Während das Disk-Aus bei PlayStation für einen beispiellosen Shitstorm sorgt, macht Xbox vielleicht genau das Gegenteil

Das Disk-Aus der PlayStation ist beschlossene Sache – und Microsoft geht offenbar den entgegengesetzten Weg.

Während Sony die Disk streicht, sucht Xbox offenbar Verstärkung für physische Spiele. (Bildquelle: fergregory via Adobe Stock Sony) Während Sony die Disk streicht, sucht Xbox offenbar Verstärkung für physische Spiele. (Bildquelle: fergregory via Adobe Stock / Sony)

Anfang Juli 2026 kündigte Sony eine Änderung an, die noch immer hohe Wellen schlägt: Ab Januar 2028 wird die Produktion physischer Disks für alle neuen PlayStation-Spiele eingestellt.

Spiele, die bis zum übernächsten Jahreswechsel erscheinen, sind davon nicht betroffen. Dennoch laufen Fans gegen die Entscheidung Sturm – und mitten in der Diskussion kommt ausgerechnet Microsoft mit einer Stellenanzeige um die Ecke, die den »Start physischer Xbox-Spiele koordinieren« soll.

Zur Galionsfigur physischer Sammler schwingt sich der Xbox-Hersteller damit aber zumindest nicht automatisch auf.

Video starten 1:03:29 PlayStation und Xbox werden nie wieder dasselbe sein

Das perfekte Timing für Spekulationen

Auf der zugehörigen LinkedIn-Seite sucht Microsoft einen neuen »Games Supply Strategist«, was in etwa als Koordinations-Job für die Lieferketten von Spielen zu sehen ist.

Zu den Aufgaben gehört, Markteinführungen physischer Xbox-Titel plattformübergreifend zu steuern, Lagerbestände zu planen und den Vertrieb zu begleiten, wie das Unternehmen in der zugehörigen Beschreibung erklärt:

Der Xbox Games Supply Strategist koordiniert die Markteinführung physischer Xbox-Spiele auf allen Plattformen, leitet die Entwicklung und überwacht die Umsetzung globaler Strategien zur Bestandsplanung in allen Phasen des Produktlebenszyklus, stellt sicher, dass die Lagerbestände so ausgerichtet sind, dass die Ziele in Bezug auf Betriebskapital, Kosten und Service erreicht werden, und überwacht den Vertrieb sowie die Umsetzung über die Vertriebskanäle dieser Spiele.

Die explizite Erwähnung von »physisch« lässt entsprechend Spekulationen ins Kraut schießen, dass zumindest Microsoft keine Abkehr der Discs im Sinn hat.

  • Allerdings spricht dagegen, dass Xbox auch als Publisher für Sony und Nintendo fungiert – wie Wccftech formuliert, könnte sich das »alle Plattformen« in der Jobbeschreibung also schlicht auf dortige Boxversionen beziehen.
  • Auch die wirtschaftliche Ebene wird ungeachtet der tatsächlichen Entscheidung eine Rolle spielen. Die sieht bei physischen Xbox-Spielen nicht allzu rosig aus: Laut wccftech entfallen gerade einmal vier Prozent der 2026 in den USA verkauften neuen physischen Spiele auf Xbox. Nintendo mit 63 und Sony mit 32 Prozent haben hier den Löwenanteil.
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Sonys Disk-Aus und die Wut der Spieler

Für Sony ist dieser Anteil offensichtlich nicht wertvoll genug, um bei den physischen Discs zu bleiben. Immerhin begründete das Unternehmen die damalige Ankündigung mit »Verbrauchertrends«, die eine deutliche Präferenz zu digitalen Spielen aufweisen sollen.

Der Spielerschaft war das herzlich egal, die sich reichlich zur Wehr setzte: Zwischen Petitionen mit Hunderttausenden Unterschriften für den Erhalt der physischen Discs und Aufrufen zum mehrtägigen Boykottieren der PlayStation setzten Fans zur Gegenwehr an.

Bislang ist diese nicht von Erfolg gekrönt – und es bleibt auch fraglich, inwieweit sich Microsoft von dieser Stimmung für die kommende Konsolengeneration rund um Project Helix treiben lässt.

Keine Helix-Erwähnung

Apropos Helix: Die angekündigte Xbox-Konsole wird mit keinem Wort in dieser Stellenbeschreibung erwähnt. Vorige Leaks hielten es zumindest für unwahrscheinlich, dass hier mit einem klassischen Laufwerk zu rechnen ist.

Dafür arbeitet Microsoft angeblich an einer »Disk-to-Digital«-Funktion für Project Helix. Die soll es euch erlauben, eure bestehende physische Spielesammlung in digitale Lizenzrechte umzuwandeln, was dann einem regulärem Kauf im Microsoft Store gleichkommen würde.

Xbox-CEO Asha Sharma sagte zudem, sie wisse um die Liebe der Spieler zu physischen Medien, und stellte Abwärtskompatibilität auch für künftige Generationen in Aussicht – zumindest bei Microsoft scheint die physische Messe also noch nicht gelesen.


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