Für diesen Shooter lass' ich jeden DOOM stehen!

Eine 90 für SPACE HULK DEATHWING? Ist der wahnsinnig?! Naja, es soll ja auch Leute geben die CYBERPUNK 2077 jenseits der 90 bewerten...

von Kontra am: 22.12.2020

Dieser Test bezieht sich auf die ENHANCED EDITION von SPACE HULK: DEATHWING!

 

Mein persönlicher Lieblingsshooter!


Ja, ich bin WARHAMMER 40K Fan, und ja ich liebe auch SPACE HULK: VENGEANCE OF THE BLOOD ANGELS von 1996. Somit gehöre ich auch eindeutig zur Zielgruppe von SPACE HULK: DEATHWING, das mehr oder weniger ein zeitgemässes Update dieses Spiels ist, mit einigen Neuerungen.

Vom Spielprizip orientierte man sich an LEFT 4 DEAD, es ist also ein Co-Op Shooter, den man allerdings auch offline ohne andere Spielen kann. Anstelle menschlicher Mitstreiter übernimmt die KI den Part der 3 Waffen-Brüder. Diese agieren nicht gerade mit überwältigender Intelligenz (man muss dem Heiler der Gruppe schon explizit die Anweisung geben sich und andere zu heilen, ansonsten schaut er seelenruhig zu wie das Team auseinandergenommen wird). Statt Zombies gekämpft man hier Genestealer und andere Tyranniden (eine Alienrasse aus WARHAMMER 40k).

Ein nettes Waffenarsenal steht unseren Team von Space Marines zur Verfügung, vom Maschinengewehr über Flammenwerfer bis hin zu Schwert und Schild. Das schiessen steht hier klar im Vodergrund, und dafür erhält man auch reichlich Kanonfutter.

 

Optisch und atmosphärisch brilliant, soundtechnisch ein Hänger

Das Artdesign von SPACE HULK: DEATHWING ist einfach phantastisch. Von engen, klaustrophobischen Gängen wie aus den ALIEN Filmen bekannt bis hin zu gothisch angehauchten Kathedralen (ja, in WARHAMMER 40k sind die Raumschiffe wie Kathedralen gebaut, inklusive farbiger Glasmalerei!). Und anstatt wie in DOOM ETERNAL hat man auch genügend Zeit sich diese auch in Ruhe anzuschauen!

Leider ist die akustische Untermalung weniger gelungen. Hintergrundmusik gibt es so gut wie nie. Die Waffen-Brüder wiederholen sich zu oft und haben wenig abwechslungsreiche Kommentare parat. Dafür sind die Sprecher ziemlich gut. Die Waffensounds und Umgebungsgeräusche sind befiredigend mit Luft nach oben.

Trotz des Hängers beim Sound besticht SPACE HULK DEATHWING durch eine immense Atmosphäre die dichte von ALIENS erreicht. Die Tyranniden sind auch ein bisschen von Gigers Alien Design abgekuckt, somit kommt durchaus etwas Ripley-Feeling auf!

 

Space Marines in Power Armour statt DOOM Prima Ballerina!

Man steuert einen Space Marine, eine Art Super Soldat in Power Armour und dementsprechend bewegt man sich auch realistisch. Die Space Marines sind gut gepanzert aber schwerfällig und plump, die Tyranniden dafür flink und ungepanzert. Auf Distanz sind sie eher ungefährlich, aber lässt man die Biester in Gruppen zu nah an sich ran können sie die Truppe relativ schnell dezimieren. Es gibt zwar vier Schwierigkeitsgrade aber selbst auf der einfachsten Stufe ist das Spiel relativ schwer.

Im Gegensatz zu DOOM (2016) und DOOM ETERNAL gibt es hier keine nervigen Platforming Passagen. Das Spiel verfügt Gott sei Dank über keine Sprungtaste. Wer also als Prima Ballerina über den Bilschirm hüpfen will spielt also besser DOOM oder gleich Super Mario.

 

Taktik Shooter inklusive!

SPACE HULK DEATHWING spielt sich wie SPACE HULK VENGEANCE OF THE BLOOD ANGELS - einfach nur ballern führt nur zum Tod. Taktik ist gefragt: stationäre Geschütze legt man am besten aus der Ferne per "Hacking" lahm, Türen lassen sich auch per "Hacking" dauerhaft verriegeln, so fallen die Biester einem nicht in den Rücken aber man sollte es mit Bedacht tun, den man schneidet sich auch die Rückzugsmölglichkeit ab.

Im Einzelspielermodus sind die "Rollen" fest zugeteilt, man selbst spielt einen "Librarian" eine Art Elitesoldat unter den Deathwing mit der grössten Auswahl an Waffen, zur Seite gestellt wird uns ein Soldat und ein Apothecary (eine Art Kleriker mit Heilungsspritze). Die Waffen der Mitstreiter lassen sich eingeschränkt auch auswählen. Nur im Mehrspielermodus kann man sich eine Klasse gezielt aussuchen.

Jeder Level ist hat bis zu 3 Hauptmissionen die während der Mission ergänzt werden. Oft rennt man von einem Ende der Karte ans andere und so weiter, dadurch werden die Missionen etwas künstlich gestreckt. Immer wieder werden Horden von Tyranniden losgetreten, die man hunderteweise niedermetzelt. Am Ende der Mission darf man Skillpunkte verteilen, die z.B. die Rüstung und Feuerkraft des eigenen Terminators oder des Teams verstärken oder einem Spezialangriffe geben.

Freies Speichern ist leider nicht möglich, es gibt Speicherpunkte (man muss also nicht die gesamte Mission von vorne Spielen), 11 Heilspritzen sind während einer Mission verfügbar, und 4 Psy-Gates, diese teleportieren das gesamte Team in nach einem Countdown aus den Gefahrenbereich in eine "Safe Zone", beleben gefallene Kameraden, füllen die Heilspritzen wieder auf und erlauben es den Trupp neu auszurüsten.

 

Fazit

SPACE HULK DEATHWING ist kein perfektes Spiel, deshalb vergebe ich auch nie mehr als 9 von 9 Punkten. Aber für Fans von Co-Op Shootern und WARHAMMER 40k ist SPACE HULK DEATHWING das beste Spiel das es gibt. Es bleibt der Vorlage treu und sieht einfach phantastisch aus. Man fühlt sich auch wirklich als gepanzerter Space Marine und nicht als Lara Croft.

Das Waffenarsenal ist umfangreich und stellt auch eine willkommene Abwechslung zum Genrestandard dar. Die Enhanced Edition bring ein paar neue Gegner (Kamikaze-Aliens), merzt Performance Probleme der Ursprungsversion aus und beseitigt einige Bugs. Ab und an blieb noch die Sprachausgabe unseres Kommandeurs bei den Briefings stumm, aber Gamebreaker Bugs gab es keine.

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Wertung
Pro und Kontra
  • - Atmosphäre ist hervorragend
  • - optisch eine Augenweide
  • - Mix aus Shooter und Taktik
  • - Co-Op mit echten Spielern hervorragend
  • - fordernder Schwierigkeitsgrad verhindert reine Ballerorgie
  • - Warhammer 40k Setting
  • - Durchhänger bei Sound und Musik
  • - eher dämlich agierende KI

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



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