Wer gewinnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2026? Eine aufwendige Simulation im Football Manager 26 kommt zu einer überraschend klaren Antwort.
Der YouTuber NicoFC ließ nach eigenen Angaben das komplette Turnier 1.000 Mal durchspielen und wertete die Resultate anschließend aus.
An der Spitze liegen zwei Mannschaften mit großem Abstand vor allen anderen. Doch direkt dahinter folgt schon Deutschland.
So ist NicoFC vorgegangen
Für sein Experiment hat NicoFC die Originalkader in das Spiel eingefügt und die Simulation über mehrere Tage hinweg auf insgesamt sechs PCs laufen lassen. Anschließend übertrug er die Ergebnisse in eine Tabelle.
Das macht den Versuch so interessant. Denn durch die 1.000 Durchläufe lassen sich nicht nur kuriose Einzelfälle beobachten. Sichtbar wird vor allem, welche Teams unter den gewählten Voraussetzungen von FM26 vergleichsweise konstant erfolgreich sind.
Frankreich gewinnt jede dritte simulierte WM
Frankreich wurde in 334 von 1.000 Simulationen Weltmeister. Also ziemlich exakt jedes dritte Mal. England folgt mit 258 Titeln und gewann die Simulation daher etwa bei jedem vierten Versuch.
Doch die Dominanz der beiden Teams zeigt sich nicht nur bei den Titeln. Frankreich erreichte in 46,1 Prozent der Fälle das Finale, England in 40,4 Prozent. Die Franzosen fielen dabei vor allem durch ihre stabile Offensive auf, die Engländer durch ihre nur etwas weniger erfolgreiche Defensive.
Deutschland auf Platz 3
Dass Deutschland direkt auf Frankreich und England folgt, ist angesichts des frühen Ausscheidens bei den letzten beiden Weltmeisterschaften 2022 und 2018 durchaus überraschend. Die DFB-Auswahl kommt auf 76 Titel.
Der Abstand zu den laut FM26 beiden Topfavoriten ist zwar enorm, dennoch holte Deutschland mehr Titel als Spanien, Brasilien, Argentinien und alle übrigen Teilnehmer.
Wichtig ist jedoch, wie dieses Ergebnis zu lesen ist: Denn Deutschland war im FM26-Modell nicht automatisch in jeder Turnierphase die drittbeste Mannschaft. Im Gegenteil: Brasilien und Portugal schafften es deutlich öfter bis ins Finale (143 und 141 versus 125 Mal).
Gleichzeitig präsentierte sich die DFB-Elf in der Gruppenphase besonders stabil und schied nur in sechs der 1.000 Simulationen aus.
Wichtig: Diese wurden vor dem Start der WM durchgeführt. Mittlerweile wissen wir, dass Deutschland dank des hohen Sieges gegen Curaçao sehr gute Chancen hat, die K.-o.-Phase zu erreichen.
Frankreich wurde früh zum Problem
Für Deutschland ist offenbar der Turnierbaum ein großes Problem. Denn im Achtelfinale traf die Nagelsmann-Truppe 364 Mal auf Frankreich – und konnte sich nur in 89 Fällen das Ticket fürs Viertelfinale sichern.
Dieses frühe und häufige Aufeinandertreffen mit dem stärksten Team des Experiments drückte die deutschen Chancen erheblich. Die Wahrscheinlichkeit, überhaupt das Halbfinale zu erreichen, lag bei knapp 20 Prozent.
Konnte Deutschland Frankreich jedoch ausschalten oder vermeiden, sah es deutlich besser aus. Von 333 Viertelfinalspielen gewann die DFB-Elf 203 – also ungefähr 60 Prozent.
Dass Deutschland bei der WM tatsächlich auf Frankreich trifft, ist dabei durchaus realistisch, sofern beide ihre Gruppe gewinnen und ihren ersten K.-o.-Runden-Gegner besiegen.
Auffällig bei der Simulation: Während Deutschland in frühen Runden große Probleme mit Frankreich hatte, fiel die Bilanz im Finale positiv aus. Das war auch gegen England der Fall.
Die Simulation zeichnet damit ein ungewöhnliches Bild. Deutschland hat es verhältnismäßig schwer, ins Finale zu kommen, gewinnt dann aber überdurchschnittlich oft.
Wie belastbar sind die 1.000 Simulationen?
Die hohe Zahl an Durchläufen zeigt stabile Muster innerhalb der Simulation. Dass Frankreich und England in der FM26-Auswertung klar vor Deutschland liegen, dürfte daher kaum ein bloßer Ausreißer sein.
Dennoch dürfen diese Prozentwerte nicht mit objektiven Wahrscheinlichkeiten für die echte Weltmeisterschaft verwechselt werden.
Wenn es heißt, Frankreich gewinnt 33,4 Prozent der Turniere, dann bedeutet das zunächst nur: Unter den im Experiment verwendeten Kadern, Spielerwerten, Einstellungen und Berechnungen von FM26 gewann Frankreich 334 von 1.000 Simulationen.
Dass die reale Titelchance Frankreichs ebenfalls in diesem Bereich liegt, lässt sich daraus nicht ableiten.
Ein Vergleich mit realen Buchmacherquoten zeigt, wie außergewöhnlich hoch der FM26-Wert ausfällt. Aktuelle Quoten von etwa 5/1 für Frankreich entsprechen vor Abzug der Buchmachermarge einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund 16,7 Prozent – ungefähr der Hälfte der 33,4 Prozent aus der Simulation.
Football Manager hat einen guten Ruf – aber mit Einschränkungen
Die Football-Manager-Reihe gilt seit Jahren als eine der genauesten Fußballsimulationen auf dem Markt. Besonders die große Datenbank und die Bewertung Tausender Profis genießen einen guten Ruf.
In der Vergangenheit wurden Daten daraus sogar als zusätzlicher Baustein im professionellen Scouting verwendet. Das heißt allerdings nicht, dass sich Vereine blind darauf verlassen. Solche Daten können lediglich zur Orientierung genutzt werden, echte Leistungsanalysen ersetzen sie nicht.
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FM26 ist kein wissenschaftliches Prognosemodell
Egal, wie aufwendig der Football Manager auch sein mag, am Ende ist er kein belastbares Vorhersagemodell.
Die Reihe wurde in erster Linie dafür entwickelt, möglichst glaubwürdige Ergebnisse abzuliefern. Es ist nicht bekannt, dass die im Spiel entstehenden Gewinn- oder Titelwahrscheinlichkeiten an realen Situationen und Turnieren kalibriert wurden.
Hinzu kommt, dass schon kleine Ungenauigkeiten bei der Bewertung einzelner Spieler das Endergebnis stark beeinflussen können, selbst wenn das offizielle WM-Update mit aktualisierten Daten aufgespielt wurde.
Dazu kommen die Entscheidungen der computergesteuerten Nationaltrainer, die geladenen Ligen und vieles mehr. Die möglichen Fehlerquellen sind also zahlreich.
NicoFC liefert im Video leider nur ungenaue Angaben darüber, wie er genau vorgegangen ist. Hier könnt ihr es in Gänze sehen:
Link zum YouTube-Inhalt
Fazit
Die Ergebnisse aus dem FM26 sind dennoch spannend. Frankreich und England zählen auch in der Realität zu den Topfavoriten auf den Titel. Und Deutschland wird von vielen Beobachtern klar dahinter eingeordnet.
Viele Buchmacher sehen Spanien, Portugal, Argentinien und Brasilien jedoch ebenfalls vor der deutschen National-Elf.
Am Ende kann aber selbst die wissenschaftlich akkurateste Prognose nicht die Zukunft vorhersagen. In einem derart langen und großen Turnier kann viel passieren. Wichtige Spieler können sich verletzen und manchmal ist womöglich das Spielglück das Zünglein an der Waage.

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