Grandiose Fortsetzung mit kleinen Macken

Knights of the Old Republic ist eines der besten Star Wars- und Rollenspiele aller Zeiten. Ob der Nachfolger das hohe Nivou des ersten Teils in Sachen Story,...

von Darmanfan am: 16.04.2016

Knights of the Old Republic ist eines der besten Star Wars- und Rollenspiele aller Zeiten. Ob der Nachfolger das hohe Nivou des ersten Teils in Sachen Story, Atmosphäre, Gameplay, Soundtrack und Spielwelt halten kann? Die Antwort: Definitiv!

 

Die letzte Jedi

Die Handlung spielt sechs Jahre nach dem ersten Teil. Wir spielen eine neue Figur, die im Kanon Meetra Surik heißt und eine Frau ist. Im Spiel werden wir aber die ganze Zeit nur „Die/Der Verbannte“ genannt. Warum das so ist erfahren wir im Verlauf der Story.

Zu Beginn wachen wir auf einer Minen-Station im Peragus-System auf und wissen weder, wie wir hier hingekommen sind, noch was hier passiert ist. Denn außer uns sind alle anderen Menschen auf der Station tot. Nur eine alte Frau und ein ehemaliger Arbeiter haben überlebt. Die alte Frau, Kreia, spricht in Rätseln und kommuniziert über die Macht mit uns, während wir uns durch die Station bewegen. Bei dem Minenarbeiter handelt es sich um Atton Rand. Er ist sehr misstrauisch und hat den typischen Schmuggler-Charakter, wie wir ihn aus dem Star Wars Universum kennen und lieben. Die beiden werden zu unseren primären Verbündeten. Die Story ist sehr gelungen und spannend, aber direkt am Anfang merkt man schon, dass die Geschichte um Revan und Malak aus dem ersten Teil eine große Rolle spielt. Vorkenntnisse werden also benötigt.

Unser eigentliches Problem sind die Sith, die anscheinend sämtliche Jedi vernichtet haben. Nur wir sind noch übrig und sollen unseren Feind nun davon abhalten auf der Suche nach dem letzten Jedi die Republik zu vernichten. Doch diese will uns ebenfalls an den Kragen und uns in Gewahrsam nehmen. Außerdem hat die Exchange ein extrem hohes Kopfgeld auf alle Jedi ausgesetzt, weshalb eine Menge Kopfgeldjäger auf sämtlichen Planeten nach uns suchen. Wir haben also ständig irgendwelche Verfolger im Nacken, weshalb man sich immer „gejagt“ fühlt. Das erschafft eine tolle Atmosphäre. Ebenfalls für diese Atmosphäre verantwortlich sind die zahlreichen, gut vertonten Gespräche, die meistens wirklich interessant sind und viele Informationen über das Star Wars Universum preisgeben.

 

Entscheidungen mit Folgen

Jedes Gespräch, das wir im Verlauf des Spiels führen bietet uns unterschiedliche Antwortmöglichkeiten. In den meisten Gesprächen können wir uns entscheiden, ob wir uns mit unserer Antwort auf die Helle oder die Dunkle Seite schlagen. Wenn uns zum Beispiel eine Frau bittet ihre entführte Tochter zurück zu bringen, können wir entweder helfen und uns Helle Seite Punkte verdienen, oder ihr sagen, dass sie verschwinden soll und sie bedrohen um Dunkle Seite Punkte zu verdienen.

Diese Entscheidungen haben nicht nur Auswirkungen auf unser optisches Erscheinungsbild (die Dunkle Seite durchzieht das Gesicht des Charakters mit dunklen Adern), sondern auch auf die Fähigkeiten, die wir uns im Laufe des Spiel mit Level-Ups freischalten können. Denn manche Fähigkeiten können wir nur erlernen, wenn wir die entsprechende Seite der Macht gewählt haben. So können wir dem Gegner auf der hellen Seite nicht das Leben aussaugen und uns damit heilen. Wer Fähigkeiten beider Seiten im Kampf nutzen will, sollte seine Gruppe, bestehend aus den vielen Begleitern, die man im Spiel trifft, entsprechend anpassen. Grade Anfangs sind die Kämpfe besonders spannend, da man noch nicht stark genug ist, um es direkt mit vielen oder starken Gegnern aufzunehmen. Doch gegen Ende können wir einfach jeden Gegner in wenigen Sekunden erledigen, nur der finale Boss ist etwas schwerer zu knacken.

 

Altes Schiff, neue Crew

Unsere Begleiter finden wir auf unserer Reise durch die Galaxis automatisch. Jeder dieser Charaktere ist einzigartig und hat eine ganz besondere Persönlichkeit. Atton und Kreia begleiten uns am längsten, weshalb wir eine besondere Bindung zu ihnen aufbauen. Es gibt aber nicht nur neue Gesichter: Auch T3-M4 und HK-47, die beiden Droiden aus dem ersten Teil sind auch wieder mit von der Partie.

Jeder unserer Begleiter orientiert sich in eine Macht-Richtung: Die Helle Seite, die Dunkle Seite oder neutral. Je nachdem, welche Begleiter wir auf unserer Reise mit uns nehmen, reagieren diese auf unsere Taten und Entscheidungen. Manche Charaktere können wir so beeinflussen und auf „unsere“ Seite ziehen. Bei anderen verlieren wir Einfluss auf sie, was zur Folge trägt, dass sie uns nicht mehr vertrauen und wir keine weiteren Informationen über deren Geschichten erfahren. Die Vergangenheit unserer Verbündeten ist meistens sehr interessant, weshalb wir versuchen sollten, sie so wenig wie möglich zu verärgern.

 

Schön, belebt, grausam: Die Galaxis

Star Wars bot schon immer eine gewisse Vielfalt an Welten. Auch in KotOR II können wir diverse Welten bereisen. Jede dieser Welten ist einzigartig und hat ihren ganz eigenen Flair. Ein paar Beispiele: Peragus II ist mit seinen engen Gängen und Mienendroiden beklemmend und kalt. Die Steppen Dantooines sind friedlich und wunderschön. Nar Shadda hingegen ist dreckig, aber sehr belebt.

Während unserer Reise bleiben wir immer mal wieder stehen, um kurz die Atmosphäre der jeweiligen Welt aufzunehmen und dem stets passenden und sehr gelungenen Soundtrack, der auch Stücke aus dem ersten Teil beinhaltet, zu lauschen. Dazu muss man leider sagen, dass wir meistens sehr lange laufen müssen, um zur nächsten Quest oder zum nächsten Bereich zu kommen. Nur selten haben wir die Möglichkeit eine Schnellreisefunktion zu nutzen. Das kann manchmal etwas nervig sein, wird aber durch die sehenswürdige Umgebung entschädigt.

Normalerweise können wir mit der Ebon Hawk frei wählen, welche Welt wir als nächstes besuchen wollen, doch manchmal werden wir auf Grund der Geschehnisse, die wir durch unsere Suche nach den letzten Jedi ausgelöst haben, eingeschränkt. Gegen Ende dürfen wir gar nicht mehr auf die Galaxis-Karte zugreifen, sondern werden strickt von einem Ort zum nächsten geflogen. Das nimmt etwas das Freiheitsgefühl, das wir im Spiel sonst so stark fühlen.

 

Ein technisches Auf und Ab

Schon als das Spiel 2004 erschien, waren viele von der Grafik beeindruckt. Heute ist die Grafik logischer Weise kein Standard mehr, doch das macht das Spiel noch lange nicht hässlich. Auch wenn vereinzelt Kantenflimmern auftritt, kann man von einem grafisch recht runden Titel sprechen. Das Spiel läuft auf Grund seines Alters auch auf sehr alten Rechnern. Die Spielmechaniken sind gut vom ersten Teil übernommen und gehen griffig von der Hand, ein paar kleine Änderungen hätten aber trotzdem nicht geschadet.

Das große technische Problem des Spiels liegt aber nicht in der Grafik oder den Spielmechaniken, sondern in den Aufgaben. Denn das Spiel hat seit dem Release Probleme mit Bugs, die zum Beispiel das Abschließen von Quests unmöglich machen, da wichtige Charaktere z.B. einfach nicht spawnen. Sie treten zwar nicht oft auch, aber trotzdem nerven sie sehr. Man kann diese Bugs nur umgehen, indem man nochmal den letzten Spielstand lädt und hofft, dass der Bug dadurch ausgehebelt wird. Diese Methode funktioniert aber nicht immer.

 

Ein Hoch auf die Community

Im Jahr 2015 wurde das Spiel auf Steam überarbeitet. So wurden Errungenschaften, Widescreen-Auflösungen, sowie Steam-Workshop Support eingefügt. Das ermöglicht die leichte Einbindung der so genannten „Restored Content Modifikation“, die die genannten Bugs behebt, sowie herausgeschnittenes Material einfügt. Dieser Mod bereichert das Spiel allgemein und ist in diversen verschiedenen Sprachen (darunter auch Deutsch) erhältlich. Wenn man das Spiel über Steam erworben hat, sollte man diese Modifikation also definitiv mal ausprobieren, da man sich eventuell sehr viel Frust erspart.

 

Fazit

Der Vorgänger bot eine packende Story, eine einzigartige Star Wars Atmosphäre und war in vielen Belangen fast schon perfekt. Der zweite Teil der KotOR Reihe beschreitet einen ähnlichen Pfad, auch wenn das Spiel unter kleineren technischen Problemen leidet. Außerdem wird das Spiel gegen Ende sehr leicht. Doch eine spannende Story, herausragendes Gameplay, faszinierende Welten und ein perfekt passender Soundtrack machen die kleinen Mängel fast unvergessen. Diese Reise wird sicherlich kein Spieler so schnell vergessen.

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Wertung
Pro und Kontra
  • fesselnde Story
  • tolle Gefährten mit eigenen Geschichten
  • völlig unterschiedliche Planeten
  • alle Entscheidungen haben Auswirkungen
  • großartiger und passender Soundtrack
  • Kampf- und Skillsystem aus dem Vorgänger
  • sehr gute deutsche Sprecher
  • Restored Content Mod löst Bug-Problem
  • gelegentlich große und störende Bugs
  • gegen Ende sehr leicht
  • leichtes Kantenflimmern

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 40, weniger als 100 Stunden



Kommentare(2)

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