Egoshooter & Rollenspiel haben ein Kind bekommen.

'it's all about Numbers'. Auf diesen Satz lässt sich die ewige Jagd nach Erfahrungspunkten & Levelaufstiegen reduzieren. Weshalb das im Fall von Borderlands...

von grenzgäng am: 24.03.2011

'it's all about Numbers'. Auf diesen Satz lässt sich die ewige Jagd nach Erfahrungspunkten & Levelaufstiegen reduzieren. Weshalb das im Fall von Borderlands nicht nachteilig & insbesondere zusammen mit Freunden sogar hochmotivierend ist, lesen sie hier.

Welcome to the Pandora-Express

Schüsse sausen an uns vorbei, wir hören verrücktes Schreien um uns herum und versuchen, halbwegs genau zielend in Deckung zurückzukriechen. Doch noch bevor wir den schützenden Felsen hinter uns erreichen sinken wir fluchend zu boden. Während unserer letzten Atemzüge visieren wir den Muskulösen Missetäter vor uns an, doch noch bevor wir ihm eine Abschiedskugel - und uns den rettenden Schuss ins Diesseits verpassen können färbt sich auch schon der Bildschirm schwarz & die New-U-Station lässt uns am nächsten Checkpoint in den heissen Wüstensand plumpsen.
Dieses unscheinbare Räubernest auszuheben haben wir uns einfacher vorgestellt.
Aber wir bleiben hartnäckig & versuchen es erneut. Diesmal mit Rückendeckung unserer Freunde, denn die vielversprechende Waffenkiste am anderen Ende, wollen wir uns nicht entgehen lassen!

Egoshooter & RPG in einem. Das geht?

Und wie das geht!
Wir steigen als frisch gelandeter Schatzjäger in Pandora aus nachdem wir uns für einen der 4 Charaktere entschieden haben.
Zur Wahl steht Mordecai, der Scharfschütze, Brick der Haudrauf, Lilith das wieselflinke Aquivalent zur Magierin & Roland den sehr anpassbaren Soldaten.
Schon in den ersten Spielminuten fallen uns die Zahlen auf, die beim Gegnerbeschuss aufploppen.
Diese zeigen wie in einem Rollenspiel den angerichteten Schaden an.
Je nach Waffenwahl - und Waffen, damit brüstet sich 2k Games - gibt es abertausende! - ändert sich der Effekt & selbstverständlich auch der Schaden den wir anrichten.

Haben wir genug Gegner erlegt bzw genug Aufträge für die kuriosen Bewohner Pandoras erledigt, steigen wir im Level auf. Dies bringt uns neue klassenspezifische Fähigkeiten die wir ausbessern können & lässt uns auch bessere Waffen verwenden, die wir meisten nur ab einem bestimmten Level benutzen dürfen.


Ganz nebenbei verbessert sich auch unsere Waffenfähigkeit, dh je öfter wir mit unserem Schiessprügel austeilen, desto mehr Schaden richten wir zukünftig mit dieser Waffengattung an.
Und statt sinnfreier 'Achievements' setzt das Spiel auf Aufgaben die man nebenher erledigt (wie z.B. 1000 Gegner plätten) und belohnt deren Erfüllung mit Erfahrungspunkten!

Over 7 Bazillion Weapons

Kommen wir zum Werkzeug eines jeden beruflich tätigen Waffennarren & Schatzjägers: Den Wummen.

Laut 2k schwirren im Spiel gut & gerne 17750000 Kampfgeräte herum um der hiesigen Fauna & Flora gehörig einzuheizen.
Ganz 17750000 verschiedene Waffen sind es nicht, es sind eher verschieden Abwandlungen der Grundmodelle mit unterschiedlichen Elementarschäden & -Formen.

Dennoch bleiben mehrere Tausend Waffen übrig die nur darauf warten gefunden & benutzt zu werden. Darunter Kuriositäten wie Raketen schiessende Schrotflinten oder Schrotmunition verballernde Revolver oder Gewehre mit verschiedensten Elementarschäden...
Das Inventar in Borderlands ist schneller gefüllt als man 'look at that!' sagen kann.

Je nach gewählter Klasse heizt man den Gegnern dann auch unterschiedlich effektiv ein, so ist der Scharfschütze logischerweise mit dem Sniper-Gewehr Freund & der Soldat brät die Gegner idealerweise mit MG's oder Schrotflinten weg.

HaHa! I've got a Story for you!

Die anfängliche Handlung und Motivation ist recht schnell erzählt: Wir sind Schatzjäger, haben etwas von einem 'Vault' gehört der sich auf Pandora befinden soll & randvoll mit Schätzen gestopft ist und wir möchten für mehr Raum in eben diesem sorgen.
Die restlichen Geschehnisse auf Pandora, einem wüstenänlichen Planeten werden anhand von gefundenen Tonbändern oder kurzen Pop-Art-mässigen Zwischensequenzen (die weniger etwas aussagen sondern mehr der Atmosphäre Futter liefern) erzählt.
Häufig muss man dabei schmunzeln, wenn man dem unmotivierten General Knoxx lauscht wie er auf seinen Job flucht, oder einer amüsanten Scooby Doo-Anspielung auf der Zombieverseuchten Insel.

Die gesamte Story fügt sich so zu einem recht amüsanten Puzzle zusammen & die Rahmenhandlung für's Monster, Mutanten & Soldaten -Geschnetzel wartet sozusagen darauf erkundet zu werden.

Dass das Ende vom Hauptspiel so abrupt & verwirrend in Enttäuschung mündet, fällt zwar unangenehm auf, wird jedoch durch die sehr spassigen DLC's (mit weiterführender Story)wieder wettgemacht.

Paint it Colourfull

Der Grafikstil von Borderlands passt zu dem abgedrehten & mit verrücktem Humor gespickten Setting von Pandora.

Wie verrückte Comic-Charaktere warten die Gestalten nur darauf sich im nächsten Strip die Blösse zu geben und
Wie gezeichnete Texturen auf Felsen, wie aus einem Sketchbook anmutende Pinselstriche auf Charakteren, das fügt sich problemlos ins überdrehte Gesamtbild von Pandora.

Anfängliche Skepsis ob Gearboxs' Entscheidung den Cell-Shading-Anmutenden für ihr Spiel zu verwenden, weicht rasch der Erkenntnis, dass es absolut zu dem Setting und dem Gameplay passt.

Der Gesamteindruck ist ein Runder: Verhältnismässig wenig Polygone & niedrig aufgelöste Texturen, dafür aber an den entscheidenden Stellen Scharf & mit Stimmungsvollen Filtern / Shadern & kräftigen Farben versehen.

Man denke da an die 'Salt Flats' mit ihrem riesigen Schaufelbagger & dem Abendrot am Himmel oder den Mond auf der Zombieinsel der sich zwischen knorrigen Ästen hervordrückt und alles in ein comic-düsteres Flair taucht.

Es passt, es ist stimmig & die Hardwareanforderungen sind moderat. Ein Zeichen für ein gutes Händchen.

Bring' deine Freunde mit!

So richtig blüht Borderlands auf, wenn man im Coop-Modus loszieht & Pandora unsicher macht.
Dann merkt mann an vielen Stellen, dass das Gameplay geradezu ausgelegt ist für ein gemeinsames Coop-Vergnügen.

Ist ein Mitstreiter mit seiner Lebensenergie ganz unten, so hat man noch Zeit ihm zu Hilfe zu eilen und wieder aufzuhelfen (alternativ kann der Verwundete es auch versuchen, Gegner abzuschiessen & sich so wieder 'zurückzuholen').
Das wird mit Erfahrungspunkten belohnt.

Gesammeltes Geld & Erfahrungspunkte werden automatisch brüderlich unter den Mitspielern geteilt. So lassen sich auch niedrigstufigere Freunde bequem 'mitführen'.

Zusammen kann man sich auch einen fahrbaren Untersatz schnappen & durch Pandora düsen. Einer übernimmt dann das Steuern & der Andere das Schiessen.

Und das beste Argument für den Coop-Spass sind die mächtigeren Waffen, die das Spiel dann platziert sobald man mit mehreren (bis zu 4) Mitstreitern unterwegs ist, dh mehr Mitstreiter bedeuten auch wertvollere Schätze.

Leider sind manche Zwischenbosse im Coop lächerlich schnell auszuschalten, wohingegen 'Standart'-Gegner manchmal eine ganze Gruppe auslöschen können.
Passt man sich jedoch gut ab & geht weitesgehend taktisch klug vor, erfreut man sich der Herausforderung.
Und den darauf folgenden Erfahrungspunkten!

Weil's so gut war...

Wem das Spiel im Coop zu einfach war oder einfach nocheinmal Pandora von seiner Fauna & Flora bereinigen möchte, der kann mit seinen Freunden nocheinmal im 'Playthrough 2' losziehen. Mit zueletzt gespieltem Level & gleicher Ausrüstung. Dann warten noch stärkere Waffen aber auch kräftigere & mehr Gegner auf die Schatzjäger. So man kann sich auch auf die Kämpfe in 'Mad Moxxis' Arena vorbereiten & seinen Charakter weiter ausbauen. Vorbereitung ist auch dringend nötig, wenn man auf Moxxis Spielwiese überleben möchte.

Es fusionierte und es ward gut.

Oft ertappt man sich dabei 'nur noch diesen einen Level' aufsteigen zu wollen oder 'nur noch diesen neuen Schiessprügel' auspropieren zu wollen.

Die Coop-Erfahrung, die abertausenden Waffen, die hochmotivierende Erfahrungspunkte-Hatz, das alles verschmilzt zu einem suchterzeugenden Spielerlebnis, das man am besten mit einem eingespielten Freundeskreis teilt.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: wie aus einem Artbook entsprungen
  • Sound: dynamische, druckvolle Musik, lustige Sprüche
  • Balance: angenehm ansteigender Schwierigkeitsgrad
  • Atmosphäre: schick designte Umwelt, schräge Rahmenhandlung
  • Bedienung: Einfache Egoshootersteuerung, Karte & Skillbäume
  • Umfang: mit DLC's beträchtliche Spielzeit, 2ter Durchlauf
  • Leveldesign: grosse, abwechslungsreiche Landschaften
  • KI: Gegner suchen grösstenteils Deckung....
  • Waffen & Extras: abertausende Waffen, Schilde & Modifikationen
  • Handlung: amüsante & verrückte Haupt- & Nebenhandlungen
  • Grafik: manchmal etwas detailarm
  • Sound: klirrende Kollisionsgeräusche im Fahrzeug
  • Balance: manche Zwischengegner zu schwach
  • Atmosphäre: NPC's haben zuwenig zu erzählen
  • Bedienung: -
  • Umfang: -
  • Leveldesign: etwas Bevölkerungsarm
  • KI: ...sind aber meist eher lebensmüde Bleischlucker
  • Waffen & Extras: -
  • Handlung: manches erst beim 2ten Blick erkennbar

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



Kommentare(3)

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