Das Xiaomi 15T Pro hat eine neue Funktion, die ich mir unbedingt auch für andere Handys wünsche

Mit der neuen 15T-Serie hat Xiaomi auch eine neue Technologie eingeführt. »Astral Communication« klingt spannend und wird hoffentlich bald zum übergreifenden Standard.

Die Xiaomi 15T-Serie kann dank »Astral Communication« überall funken. (BIldquelle: MDABDUR - Adobe Stock GameStar Tech) Die Xiaomi 15T-Serie kann dank »Astral Communication« überall funken. (BIldquelle: MDABDUR - Adobe Stock / GameStar Tech)

Ich muss gestehen: Als ich kürzlich das erste Mal von Xiaomis »Astral Communication« gehört habe, rollte ich innerlich mit den Augen.

Wieder so ein Marketing-Begriff für ein Feature, das vermutlich niemand braucht, dachte ich mir.

Aber nachdem ich mich näher mit der Technologie beschäftigt habe, finde ich sie tatsächlich ziemlich spannend und hoffe, dass sich in diesem Bereich bald mehr tut.

Das Xiaomi 15T (Pro) kann nämlich etwas, was andere Smartphones bisher so nicht können: richtig weit funken.

Was kann Astral Communication?

Die Funktion ermöglicht es, zwischen zwei Geräten direkt zu telefonieren – und zwar ohne WLAN oder Mobilfunk. Dabei soll das 15T Pro laut Xiaomi die Walkie-Talkie-Funktion bis zu einer Reichweite von 1,9 Kilometern ermöglichen, das normale 15T immerhin noch bis zu 1,3 Kilometer.

Das ist deutlich mehr als bei herkömmlichen Bluetooth-Verbindungen, die normalerweise im Bereich zwischen 10 bis 100 Metern liegen.

Technisch basiert das Ganze auf Xiaomis hausgemachtem »Surge T1S Tuner« in Kombination mit dem »AI Smart Antenna Switching«. Diese Komponenten verstärken nicht nur Bluetooth-Signale, sondern optimieren daneben auch WLAN, GPS und Mobilfunk – so soll ein starkes Funksignal ermöglicht werden.


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Allerdings gibt Xiaomi im Kleingedruckten an, dass die maximale Reichweite nur unter idealen Bedingungen erreicht wird – also in offenen, unverstellten Gebieten.

Hier wird es dann interessant: Android Authority hat das Feature in der Praxis getestet und festgestellt, dass die Realität deutlich bescheidener ausfällt. In ihren Tests klappten Anrufe über knapp 200 Meter problemlos, bei 500 Metern brach die Verbindung jedoch wegen eines Hindernisses ab.

Die beworbenen 1,9 Kilometer scheinen also eher Laborwerte zu sein, die im Alltag kaum erreicht werden dürften. Allerdings könnte sich das künftig mit neuer Technologie natürlich noch ändern.

Xiaomi ist nicht allein

Xiaomi ist jedoch nicht der einzige Hersteller mit solchen Plänen. OnePlus und OPPO bieten bereits seit einiger Zeit »BeaconLink« an – ein ähnliches Feature für ihre Smartphones.

Allerdings ist die Reichweite laut Hersteller geringer: Nur 10 bis 200 Meter sind möglich, je nach Umgebungsbedingungen. In der Theorie ist Xiaomis Technik also besser aufgestellt.

Das Problem: Niemand hat es

Hier kommen wir aber zu dem großen Haken der ganzen Sache: Die Funktion klappt nur zwischen Geräten der Xiaomi 15T-Serie. Wenn ich ein Xiaomi 15T Pro habe, kann ich nur mit anderen 15T- oder 15T-Pro-Besitzern kommunizieren.

Das macht das Feature momentan noch recht nutzlos, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet die Person, mit der ich kommunizieren will, zufällig das gleiche Handy hat, ist gering.

Das Problem haben aber auch OnePlus und OPPO mit BeaconLink. Solange jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht, bleibt der praktische Nutzen begrenzt.

Warum mich das trotzdem begeistert

Trotz der aktuellen Einschränkungen finde ich die Technologie faszinierend. Beispielsweise beim Wandern oder anderen Outdoor-Aktivitäten könnte sie sehr praktisch sein.

Wenn man sich mal von der Gruppe trennt und das Mobilfunknetz schwächelt, wäre eine direkte Kommunikation über ein paar hundert Meter – realistisch betrachtet – immer noch sehr praktisch.

Xiaomi betont zwar ausdrücklich, dass die Funktion nicht für Notrufe oder Kommunikation in Lebensgefahr vorgesehen ist – aber dies könnte auch Haftungsgründe oder Ähnliches haben.

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Ich sehe durchaus Szenarien, in denen sie bei weniger dramatischen »Notfällen« hilfreich wäre. Wenn man sich verlaufen hat oder einen Treffpunkt nicht findet, könnte man so immerhin seine Begleitung erreichen, sofern sich diese nicht sehr weit entfernt befindet.

Aber auch in überfüllten Gebieten, wo das Mobilfunknetz hin und wieder überlastet ist – etwa bei Festivals oder Großveranstaltungen – könnte direkter Gerätekontakt praktisch sein.

Was passieren müsste

Damit aus Astral Communication und ähnlichen Features mehr als nur Marketing-Gags werden, müsste sich die Industrie auf einen gemeinsamen Standard einigen. Dann könnten Hersteller ihre Chips und Antennen darauf optimieren.

Alternativ wäre es denkbar, dass sich die bestehenden Lösungen durchsetzen und andere Hersteller kompatible Funktionen entwickeln.

Die Technik ist jedenfalls da. Was fehlt, ist die flächendeckende Verbreitung und vor allem die Kompatibilität zwischen verschiedenen Herstellern.

Fazit

Astral Communication im Xiaomi 15T (Pro) ist aktuell ein Feature für die wenigen, die das gleiche Handy besitzen. Aber die Grundidee ist durchaus sinnvoll und könnte sich als nützliches Backup für den Fall der Fälle erweisen.

Auch wenn die realen Reichweiten wohl deutlich unter den Werbeversprechen liegen, sind ein paar hundert Meter direkter Kommunikation ohne Netz immer noch beeindruckend.

Ich würde mir wünschen, dass andere Hersteller nachziehen und idealerweise einen gemeinsamen Standard etablieren. Bis dahin bleibt es eine interessante Tech-Demo, die zeigt, wohin die Reise gehen könnte.

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