Um nie wieder die Müllabfuhr zu verpassen, hat sich ein Bastler ein geniales Erinnerungs-Gadget zum Nachbasteln gebaut

Weil er immer wieder vergessen hat, seinen Müll rechtzeitig rauszubringen, hat ein Bastler eine geniale Lösung erfunden, die ihr sogar nachbauen könnt.

Ein Bastler hat sich ein Erinnerungs-Gadget für die Müllabfuhr gebaut und eine kostenpflichtige Anleitung zum Nachbauen geteilt. (Bildquelle: YouTube-Screenshot: Ebble Studio) Ein Bastler hat sich ein Erinnerungs-Gadget für die Müllabfuhr gebaut und eine kostenpflichtige Anleitung zum Nachbauen geteilt. (Bildquelle: YouTube-Screenshot: Ebble Studio)

»Ich habe ständig vergessen, welche Tonne an welchem Tag rausmuss, also habe ich mir ein kleines Gerät gebaut, das mich daran erinnert«, schreibt der Reddit-Nutzer Cautiious-Gap-5269, der auf YouTube auch unter dem Namen Ebbel Studio bekannt ist.

Dort stellt er regelmäßig seine neuen, selbstdesignten oder nachgebauten Gadgets aus dem 3D-Drucker vor und zeigt nun auch, wie ihr mit einem ESP-32-Mikrocontroller ein Hilfsmittel basteln könnt, das euch immer an die Müllabfuhr erinnert.

Wie auch zahlreiche Personen in den Reddit-Kommentaren betonen, gibt es zwar deutlich einfachere Wege, an den Müllplan erinnert zu werden – etwa durch eine Mobile-App – aber darum geht es bei dem Gadget auch nicht. Das Projekt ist viel mehr ein spaßiger Weg, um den Entsorgungsplan zu visualisieren.

Gleich vorweg: Beim Nachbasteln müsst ihr allerdings etwas technische Erfahrung mitbringen, wenn ihr auf die kostenpflichtige Anleitung des Erfinders verzichten wollt. Für fünf Euro ist diese zwar nicht besonders teuer, in Kombination mit den benötigten Bauteilen kommt aber dennoch eine Summe von etwa 35 Euro zusammen.

Wie das Projekt aufgebaut ist, was die Mülltonnen-Anzeige alles kann und worauf ihr beim Basteln achten müsst, erfahrt ihr im Folgenden.

Nie wieder die Müllabfuhr verpassen: Mit diesem Gadget werdet ihr daran erinnert, den Müll rauszubringen

Das Herzstück des Gadgets besteht aus einem ESP32-Dev-Kit-Mikrocontroller, der das ganze System schaltet. Über euer WLAN-Netzwerk ruft das Bauteil dabei vollautomatisch die anstehenden Abholtermine ab und zeigt euch auf dem verbauten OLED-Display an, wann euer Müll vor die Tür muss. Dafür greift das System über einen privaten ICal-Link auf euren Google-Kalender zu.

Um das Ganze optisch aufzupeppen, hat der Bastler hinter dem Gerät vier Miniatur-Mülltonnen ausgedruckt, die für den Bio-, Rest-, Papier- und Plastikmüll stehen. Steht ein Abholtermin an, bringt die Diode die gesamte Tonne von innen heraus in ihrer jeweiligen Kennfarbe zum Leuchten.

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Angetrieben wird das mobile Gadget von einem 18650-Akku, der über ein TP4056-Lademodul sowie einen MT3608-Step-up-Konverter konstant mit den nötigen 5 Volt Spannung versorgt wird.

Falls ihr der Anleitung von Ebbel Studio folgt und dessen Code verwendet, könnt ihr die Tonnenamen, GPIO-Pins, Vorwarntage und weitere Einstellungen, etwa wer mit dem Müllrausbringen dran ist, unkompliziert anpassen, ohne den Code stark verändern zu müssen.

Wenn ihr stattdessen lieber auf eine bestehende Smart-Home-Infrastruktur setzen wollt, könnt ihr theoretisch auch das Repository »HACS Waste Collection Schedule« von GitHub einbinden, um die Termine direkt abzugreifen. Dafür greift das GitHub-Programm legal auf eine breite Auswahl an Mülldiensten und Übersichten zu – etwa 123abfallkalender.de, abfapllplus.de oder lokale Angebote wie die Heidelberger Website zur Müllentsorgung.

Mit wenigen Bauteilen könnt ihr das Projekt nachbauen – auch ohne eigenen 3D-Drucker

Der eigentliche Nachbau des smarten Müllplaners besteht aus vier Phasen: der Auswahl der Elektronik, dem Verdrahten und Löten, dem Aufspielen der Firmware und dem finalen Zusammensetzen im Gehäuse.

Diese Bauteile braucht ihr zum Nachbasteln:

  • ESP32 DevKit: ca. 4 bis 6 Euro
  • OLED-Display (0,96 Zoll): ca. 3 bis 5 Euro
  • 18650-Akku: ca. 4 bis 6 Euro
  • Lademodul (TP4056) & Step-up-Wandler (MT3608): zusammen ca. 2 Euro
  • Kleinkram (4x LEDs, Transistoren, Widerstände, Kabel): ca. 2 Euro

Die vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung inklusive der fertigen 3D-Modelle und des Quellcodes müsst ihr über die Plattform Ko-fi kostenpflichtig erwerben.

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Alternativ könnt ihr euch mit etwas Bastelerfahrung auch an dem Bauvideo von Ebbel Studio orientieren – die offizielle Anleitung ist jedoch deutlich angenehmer.

Vereinfachte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Nachbauen (DIY-freundlich):
Zum Lesen ausklappen.
  1. Legt alle elektronischen Komponenten (ESP32, OLED-Display, LEDs, Transistoren, Akku, Lademodul und Step-up-Wandler) sowie euer Lötwerkzeug griffbereit auf dem Arbeitsplatz zurecht.
  2. Druckt / bestellt das Gehäuse sowie die vier Miniatur-Mülltonnen mit eurem eigenen 3D-Drucker oder gebt die entsprechenden Modelldateien alternativ bei einem externen Online-Druckdienst in Auftrag.
  3. Verbindet den 18650-Akku mit den Eingangskontakten des TP4056-Lademoduls und schließt an dessen Ausgang den MT3608-Step-up-Wandler an.
  4. Stellt die Ausgangsspannung des Step-up-Wandlers mithilfe des kleinen Potentiometers und eines Multimeters exakt auf 5 Volt ein, bevor ihr weitere sensible Elektronik anheftet.
  5. Lötet das OLED-Display über die vier I2C-Leitungen (VCC, GND, SDA und SCL) an die dafür vorgesehenen Pins eures ESP32-DevKits.
  6. Schaltet die vier weißen LEDs jeweils über einen BC547-Transistor und die passenden Vorwiderstände an die GPIO-Pins des Mikrocontrollers, um die Pins vor Überlastung zu schützen.
  7. Tragt die WLAN-Zugangsdaten sowie den privaten iCal-Link eures Google-Kalenders in die Konfigurationsdatei der C++-Firmware ein (oder euren eigenen Code)
  8. Flasht den fertigen Quellcode mithilfe von PlatformIO über ein Micro-USB-Datenkabel direkt auf das ESP32-DevKit.
  9. Verbaut die fertig verlötete Platine, den Akku und die Module sicher im 3D-gedruckten Unterbau des Gehäuses.
  10. Steckt die vier LEDs von unten in die Aussparungen des Gehäusedeckels und platziert die farbigen Mini-Tonnen passgenau darüber.

Tipps für ein eigenes Projekt im Stil von Ebbel Studio:

Weil der Code hinter dem System nicht besonders kompliziert aufgebaut ist, könnt ihr ohne Coding-Erfahrung auch auf Vibecoding mit einem KI-Modell zurückgreifen – etwa Protons Lumo, das besonders gut beim Coden abschneidet.

Für alternative 3D-Modelle könnt ihr euch auf Seiten wie Printables, Thingiverse oder Makerworld nach möglichen Modellen zum Drucken umsehen. Hier werdet ihr zwar nicht das Original aus der Anleitung von Ebbel Studio finden, aber beispielsweise kostenlose Mülltonnen-Modelle.

Solltet ihr das Projekt zudem nachbauen wollen, aber keinen eigenen 3D-Drucker auf dem Schreibtisch stehen haben, ist das übrigens kein unüberwindbares Hindernis. Mittlerweile gibt es zahlreiche Online-Druckdienste, bei denen ihr die benötigten Gehäuseteile einfach als fertige Teile bestellen könnt.



Dazu zählt beispielsweise der hauseigene 3D-Druckservice von Conrad Elektronik, bei dem ihr je nach Anwendungsfall zwischen verschiedenen Filament-Arten wählen könnt.

Ich habe in der Vergangenheit selbst gute Erfahrungen mit dem Dienst von Conrad gemacht, bevor sich jemand aus meinem Freundeskreis einen eigenen Drucker angeschafft hat. Ich empfehle euch dennoch auch, andere Angebote zu vergleichen, da ihr je nach Anbieter und Auftrag noch einmal etwas Geld sparen könnt.


Kommentare(1)
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