 13:42 Uhr

Das Windows 10 Update 20H1 erscheint bald. Das Windows 10 Update 20H1 erscheint bald.

Letztes Update: 14.5.2020
Neu hinzugefügt: Abschnitt #6 - Bekannte Fehler von Update 2004 und Abschnitt #7 - Neue Sicherheitsfunktion für Windows Defender

Windows 10 bekommt bald ein neues Feature-Update, das Microsoft unter der Bezeichnung Windows 10 Version 2004 oder 20H1 veröffentlichen wird. Version 20H1 bringt für Windows 10 einige neue Features mit sich.

Wir fassen vor dem Release des Updates die wichtigsten Punkte zusammen, die ihr in Bezug auf die Neuerungen wissen müsst.

#1: Windows 10 Version 20H1 erscheint Ende Mai

Das Update, dass bereits für Nutzer des Insider-Rings zur Verfügung steht, wird voraussichtlich am 28. Mai 2020 erscheinen, wie WindowsLatest berichtet.

Wer die neue Version von Windows 10 aber schon jetzt ausprobieren möchte, kann den aktuellen Build über den Windows 10 Insider Slow Ring herunterladen:

  • Loggt euch auf der Webseite von Windows Insider mit eurem Windows-Account ein.
  • Akzeptiert die Nutzungsbedingungen für das Insider-Programm.
  • Ruft jetzt die Einstellungen von Windows 10 auf und steuert das Menü Update & Sicherheit -> Windows-Insider-Programm an.
  • Aktiviert die vollständige Übertragung von Diagnosedaten an Microsoft.
  • Klickt im Menü Windows-Insider-Programm auf erste Schritte und wählt euer Microsoft Konto.
  • Folgt der Installationsanleitung.
  • Ladet im Menü Update & Sicherheit -> Windows Update den neuesten Preview-Build herunter.

#2: Features, die die Bedienbarkeit verbessern

Microsoft hat in einem offiziellen Blogbeitrag aufgelistet, welche Änderungen und Neuigkeiten Windows 10 in Version 20H1 bietet:

  • Das Update macht Cortana zur »persönlichen Produktivitäts-Assistentin«: Nutzer können die KI anweisen, E-Mails mit einem bestimmten Inhalt zu verschicken, Meetings im Kalender festlegen und anfragen lassen sowie bestimmte Windows-Einstellungen anzupassen. Mehr Details dazu lest ihr auf der entsprechenden Microsoft-Webseite.
  • Nutzer können virtuelle Desktops jetzt selbst benennen.
  • Es gibt eine Option, UWP-Apps automatisch beim Neustart von Windows 10 zu öffnen.
  • Das Pairing von Bluetooth-Geräten erfolgt über die Benachrichtigungen - Nutzer müssen also nicht mehr ins Einstellungsmenü navigieren.
  • Die Tastatur-Shortcuts bekommen neue Emojis inklusive verschiedener Kaomojis (japanische Emojis).
  • Verbesserungen an der Windows-Suche sollen mithilfe eines Algorithmus hohe Speichernutzungen identifizieren und die Performance der Suchfunktion erhöhen.
  • Es gibt vier neue Schnellsuchfunktionen im Startbildschirm der Suchfunktion von Windows 10: Wetter, Top-Nachrichten, neue Filme und heutige historische Ereignisse.
  • Das Update beinhaltet eine Preview für neue DirectX-12-Features, darunter DirectX Raytracing Tier 1.1, Mesh Shader und Sampler Feedback.
  • Die Xbox Game Bar bekommt einen FPS-Zähler und ein Achievement-Overlay.

#3: Der Update-Prozess kann zu Problemen führen

Vergangene Updates für Windows 10 haben direkt nach ihrem Release regelmäßig für kleinere und größere Probleme gesorgt. Update 1809 etwa sorgte im Herbst 2018 für Unmut unter Windows-Nutzern, als die neue Version wegen eines Fehlers diverse Daten löschte.

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Die Preview-Version von Windows 10 Version 20H1 scheint von derartig schwerwiegenden Bugs verschont geblieben zu sein. Microsoft gibt lediglich an, dass der Update-Prozess in einigen Fällen offenbar länger dauere als normal (via Forbes).

Wer trotzdem auf Nummer sicher und potentiellen Problemen mit dem Update aus dem Weg gehen möchte, kann auf die Installation des Updates vorerst auch verzichten - die entsprechende frühere Windows-Version vorausgesetzt (siehe auch den nächsten Punkt).

#4: Microsoft unterstützt frühere Windows 10 Versionen - aber begrenzt

Nutzt ihr den aktuellen Build von Windows 10, also Version 1909, könnt ihr vorerst auf ein Update von Windows 10 auf Version 2004 alias 20H1 verzichten. Microsoft unterstützt diese Version noch bis Mai 2021. Für frühere Versionen von Windows 10 gelten folgende Support-Regelungen:

  • Windows 10 Version 1809 (Oktober 2018 Update): Support-Ende November 2020
  • Windows 10 Version 1903 (Mai 2019 Update): Support-Ende Dezember 2020
Wenn ihr das kommende Mai-Update für Windows 10 also noch nicht installieren möchtet, könnt ihr eure bisherige Windows-Version weiterhin nutzen. Läuft der Support allerdings ab, wird ein Update fällig.

Wie kann ich Windows-Updates aufschieben? Ihr könnt über die Systemeinstellungen von Windows 10 unter dem Punkt Update & Sicherheit -> Windows Update -> Erweiterte Einstellungen ein Dropdown-Menü öffnen. Dort habt ihr die Möglichkeit, monatlich erscheinende Qualitätsupdates um bis zu 35 Tage aufzuschieben. Feature-Updates wie 20H1 könnt ihr maximal 18 Monate (bis zum Support-Ende eurer aktuellen Windows-Version) verschieben.

Außerdem habt ihr die Möglichkeit, Windows 10 zum generellen Verzicht auf die Update-Installation zu zwingen. Wie das funktioniert, erklären wir euch in unserem Artikel zum Thema Windows-Updates. Wir empfehlen euch die dort beschriebene Methode aber nicht als dauerhafte Lösung, weil sie dazu führt, dass auch relevante Sicherheitsupdates von der Update-Sperre betroffen sind.

#5: Windows 10X kommt erst später

Microsoft hat in einem offiziellen Blog-Post angekündigt, dass man das neue Windows 10X Betriebssystem zunächst nur zusammen mit Single-Screen-Geräten ausliefern werde. Eine Version für die angekündigte Dual-Screen-Hardware Surface Neo lässt also noch auf sich warten.

#6: Bekannte Fehler von Windows 10 Version 2004

Kein Update erscheint ohne kleinere und größere Fehler. Wir haben deshalb für euch zusammengefasst, welche Probleme im Mai-Update von Windows 10 aktuell auftreten und wie ihr sie beheben könnt (via Deskmodder):

  • Einige Nutzer berichten, dass sie bei der Installation von Windows 10 kein lokales Konto mehr erstellen können. Dabei handelt es sich um eine gewollte Änderung. Wer Windows 10 schon einmal mit einem Microsoft-Konto verbunden hatte, muss den PC deshalb erst vom Internet abkoppeln oder mehrfach ein falsches Passwort eingeben. Erst dann lässt sich ein neues lokales Konto bei der Installation festlegen.
  • Die ImeMode-Eigenschaft einzelner Anwendungen, die die Effizienz bei der Eingabe im Input Method Editor (IME) verbessern soll, funktioniert nicht immer einwandfrei. Dadurch kommt es zu Problemen mit Zahleneingaben im Editor. Microsoft will den Fehler mit einem kommenden Service-Update beheben. Nutzer müssen bis dahin den Eingabemodus im Editor manuell umschalten oder über de Option »Vorgängerversion verwenden« in den Einstellungen »Zeit & Sprache« die Kompatibilität für die verwendete Tastatur herstellen.
  • Windows bricht das Anlegen von Speicherplatz mit dem Fehlercode 0x00000057 ab. Hierfür gibt es noch keine Lösung.
  • Nutzer können den Suchverlauf im Datei-Explorer nicht löschen. Es gibt aber einen Workaround: Öffnet den Datei Explorer und gebt in das Adressfeld den Befehl search-ms: ein. Wechselt in den Reiter Suche und klickt auf Zuletzt ausgeführte Suchvorgänge. Dort findet ihr dann die Option Suchverlauf löschen. Ihr könnt außerdem dem Menüband des Explorers die Löschfunktion für einen Schnellzugriff hinzufügen, indem ihr die Option per Rechtsklick anwählt und auf Zur Symbolleiste für den Schnellzugriff hinzufügen klickt.
  • AMD-Chipsätze und Grafiktreiber verursachen in seltenen Fällen Probleme beim Herunterfahren oder verlangsamen den Rechner extrem.

#7: Der Windows Defender bekommt eine neue Sicherheitsfunktion

Microsoft hat für den Windows Defender mit dem Mai-Update eine neue Sicherheitsfunktion eingeführt, die potentiell unerwünschte Software (PUA) erkennt und deren Installation verhindert. PUAs sind unerwünschte Programme, die sich heimlich im Hintergrund über andere Installationsprogramme installieren oder unwissende Nutzer durch Tricks zur Installation bewegen.

Wie ZDNet berichtet, gibt es eine entsprechende Schutzfunktion für den Windows Defender zwar schon länger, allerdings nur über die Aktivierung einer Gruppenrichtlinie. Microsoft stellt die Funktion mit dem Mai-Update jetzt aber allen Windows-10-Nutzern zur Verfügung.

Wer das zusätzliche Sicherheitsfeature nutzen möchte, muss es aber zunächst in den Windows-Einstellungen aktivieren. Navigiert dazu in der Einstellungs-App zum Menü Sicherheit und dann zu App- und Browsersteuerung.

Habt ihr die Schutzfunktion eingeschaltet, verhindert der Defender die Downloads von PUAs - aber nur im Edge Browser. Nutzer können außerdem das eigene System auf installierte PUAs scannen lassen.

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