Mit Mods noch eine ganze Ecke besser

Für mich als Railroad Tycoon-Veteranen war Train Fever die Hoffnung auf einen würdigen Nachfolger seit langem. Das hat sich nicht bestätigt! Denn...

von Lexx am: 06.12.2015

Für mich als Railroad Tycoon-Veteranen war Train Fever die Hoffnung auf einen würdigen Nachfolger seit langem. Das hat sich nicht bestätigt! Denn der Fokus von Train Fever liegt weniger in der Wirtschaftssimulation. Es gibt keine Aktien, keine Konkurrenz und keine allzu komplexe Wirtschaft (am Ende läuft es immer darauf hinaus, "Güter" an die Städte zu liefern). Stattdessen liegt das Augenmerk auf der Erschaffung eines perfekt funktionierenden ÖPNV-Netzwerkes. Was im Warenverkehr an Komplexität fehlt, steckt dafür umso präziser in der Personenbeförderung. Die Menschen haben ein konkretes Ziel und wählen die schnellste Verbindung, die sie dorthin bringt. Und jeder wird einzeln simuliert. Wenn also 20 Leute an einer Haltestelle warten, dann sieht man auch 20 Leute dort stehen. Nachdem ein vollbesetzter Zug in den Bahnhof eingefahren ist, verlassen die Passagiere sichtbar den Bahnhof und sorgen meist für überfüllte Bus- und Tramhaltestellen.

Dafür zu sorgen, dass sie von dort schnell abtransportiert werden, macht wie alle anderen Teile des Spiels unglaublich viel Spaß. Zudem ist das System nachvollziehbar. Haltestellen in dicht bebauten Stadtgebieten werden stärker genutzt, wer Wohngebiete, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitareale und Arbeitsplätze miteinander verbindet, erhält eine stärkere Liniennutzung, als wenn die Verbindung nur vom Wohngebiet zum Bahnhof führt. Je mehr Verbindungen in andere Orte vorhanden sind, desto größer werden die Städte. Es gilt also zu Anfang erst einmal, eine neue Stadt mit wenig lukrativen Linien zu erschließen, bevor sie merklich zum Passagieraufkommen beiträgt. Durch das dynamische Wachstum der Städte und zeitbedingte Neuerungen (Autoverkehr) müssen die Linien immer wieder angepasst werden, es entsteh also nie Leerlauf.

Ohne Mods ist der Fuhrpark recht eingeschränkt und - da der Hersteller dort sitzt - sehr schweizlastig. Es gibt allerdings alle wichtigen deutschen Züge/Loks/Waggons inzwischen von der Community. Hinzu kommen Projekte aus weiteren Ländern und Regionen, darunter Großbritannien und Osteuropa. Das schafft insbesondere bei den Straßenbahnen Abwechslung und auch neue Möglichkeiten. Mit Cargo Mods kommt auch ein bisschen mehr Anspruch in den Warenverkehr. Ich empfehle daher, dass man sich das Spiel durch Mods maßschneidert, dann hat man den meisten Spaß daran. Allerdings kann dadurch schnell der Arbeitsspeicher überfordert werden. Ich nutze über 100 Mods und für mich sind 8 GB RAM bereits knapp. Aber das ist es wert!


Positiv zu erwähnen ist auch, dass ich im Spiel keinerlei Fehler finden konnte.

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Wertung
Pro und Kontra
  • - Modellbaucharme
  • - nachvollziebahrer und dynamisch wachsender Personenverkehr
  • - Mit Mods personalisierbar
  • - Güterverkehr sehr eingeschränkt
  • - keine Gebäude außer Bahnhöfen und Depots baubar
  • - Alle Produktionsbetriebe von Anfang an vorhanden, es wachsen keine neuen

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



Kommentare(1)

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