Die Spiele-Disc stirbt.
Nicht nur Sony, sondern wohl auch Konkurrent Microsoft bietet Spiele in Zukunft nur noch digital an. Neue PlayStation- und Xbox-Konsolen werden ohne Laufwerk erscheinen, im Laden gekaufte Spiele sind dann nur noch leere Hüllen mit einem aufgedruckten Download-Code.
Genau das erwartet euch auch bei GTA 6, wenn ihr es zum Release am 19. November 2026 kaufen wollt. Die Blu-ray geht damit 2028 den Weg der CD und DVD. Im Netz finden sich reichlich erboste Kommentare zur Sony-Entscheidung, auch über GTA 6 wurde in diesem Zug reichlich diskutiert.
Als PC-Spieler kann ich darüber nur müde lächeln, sind physische Discs für mich doch schon lange ein Relikt der Vergangenheit. Oder wie es jemand auf Reddit ausdrückt: »Willkommen in der Welt der PC-Spiele 2012«.
Liebe Konsoleros, meine Vergangenheit ist eure Zukunft
Was Konsolenspieler heute als mittelschwere Katastrophe wahrnehmen, lässt uns PC-Spieler abwinken: Wir haben diesen Übergang schon vor mehr als einem Jahrzehnt hinter uns gebracht.
Als Hersteller begannen, im Retail-Handel gekaufte Spiele wie Half-Life 2 oder später Skyrim konsequent an Valves Online-Plattform Steam zu koppeln, war der Weg vorgezeichnet. Die physische Box wurde von einem autarken Datenträger zu einer reinen Hülle für die Online-Authentifizierung.
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Damals gab es noch kuriose Brückenlösungen wie das Borderlands Granting Tool, mit dem alte Discs nachträglich in digitale Lizenzen umgewandelt werden mussten. Heute besitzen viele moderne PC-Gehäuse nicht einmal mehr einen Schacht für ein optisches Laufwerk. Der PC-Markt ist genauso wie große Teile der Film- und Fernsehlandschaft digital geworden - Konsolen waren im Vergleich lange eine Anomalie.
Schleichender Abschied
Keine Frage: Der Erhalt der Discs hatte handfeste Vorteile. So blühten auf den Konsolen etwa noch lange Zeit der Gebrauchtmarkt und die Sammlerkultur, die dort historisch bedingt bis heute sehr stark ausgeprägt sind.
Leere Hüllen mit Download-Codes, das sogenannte »Code in a Box«-Format, setzte sich dennoch zunehmend fort, auch getrieben von Einsparungen bei den Herstellern und der zunehmenden Verbreitung von schnellem Internet. Der Komfort eines Online-Kaufs und sofortigen Downloads dürften vielen Nutzern willkommen gewesen sein.
Der Prozess lief schon damals nicht reibungslos und rief lautstarke Kritik hervor. Ich kann mich etwa noch gut erinnern, wie Käufer von Titanfall 2 und Destiny 2 um das Jahr 2016 herum eine Papierscheibe mit dem Code in der Box fanden. Irgendein Schelm hatte die Idee, diese in Form einer Disc zu drucken. Kudos!
Doch der Gegenwind ist zu einem lauen Lüftchen abgeflaut, die Entwicklung ließ sich nicht mehr umkehren. Heute werden laut Sony 85 Prozent aller PS5-Spiele bereits als reiner Download erworben. Die PlayStation 5 Pro erschien dann auch standardmäßig ohne Laufwerk. Fakt ist: Wer jetzt noch auf Disc kauft, gehört einer Minderheit an.
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