Zotac hat uns seinen ersten Gaming-Handheld exklusiv zum Testen zur Verfügung gestellt. Ich habe ihn jetzt seit etwa einem Monat bei mir und bin sehr positiv überrascht. Das Gerät bringt viele Hardware-Features, mit denen sich der Handheld von der Konkurrenz abheben kann. Leider bleibt eine kleiner Wermutstropfen.
Ob es sich lohnt ihn zu kaufen, lest ihr in meinem Test.
Transparenzhinweis: Zotac hat uns den Zone für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Zotac hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
So habe ich getestet
Ich habe den Zotac Zone für etwa zwei Wochen für PC-Spiele aller Art verwendet. Dabei habe ich ihn sowohl gedockt am Fernseher als auch als Handheld-Konsole benutzt.
Spezifikationen
- CPU: AMD Ryzen 7 8840U, Hawk Point, 8 x Zen 4 bis zu 5,1 GHz
- GPU: RDNA3-Architektur, 12 CUs
- RAM: 16 GB LPDDR5X-7500
- Display: 7", 1920x1080, 120 Hz, 800 Nits, 100 Prozent DCI-P3, 150 Prozent sRGB, HDR
- Speicher: 512 GB SSD (PCIe4, M2. NVMe 2280), microSD-Kartenslot
- Maße: 310 x 135 x 40 mm
- Gewicht: 692 Gramm
- Akku und Laden: 48,5 Wh mit 65 Watt Ladeleistung
- Betriebssystem: Windows 11
- Anschlüsse: 2x USB4
- Joysticks: Hall-Effekt
- Trigger: Mit zwei Stufen und mechanischen Schaltern
- Trackpads: Zwei
- D-Pad: Mit mechanischen Schaltern
Preis und Verfügbarkeit
Der Zotac Zone ist ab dem 11. September 2024 ab einem Preis von 850 Euro verfügbar.
Das erste Unboxing
7:18
Zotac Zone im Unboxing – Linhs erster Eindruck des neuen PC-Handhelds
Verarbeitung und Komfort
Die Verarbeitung des Zotac Zone macht einen guten Eindruck. Das Gehäuse besteht wie bei fast allen anderen Handhelds aus Kunststoff und ist an den Griffen texturiert. Mit einem Gewicht von 692 Gramm ist das Gerät schwerer als die meisten seiner Konkurrenten. Nur der Lenovo Legion Go bringt noch mehr auf die Waage.
Das Gewicht ist noch in einem erträglichen Bereich. Es erlaubt, längere Zeiträume zu spielen, ohne die Ellbogen immer irgendwo abgestützt zu haben.
| Gaming-Handheld | Gewicht in Gramm |
|---|---|
| Asus ROG Ally | 608 |
| Steam Deck OLED | 640 |
| Steam Deck | 669 |
| MSI Claw | 675 |
| Asus ROG Ally X | 678 |
| Zotac Zone | 692 |
| Lenovo Legion Go | 854 |
Die Griffe sind abgerundet und am unteren Ende dicker. Dadurch lässt sich das Gerät auch dann noch sicher umgreifen, wenn man die Trackpads bedient. Die sind relativ weit unten, unter den Joysticks platziert.
Alle Bedienelemente sind leicht mit den Fingern zu erreichen und ich habe keine unangenehmen Druckstellen bemerkt. Alles in allem ist der Zotac Zone ein gut verarbeiteter Handheld mit ordentlicher Ergonomie.
Und was bei einem Gaming-Produkt natürlich nicht fehlen darf: Auf der Rückseite gibt es einen RGB-Lichtstreifen.
Display
Zotac hat beim Zone einen sieben Zoll großen AMOLED-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung und HDR verbaut. Damit konkurriert das Gerät direkt mit dem Steam Deck OLED. Gleich beim ersten Einschalten habe ich die strahlenden Farben und tiefen Schwarzwerte bemerkt, die ich bei anderen Handhelds mit LCD-IPS-Displays vermisst habe.
Der Bildschirm ist mit 800 Nits schön hell und lässt sich auch im Freien gut genug ablesen. Für ein besonders flüssiges Spielerlebnis sorgt die Bildschirmwiederholrate von 120 Hz.
Wenn ihr einen Handheld mit OLED-Bildschirm sucht, dann ist der Zotac Zone aktuell die beste Alternative zum Steam Deck OLED. Ihr erhaltet hier sogar eine höhere Auflösung und eine schnellere Bildschirmwiederholrate.
Hätte der Bildschirm noch VRR, also eine variable Wiederholrate, wäre er perfekt gewesen.
Der bisher beste eingebaute Controller
Zotac hat dem Zone beeindruckende Bedien-Features spendiert, die man sonst bei Premium-Controllern findet.
Hair-Trigger: Damit lässt sich der Aktivierungsweg von R2 und L2 verkürzen. Schaltet man die Hair-Trigger hinzu, drückt man sogar auf zufriedenstellend klickende Mikroschalter.
Hall-Effekt-Sticks: Dank magnetischer Sensoren wird der Verschleiß der Joysticks verringert, was eine bessere Langlebigkeit verspricht. Außerdem lässt sich mit ihnen präziser zielen, weil ihr die Deadzone besonders klein einstellen könnt (der Bereich, aus dem die Joysticks hinausbewegt werden müssen, bis eine Bewegung registriert wird).
D-Pad mit mechanischen Schaltern: Das D-Pad gehört zu den besseren. Die mechanischen Schalter sorgen für ein hör- und spürbares Feedback. Selbst schwere Fighting-Game-Combos gelingen mir damit.
Dual-Trackpads: Der Zotac Zone besitzt wie das Steam Deck zwei Trackpads, die es euch ermöglichen Spiele mit Maussteuerung zu spielen. Obendrein erleichtern sie die Bedienung von Windows 11.
- Zum Klicken muss man das Trackpad herunterdrücken. Die linke Hälfte registriert den Linksklick und die rechte den Rechtsklick.
- Die Empfindlichkeit der Trackpads ist etwas zu hoch. Beim Klicken kann der Mauszeiger leicht verrutschen. Hier könnte ein Update nachhelfen.
Drehregler für Einstellungen und Steuerung: Um die Joysticks herum befinden sich Drehräder, die beim Drehen zufriedenstellend klicken. Mit ihnen könnt ihr verschiedene Einstellungen ändern. In der von mir getesteten Vorabversion waren bisher nur drei Funktionen verfügbar:
- Displayhelligkeit
- RGB-Helligkeit
- Lautstärke
In Zukunft will Zotac aber auch ermöglichen, dass ihr Spielfunktionen damit belegt, etwa das Wechseln von Waffen
M1 und M2: Auf der Rückseite findet ihr zwei große Tasten, die leicht zu erreichen sind und die ihr frei belegen könnt.
ABXY- und Schulter-Tasten: Die ABXY-Tasten machen einen einwandfreien Eindruck und erinnern mich sehr an die des Xbox Wireless Controller, allerdings mit etwas mehr Widerstand. Die Schultertasten sind sehr lang und können an jeder Stelle gedrückt werden.
Leistung und Kühlung
Leistung: Zotac hat den AMD Ryzen 7 8840U verbaut. Das ist ein Chip, der sehr stark dem AMD Ryzen Z1 Extreme ähnelt, der auch im Lenovo Legion Go oder in der Asus ROG Ally X steckt. Dank integrierter NPU (Neural Processing Unit) ist die KI-Leistung des Ryzen 7 8840U höher. Bei Spielen sind nur geringe Unterschiede bemerkbar – in beiden steckt die Radeon 780M-GPU.
Ich habe die Leistung mit dem Lenovo Legion Go verglichen, weil sich beide Geräte hardwaretechnisch sehr ähneln. Wenig überraschend gibt es nur geringe Unterschiede.
Die drei Spiele habe ich im Medium-Preset, 1080p-Auflösung und ohne Hochskalierung getestet.
| Spiel | Zotac Zone | Lenovo Legion Go |
|---|---|---|
| Monster Hunter World | 15 W: 33 FPS 25 W: 41 FPS 30 W: 43 FPS | 15 W: 33 FPS 25 W: 41 FPS 30 W: 40 FPS |
| Tekken 8 | 15 W: 40 FPS 25 W: 49 FPS 30 W: 49 FPS | 15 W: 40 FPS 25 W: 41 FPS 30 W: 41 FPS |
| Horizon Zero Dawn | 15 W: 36 FPS 25 W: 47 FPS 30 W: 49 FPS | 15 W: 23 FPS 25 W: 43 FPS 30 W: 43 FPS |
Der Zotac Zone liefert selbst mit 15 Watt eine ordentliche Leistung ab, wenn ihr eure Bildwiederholrate auf 30 FPS begrenzen wollt. So könnt ihr ordentlich Akku sparen.
Kühlung: Der Handheld hat auf der Rückseite Lüftungsschlitze. Durch die befördert ein Lüfter Luft ins Innere, die dann nach oben ausgegeben wird. Die Lautstärke ist bei höchster Drehzahl etwas lauter, als ich es von beiden Asus-ROG-Ally-Geräten kenne, aber nicht so störend schrill, wie beim Lenovo Legion Go. Die Griffe bleiben angenehm kühl und werden nicht sonderlich warm.
Software und Bedienung
Wie auch bei anderen Geräten ist Windows 11 vorinstalliert. Ferner gibt es von Zotac die Zotac-One-App, die für Controller-Bedienung optimiert ist. Ich habe für diesen Test eine noch sehr frühe Version der App erhalten (v0.7.5), die aber schon ordentlich funktioniert hat.
Darüber konnte ich Folgendes machen:
- Spiele und Medien starten
- Verschiedene Store-Plattformen verwalten
- TDP-Leistung zwischen 8 und 30 Watt einstellen
- Controller-Belegung ändern und Profile anlegen
- Bildschirmeinstellungen ändern
- Audioeinstellungen ändern
- Lüftereinstellungen ändern (auch mit Kurveneditor)
Dank der Trackpads und dem Touchscreen ist die Bedienung von Windows 11 auf der Desktop-Oberfläche weniger umständlich als bei den Handhelds ohne Trackpad.
Wie schon erwähnt ist die Empfindlichkeit der Trackpads noch zu hoch und es muss eine Option geben, um sie zu verringern. Ansonsten kann es schwierig sein, einen Doppelklick zu machen oder kleine Elemente zu treffen.
Akkulaufzeit und Laden
Zur Information: Mein Testgerät besitzt nur eine maximale Akkukapazität von etwa 97 bis 98 Prozent. In der Praxis sollte das allerdings kaum einen Unterschied ausmachen. Die tatsächliche Akkulaufzeit sollte sogar minimal bessern sein als bei meinem Testgerät.
Der 48,5 Wh-Akku reiht sich in die erste Generation der Handheld-PCs ein. Sie ist vergleichbar mit Asus ROG Ally, Lenovo Legion Go und MSI Claw.
Das bedeutet allerdings auch, dass beim Performance-Modus und Blockbuster-Titeln nach maximal zwei Stunden der Saft alle ist. Wenn ihr größtenteils zu Hause spielt, ist ein Ladekabel natürlich nie weit entfernt, aber wenn ihr den Handheld auch unterwegs verwenden wollt, dann bleibt die Asus ROG Ally X bis heute die beste Wahl.
Die Zotac Zone kann mit einem mitgelieferten 65-Watt-Ladegerät aufgeladen werden. Für das Netzteil liegen sogar internationale Adapter bei.
Besondere Features
Webcam: Der Zotac Zone verfügt über eine Webcam mit sehr geringer Auflösung. Für Videoanrufe reicht die Qualität wohl aus, aber fast jedes Handy liefert eine bessere Qualität.
Lautsprecher: Sie klingen ordentlich, haben aber etwas wenig Bass, wie es bei diesen Geräten üblich ist. Leider sind sie nach unten statt nach vorn gerichtet.
MicroSD-Kartenslot: Auf der Unterseite befindet sich ein Slot für microSD-Karten. So könnt ihr einfach den Speicher erweitern, ohne direkt die SSD austauschen zu müssen.
M.2 NVMe 2280-SSD: Solltet ihr dennoch eure SSD upgraden wollen, könnt ihr zu gewöhnlichen mit dem 2280-Formfaktor greifen, die auch bei DIY-PCs üblich sind.
Zwei USB-4-Anschlüsse: Oben und unten findet ihr jeweils einen USB4-Anschluss. So könnt ihr einfach auswählen, von welcher Seite ihr das Gerät auflädt und ihr könnt schnelle SSDs oder eine externe Grafikkarte anschließen.
- Tatsächlich besitzt das offizielle Dock für das Gerät einen Steckplatz für eine SSD. Obendrein wird der Zotac Zone mit dem unteren USB-Anschluss mit dem Dock verbunden, wie die Nintendo Switch. Somit gibt es kein Kabel, das ihr oben einstecken müsst.
Home-Taste: Zusätzlich zur Zotac One- und Schnelleinstellungen-Taste findet ihr eine, um mit einem Tipp auf den Windows-Desktop zurückzukehren.
Fingerabdrucksensor: In der Power-Taste ist ein Fingerabdrucksensor für Windows Hello integriert.
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Zotac Zone: Der neue Windows-Handheld im Trailer
Solltet ihr euch den Zotac Zone kaufen?
Der Zotac Zone ist aktuell keine schlechte Wahl. Unter den Windows-Handhelds kann er mit Features glänzen, die ihr so schnell nicht bei der Konkurrenz findet. Die Dual-Trackpads und der AMOLED-Bildschirm machen ihn außerdem zu einer hervorragenden Steam Deck OLED-Alternative.
Der Zotac Zone eignet sich für euch, wenn …
- … ihr einen Handheld-PC mit OLED-Bildschirm sucht, euch SteamOS aber zu sehr einschränkt
- … ihr Spiele unterwegs auch gerne mit Maussteuerung spielen wollt.
- … euch Features von Premium-Controllern wichtig sind
- ... ihr den Zone vor allem zuhause nutzen möchtet
Mögliche Alternativen
Asus ROG Ally X: Für nur etwa 50 Euro mehr könnt ihr euch die Asus ROG Ally X kaufen. Die Controller-Features und der Bildschirm sind nicht auf dem Level des Zotac Zone, dafür ist der Akku deutlich größer.
Lenovo Legion Go: Obwohl der Legion Go keinen OLED-Bildschirm besitzt, ist das 8,8-Zoll-Display dennoch eine Wucht. Wenn euch sieben Zoll zu klein sind, dann ist der Lenovo-Handheld eine ausgezeichnete Alternative. Obendrein kostet er inzwischen weniger. Beachtet jedoch, dass dieser Handheld ziemlich schwer ist.
Steam Deck OLED: Wenn euch SteamOS ausreicht und ihr nicht unbedingt Windows 11 benötigt, dann könnt ihr natürlich ohne schlechtes Gewissen zum Steam Deck OLED greifen. Ihr spart Geld und erhaltet ein Gerät, das für Spiele optimiert wurde.
Preis-Leistung: Die Zotac Zone kostet 850 Euro und ist somit nur 50 Euro günstiger als die Asus ROG Ally X und teurer als Lenovo Legion Go, Steam Deck OLED, MSI Claw und die erste Asus ROG Ally.
Dafür bietet euch der Zone einen integrierten Premium-Controller, ein wunderschönes AMOLED-Display und Dual-Trackpads, die den Preis rechtfertigen können. Wenn ihr auf diese zwei Dinge verzichten könnt, dann reicht euch auch einer der günstigeren Optionen.

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