Xbox 360: Wieso ich seit 15 Jahren einem uralten Gamepad die Treue halte

Meinung: GameStar-Autor Wolfgang hält auch 2022 seinem uralten Gamepad die Treue. Dabei begann die Liebesbeziehung unter schwierigen Vorzeichen.

von Wolfgang Rabenstein,
27.03.2022 17:00 Uhr

Was tun, wenn der Analogstick komplett abgenutzt ist? Einfach den linken durch den rechten Stick ersetzen. Dr. Moreau wäre bestimmt blass vor Neid. Was tun, wenn der Analogstick komplett abgenutzt ist? Einfach den linken durch den rechten Stick ersetzen. Dr. Moreau wäre bestimmt blass vor Neid.

Wenn ich zocke, bin ich anspruchslos - zumindest, was die Eingabegeräte anbelangt. Dass ich dennoch über Jahre viel Geld in die Anschaffung von Lenkrad, Joystick und sogar einem Flight Yoke System gesteckt habe, darin kann ich keinen Widerspruch erkennen. Schließlich sind Assetto Corsa oder der Microsoft Flight Simulator doch Simulationen, die zwangsläufig ein gewisses Equipment bedingen.

Bei Sport- oder auch Actionspielen in der Third-Person-Perspektive bin ich dagegen weit weniger zimperlich. Da tut's auch mein über 15 Jahre altes Xbox 360 Gamepad, mit dem ich mich anfangs noch so gar nicht anfreunden konnte.

Denn als langjähriger NHL-E-Sport-Profi und Besitzer des Logitech Wingman Rumble Pad war ich perfekt auf die symmetrische Anordnung beider Analog-Sticks koordiniert. Doch zu Weihnachten 2005 und mit dem Aufkommen der Xbox 360 hatte mein altgedienter Controller zwei bedeutende Probleme: Zum einen verlangten immer mehr Spiele nun vier anstelle von zwei Triggern. Außerdem waren die Analogsticks des Logitech nicht auf Langlebigkeit ausgelegt, nutzten sich rasch ab und brachen mir sogar einmal in der Mitte durch.

NHL war damals ein richtig gutes Spiel. Sogar so gut, dass es eine der höchsten GameStar-Spielewertungen aller Zeiten erhielt:

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Bei mir hatte sich über die Jahre zwar ein beachtliches Sortiment an Ersatzteilen angesammelt, doch da nun viele namhafte Hersteller damit begannen, ihre Produktion von Controllern einzustellen oder zumindest stark zu reduzieren, musste ich über kurz oder lang auf das bis heute einzig wahre Gamepad für den PC wechseln: den Xbox Controller von Microsoft. Wir hatten keinen leichten Start.

Der Autor: Wolfgang Rabenstein tauscht bereitwillig Maus und Tastatur gegen sein Gamepad ein. Spielen sich sowohl Arbeit als auch Freizeit zu einem großen Teil am PC ab, braucht er da schon Abwechslung bei seinen Eingabegeräten. Denn schließlich wollen HOTAS, Yoke oder Grafiktablett auch verwendet werden. Wenn er nicht gerade seinen PC aus gebrauchten Einzelteilen zusammenschraubt, craftet er sich nachts im stillen Kämmerlein aus mehreren alten Gamepads seinen perfekten Controller. Denn es gibt es nur einen für ihn! Sei es aus Kostengründen, Nachhaltigkeit oder einfach aus purer Gewohnheit.

Aus Ablehnung wurde Liebe

Ein Jahr lang haderte ich mit dem Kauf, versuchte zu flicken, was zu flicken ging - ja, betete sogar, der GameStar-Einkaufsführer möge mir doch ein anderes Gamepad als diese asymmetrische Ausgeburt der Hölle auf Platz eins zaubern. Wieder wurde es Weihnachten (2006) und Gears of War erschien exklusiv für die Xbox. Ich fluchte, schimpfte - und resignierte. Dann griff ich ins Händlerregal und kaufte mir meine erste Konsole seit dem Mega Drive.

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