Sehr guter Weltkriegsshooter, der sich nicht abheben kann

Ego-Shooter im zweiten Weltkrieg gibt es wie Sand am Meer. Die Brothers in Arms oder Medal of Honor-Serien sind neben den ersten drei Call of Duty-Teilen nur...

von EchnaTron am: 19.04.2009

Ego-Shooter im zweiten Weltkrieg gibt es wie Sand am Meer. Die Brothers in Arms oder Medal of Honor-Serien sind neben den ersten drei Call of Duty-Teilen nur ein Teil der Fülle. Vielen wurde das langsam zu viel und sie straften den fünften Teil von Call of Duty allein deswegen schon schlecht ein. Ein oft verarbeitetes Szenario macht aber in meinen Augen kein schlechtes Spiel sondern wenn überhaupt dann ein schlecht präsentiertes Szenario.
Das hat sich Call of Duty zumindest am PC noch nie zuschulden kommen lassen und ich war gespannt, ob sich das mit dem fünften Teil fortsetzen würde und ob das Spiel auch in den restlichen Punkten überzeugen würde können.

Dem Auge bietet Call of Duty: World at War mit der Engine des Vorgängers Modern Warfare nur gutes. Dass Spiele, die im zweiten Weltkrieg angesiedelt sind eher von grauer und brauner Farbegebung sind, ist man gewohnt und macht natürlich auch Sinn. Einziger Kritikpunkt wäre, dass man den pazifischen Jungle doch etwas grüner und lebensechter hätte gestalten können.

Der Sound ist, wie von Call of Duty gewohnt, erstklassig. Schreiende Kameraden, explodierende Granaten, feuernde Panzer und dramatische Musik flechten eine nach wie vor unerreichte Kriegsatmosphäre. Allerdings sind Reznovs Kommentare während der Schlacht etwas zu leise geraten und gehen doch etwas zu sehr im Kampfeslärm unter. Das sollte noch gefixt werden.

Zur Bedienung ist nicht viel zu sagen, da ein so simpel gestrickter Shooter da nicht viel falsch machen kann. Es kann allerdings nerven, dass die computergesteuerten Mitstreiter nicht vom Spieler aus dem Weg geschoben werden können sondern wie in Beton gegossen auf ihrem Platz verharren. Da kann es schon das eine oder andere Mal passieren, dass man es nicht schafft, der deutschen Granate im rechten Moment zu entkommen.

Die KI zeigt sich ebenfalls wie man es von Call of Duty gewöhnt ist: Die Gegner suchen zwar schlau Deckung, stürmen aber auch gern ohne Verstand nach vorne und dabei auch oft hinter Ihre Reihen um sich dort mit dem Rücken zu Ihnen aufzustellen und dann von Ihnen oder den Kameraden abgeschossen zu werden. Dennoch bleiben die Gefechte immer fordernd und nie zu schwer und selten zu leicht. Die eigenen befreundeten Soldaten stellen sich dabei meist etwas klüger an und gehen auch gern in den Nahkampf wenn es angebracht ist.

So genial die Präsentation der Schlachten auch ist, so durchwachsen ist die der Kampagne(n). Denn nur die russische kann wirklich mit einer spannenden Story und abwechslungsreichen Missionen aufwarten. Als amerikanischer Soldat Miller spielt man sich doch durch eine Kampagne, von der am Ende eigentlich nur das finale Gefecht hängen bleibt, welches sich an sich aber auch nicht übermäßig spektakulär ausnimmt. Es wird einem kaum etwas geboten, was man nicht schon gesehen hat.
Ganz anders dabei in der russchischen Haut des Dimitri Petrenko, dessen erste Mission als Scharfschütze auf der Jagd nach einem deutschen Offizier durch Stalingrad sich schon sehr spannend und toll inszeniert darstellt. Die folgenden Schauplätze gestalten sich abwechslungsreicher. So kämpft man sich durch die U-Bahn oder die Berliner Innenstadt und spätestens wenn man sich heiße Gefechte mit den letzten verbliebenen deutschen Truppen im Reichstag liefert, hüpft das Herz des Kriegsshooterfans richtig hoch.

Ich muss mich an dieser Stelle korrigieren: Es gibt doch noch einen zweiten, aber aus allen bekannten Call of Duty-Spielen bekannten Kritikpunkt: Es ist viel zu kurz.

Am Ende kann man Call of Duty: World at War ein gelungenes Werk nennen. Ein Weltkriegsshooter, der genau das ist und nicht mehr versucht. Das, was er liefert, macht er aber auch gut und lässt kaum Wünsche offen. Vergleichbar mit der absoluten Erstklassigkeit und Ausnahmequalität eines Modern Warfare ist es aber nicht. Eine Kaufempfehlung, ist es aber dennoch wert.

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 5, weniger als 10 Stunden



Kommentare(12)

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