Möge die Mod mit dir sein

Ja Knights of the old Republik II, The Sith Lords, auch KotoR II TSL genannt. Wer erinnert sich nicht, als es vor fast 10 Jahren herauskam, Erbe eines wohl der...

von cloney am: 27.10.2015

Ja Knights of the old Republik II, The Sith Lords, auch KotoR II TSL genannt. Wer erinnert sich nicht, als es vor fast 10 Jahren herauskam, Erbe eines wohl der besten Rollenspiele. In gerade einmal 11 Monaten Entwicklungszeit bei Obsidian entstanden, wollte Lucasarts nicht nur sofort von dem für sie wohl überraschenden Erfolg des ersten Teiles profitieren, sondern sie verkürzten die Entwicklungszeit schon von unfassbar kurzen 13 Monaten noch auf 11 Monate herunter, um es ja noch vor Weihnachten in die Läden zu bekommen. Die Folgen sind bekannt, Gamestar gab eine 88er Wertung für ein Spiel, welches vor Bugs kaum laufen konnte, welches einem an jeder Ecke anschrie, dass hier etwas fehlt. Und zwar fehlte es anders als bei KotoR I, bei dem Bioware auch Content nachträglich entfernte, an jeder Ecke etwas und zwar so auffällig, dass man traurig seien musste. Das gesamte Ende ergab nur wenig Sinn und man merkte, dass gerade hier Entwicklungszeit fehlte.

Doch das ist Geschichte. Aktuell ist, dass KotoR II heute in einem völlig anderen Zustand ist und dies vorallem dank einer Community, die das Potential hinter der hässlichen Fassade des zu frühren Releases sah und das Spiel niemals aufgab. Sie stellten fertig, was fertig zu stellen war, räucherten Bugs aus, brachten Content zurück, entwickelten einen ganzen Planeten neu, von dem nur grob der Inhalt bekannt war und bauen auch sonst Mod nach Mod nach Mod für das Spiel. In diesem Jahr kam zusätzlich mit Aspyr ein Team, dass das Spiel einige wichtige Modernisierungen an der Engine mit gab und bei Steam neu erschienen lies. Diese Rezession wird sich auf die akutelle Steamversion von Kotor II beziehen mit denen im Steam Workshop erhältlichen Mods "TSLRCM 1.8.4" sowie "M4-78", welche von der Mod-Community organisiert aud Deadlystream.com erstellt wurden. TSLRCM 1.8.4 gibt es mit deutscher Sprachausgabe, M4-78 nur auf Englisch, ich empfehle das Spiel deshalb auf Englisch mit beiden Mods zu spielen.

 

Story:
Kotor II spielt wenige Jahre nach dem Geschehen von Kotor I., die Galaxie ist ein dunklerer Ort geworden. Die Jedi-Bürgerkriege, wie der Krieg zwischen Republik und Revan sowie Malaks genannt wird und der 3 Jahre nach dem Krieg zwischen der Republik und den Mandalorianern ausbrach, haben sehr tiefe Spuren hinterlassen. Die Republik ist stark geschwächt, während der Jedi-Orden nicht mehr existiert. Nach dem Krieg waren nur noch 100erte übrig, deren Anzahl sich immer weiter reduzierte. Gleichzeitig werden sie häufig für den verherenden Krieg verantwortlich gemacht, da Revan, Malak und ihr Gefolge aus ihren Reihen stammten. In diesen schweren Zeiten spielt man den Verbannten, einen ausgestoßenen Jedi, welcher in den mandalorianischen Kriegen einer der fähigsten und höchsten Generäle unter den von Revan, welcher gegen den Willen der Jedi die Republik unterstütze. Als einziger Jedi überhaupt kehrte man nach der Entscheidungsschlacht um Malacor V zurück zum Jedirat, der den Hauptcharakter in das Exil verbannte, wo er die Fähigkeit, die Macht zu fühlen, verlor.


Nun erwacht eben dieser Verbannte auf einer Krankenstation einer Minenkolonie, ohne Erinnerungen an die letzten Tage, wie er hier her kam und warum er verletzt war. Er trifft auf Kreia, eine geheimnisvolle, alte Frau, die scheinbar weiß, was passiert ist und ihn schon vorher getroffen hatte. Sie hilft ihm während ihres Versuches, die geisterhafte Station zu verlassen, wieder langsam die Macht zu fühlen. Dazu zeigt sich, dass die Station weniger verlassen ist, als es den Anschein macht. Sie finden neue Gefährten und mit einem auf einem republikanischen Kriegsschiff reisenden Sithlord und einem HK-50 Droiden neue Feinde, die die entstandene Gruppe nicht ohne Verlust fliehen lassen.

Von nun an beginnt eine Geschichte, die der Spieler maßgeblich selbst beeinflusst. Als "letzter der Jedi", verfolgt von Killerrobotern und Sith-Lords, auf sich gestellt mit nur einer rätselhaften Meisterin und verschiedenen Gefährten, wird er sich auf den Pfad der Jedi begeben? Die, wenn sie noch gibt, anderen überlebenden Jedi suchen? Wird er die neuen Sith, die sich gezeigt haben, suchen und zur Strecke bringen? Oder wird er selbst, nach Rache für den Verlust der Macht, die Jedi suchen, und selber das entgültige Ende der Jedi einläuten? Die Entscheidungen, die der Spieler hierbei trifft, werden das Schicksal einer ganzen Galaxie beeinflussen.
Im Gegensatz zum Vorgänger wird es keinen "Turning-Point" geben, an dem man entscheidet, ab hier bin ich entgültig gut oder böse. In diesem Spiel ist man es einfach, oder man spielt irgendwas in der Mitte. Die eigene Handlung wird einen in die ein oder andere Richtung treiben und nicht ein einzelnes Gespräch auf einem unbekannten Planeten in einem unbekannten Tempel.

Gameplay:

Begleiter:
Wenn vom "Verbannten" gesprochen wird, dann wird ohne Geschlechtsangabe, denn das sucht man zu Begin aus und auch auch das Geschlecht beeinflusst das Spielerlebnis. Als Mann wird man andere Begleiter finden als wenn man eine Frau spielt, als Frau werden andere Begleiter die Liebe des Hauptcharakters suchen als bei einem Mann. Und diese Begleiter sind das wahre Highlight von KotoR II, sie machen das Spiel einzigartig und besonders. Während man sich beim Vorgänger durch Dialoge klickte, ohne dass es eine wirkliche Wahl geben würde, hat man diese bei KotoR II. Taten (und Worte) ziehen nicht nur die bekannten Punkte der dunklen und hellen Seite der Macht nach sich, sie hinterlassen Spuren bei den Begleitern, der Einfluss auf sie kann zunehmen oder abnehmen. So werden manche mit Freude einen Loben, dass man gerade den Bettler auf dem Schmugglermond getötet hat, schließlich haben es die Schwachen ja verdient, andere werden sich angewieder abwenden. Bei allen 10 Begleitern den Einfluss zu maximieren, ist theoretisch möglich, dafür wird man aber immer wieder seine Überzeugungen verraten müssen, denn alle haben unterschiedliche Ansichten von Richtig und Falsch. Mit steigendem Einfluss (und sinkendem) Einfluss werden neue Dialogoptionen freigeschaltet, die nicht nur Erfahrung bringen, sondern auch einzigartige dauerhafte Boni. Zusätzlich lassen sich einige Begleiter später auch ausbilden, sie folgen euren Pfad. Oder ihr bildet sie aus, aber sie lehnen alles ab, wofür ihr steht und gehen einen umgekehrten Pfad zu eurem. Jeder Charakter wird euch seine eigene Geschichte liefern, doch ihr dürft kein DA:O erwarten. So sehr ich das Spiel liebe, so sehr ich die Charaktere liebe, ihr werdet für sie (im Gegensatz zu KotoR I) keine eigene Quest durchführen, der Charakter selber ist die praktisch die Quest, und ihre Hintergrundgeschichte wird zwar logisch und gut geschrieben sein, aber nicht so ausführlich sein, dass man sich in ihr verliert.
Gegen Ende wird man schmerzlich erfahren müssen, was passiert, wenn man mit der Liebe falsch gespielt hat oder wenn manche Begleiter einen zutiefst ablehnen. Aber auch, wie es ist, wenn die Begleiter einem bedingungslos folgen.

Kampf- und Charaktersystem:
Hier folgt Kotor II seinem direkten Vorgänger fast 1:1. Es gibt sinnvolle Verbesserungen, neue Talente und Machtfähigkeiten, doch in Grunde ist es komplett das alte, gute System: In jederzeit pausierbarer Echtzeit gibt man seiner Gruppe Befehle, ( bis zu 4 Befehle in einer Kette), die diese anschließend ausführen. Treffer jedweder Art werden ausgewürfelt, Statuswerte werden hierbei verrechnet, Trefferchancen, Ausweichchancen und Co. berücksichtigt und anschließend Lebenspunkte abgezogen. Oder betäubt. Oder vergiftet. Oder verbrannt. Oder erfrohren. Oder Machtpunkte abgezogen. Das Arsenal dazu umfasst Nahkampfwaffen für ein oder zwei Hände, Blasterpistolen und Gewehre, Granaten, sowie Machtfähigkeiten. Hinzu kommen Rüstungen, Energieschilde, Stimulanzen, Medipacks und allerhand anderer Kram, der einen hilft die Oberhand zu gewinnen.
Bei Level Aufstieg verteilt man Charakterpunkte auf 6 Werte wie Stärke oder Weisheit, Fähigkeitswerte auf Fähigkeiten wie Reperieren oder Verletzungen heilen, Talentpunkte auf einzigartige Talente, deren Anzahl Obisidan deutlich erhöht hat sowie Machtpunkte auf Machtfähigkeiten, falls der entsprechende Charakter die Macht entsprechent fühlen kann. Während bei KotoR I das Level bei 20 begrenzt war, ist die theoretische Grenze beim Nachfolger bei Level 50. Im normalen, 99% Durchlauf, erreicht man je nach Optimierung ca. Level 33. und hat damit mehr als genug Möglichkeiten seinen Charakter sowie die Begleiter zu skillen.
Es gibt nun eine ganze Reihe von Klassen, wobei der Hauptcharakter zu Begin aus den aus KotoR I bekannten drei Jediklassen wählen kann (Gesandter als besonders Machtfähiger, Hüter als Haudrauf und dazu noch eine ausbalanciertere Klasse), kann er später sogennante Prestige-Klassen annehmen. Dies sind spezielle Jedi oder Sithklassen, wie der Jedi-Waffenmeister oder der Sith-Lord. Begleiter können die bekannten Klassen "Gauner, Soldat und Kundschafter" besitzen, dazu die Jediklassen und Droiden besitzen nochmal eigene Klassen.

Upgradesystem und Minispiele
Erinnert man sich an das Upgradesytem aus KotoR I, muss man häufig mehr schmunzeln über den Namen als das System. Es gab 4 Kategorien, Fernkampfwaffen, Nahkampfwaffen, Rüstungen sowie Lichtschwerter, die alle 2-4 Upgradeslots hatten. Und bei allen außer den Lichtschwertern gab es pro Slot auch nur ein einziges Objekt, dass man einbauen kann. Bei Lichtschwertern immerhin verschiedene Kristalle. Obsidian hat hier massiv dran geschraubt und das Upgradesystem zu einem sehr nützlichen System weiter entwickelt, in dem jedes Item zu Koponenten verarbeitet werden kann und anschließend aus Koponenten neue Items sowie Upgradeteile herstellen kann. So baut man sich frische Klingen, Griffe, Linsen und Co. für Lichtschwerter, Blaster, Vibroschwerter und Rüstungen selber und kann die Waffen individuel an den eigenen Charakter anpassen. Fernkampfwaffen sind endlich im Vergleich zu den Nahkampfwaffen nicht mehr lächerlich schwach, sondern können mit den richtigen Upgrades ebenso stark sein,
Bei den Minispielen hat Obsidian auf bewährtes gesetzt und Pazaak sowie die Swooprennen übernommen. Pazaak spielt sich 1:1 wie vorher, es gibt eine Vielzahl von Herausforderern für dieses an 21 Black-Jack angelehnte Kartenspiel zu finden. Dazu kommen drei neue Swoopstrecken, die deutlich schwieriger sind als jene aus Teil 1.

Schwierigkeitsgrad:
Der mittlere Schwierigkeitsgrad ist ein guter Wert, das Spiel wird nicht zu leicht, jedoch bestraft es den Spieler, wenn er seinen Charakter oder Begleiter verskillt hat. Es gibt Sequenzen, wo man nur mit Begleitern oder sogar nur ein einzelner Begleiter unterwegs ist. Hat man dann den Charakter in eine Richtung geskillt, der einem zwar alle Türen öffnet, dafür aber kein Schwert oder Blaster richtig halten kann, wird es eng. Dann heißt es Medipacks schlucken. Im Dutzend. Und da man pro Kampfrunde, sprich pro Angriff, auch nur zusätzlich ein Medipack nehmen kann, kann es dann schonmal eng werden, hat man nicht genug von den großen Packs dabei. Sind die Begleiter jedoch ausbalanciert, wird einem das so nicht passieren. Im späteren Spielverlauf wird das Spiel dann zu leicht, insbesondere wenn man ein wenig Erfahrung mit dem Spiel hat und weiß, welche Items und welche Skillung zusammenpassen. Dann schneidet man wie ein Lichtschwert durch Raumschifftüren bei jedem Kampf.

Technik:
Aspyr hat das Spiel auf 1080p gebracht und das Interface dazu angepasst. Vorbei die 4:3 Zeiten, die wir bis in diesem Juli bei KotoR II erleben mussten. An der Engine hat sich nichts geändert, war sie schon 2005 nicht gerade frisch (ich glaube 5/10 Punkte beim Originaltest), ist sie heute natürlich stark veraltet und wenig ansehnlich. Texturen sind grob Aufgelöst, Figuren kantiger und mit wenig Poligonen modeliert. Da hilft auch Kantenglättung nicht wirklich. Doch es lässt sich immernoch ansehen, die Animationen sind nicht zu schlecht, die Lichteffekte sind okay, mit weiteren Mods sehen sogar die Lichtschwerter wieder gut aus. Über den Sound lässt sich wenig meckern, die Effekte sind gut, alle Charakter außer der Spielercharakter sind vollvertont. Wobei alle nicht Basic-sprechenden Charakter eher Nonsens abgeben, mit wiederholenden Stimmen sprechen und häufig zweimal die gleiche Audiofile nutzen, bei unterschiedlichen Untertiteln. Bis einem sowas auffällt, vergeht aber einiges an Zeit. Die Steuerung mit Maus und Tastatur sowie Gamepad funktioniert ohne Probleme.

Umfang
War das Spiel schon ohne Mods kein Kurzzeitvergnügen und dauerte ähnlich lang, wie der Vorgänger, ist es nun dank der Mods deutlich länger als der Vorgänger. Skippt man keine Dialoge, sondern hört sich an, was zu sagen ist, hält die Augen offen und erledigt die meißten Quests, ist man mit 40 Stunden dabei. Oder mehr. Weiß man hingegen, wie manche Spieler, viele Dialoge schon auswendig und spielt daher deutlich schneller, benötigt man für einen 99% Run immernoch 20-25h. Das ist ungefähr die Zeit, die ich bei Mass Effect 1 und 2 jeweils für 99% benötige und damit sehr gut. Insbesondere, weil sie mehrfaches Durchspielen lohnt, egal ob mit anderer "Gesinnung" oder Geschlecht. Insgesamt habe ich selbst das Spiel sicherlich mehr als 15 mal durchgespielt, aktuell spiele ich es im Jahr zwei mal durch, es ist un bleibt mein Lieblingspiel.


Und das erklärt dann natürlich auch die Wertung. Für mich ist KotoR II besser als sein Vorgänger, wenn man die genannten Schlüsselmods instaliiert hat. Auch wenn das Spiel leider noch nicht ganz an das ran kommt, was Chris Avellone damals vorschwebte und durch Lucas Arts verhindert wurde, es kommt verdammt nah heran. Überall wurde das Spiel sinnvoll verbessert, die Galaxie ist deutlich düsterer als im Vorgänger, as Schwarz und Weiß wurde durch viele Graustufen ersetzt, die Begleiter sind endlich sinnvolle Charaktere, die Welt um einen herum reagiert auf einen. So komme ich auf meine 94, weil es besser ist als die 93 von KotoR I. Es bleibt mein liebstes Spiel und ich empfehle jeden es auszuprobieren, es ist nicht teuer, die Mods sind natürlich umsonst und wer es nicht kennt, der hat etwas verpasst. Sehr viel sogar.

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Wertung
Pro und Kontra
  • sehr gute Geschichte im Star Wars Universum
  • wundervolle, beinflussbare Begleitcharaktere
  • Vollvertonung außer des Hauptcharakters
  • sinnvolles Upgradesystem
  • gut geschriebene Quests
  • sinnvolles Charaktersystem
  • sehr gute, taktische Kämpfe
  • und vieles mehr!
  • veraltete Grafik
  • nicht vertonter Hauptcharakter
  • gegen Ende zu leicht

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 100 Stunden



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