Shepards Rückkehr - Nur teilweise so gut wie erhofft

Mit Mass Effect 2 ist wohl die erste Kontroverse des Jahres schon da. Für die einen ein tolles Action-Rollenspiel, für andere der Untergang der...

von - Gast - am: 01.02.2010

Mit Mass Effect 2 ist wohl die erste Kontroverse des Jahres schon da. Für die einen ein tolles Action-Rollenspiel, für andere der Untergang der Rollenspielkultur. Ich sehe das Thema differenzierter, siehe dazu auch mein Test.

Grafik

Grafisch ist Mass Effect 2 auf dem Niveau des Vorgängers und damit immer noch sehr hübsch, aber keine Grafikperle. Manche Bereiche sind doch etwas kantig geraten, trotzdem ist das Spiel unterm Strich durchaus noch gut genug. Für Teil 3 sollte Bioware allerdings ein neues Grafikgerüst erstellen, denn das aktuelle wird sicherlich nicht mehr besser.

8/10 Punkten


Sound

Der Sound bietet wie in ME 1 eine traumhafte Qualität. was Jack Wall hier abliefert ist besser, als viel, was man im Kino im Bereich Filmmusik hört. Gerade auch wegen des Soundtracks gerät man von Anfang an wieder ins Schwärmen und ist mittendrin im ME-Universum.

10/10 Punkten

Story

Was ich nach rund 20 Stunden erlebt habe, ist zwiespältig. Auf der seinen Seite überzeugt Bioware mit tollen Charaktergeschichten, sodass man mehr noch als im ersten Teil über seine Begleiter erfährt, auf der anderen Seite taucht der rote Faden mit der Bedrohung durch die Kollektoren oftmals nur am Rande auf. Während in ME 1 die Verfolgung Sarens und Vereitelung seiner Pläne im Vordergrund stand, reihen sich zumindest bis Spielstunde ~ 20 die Begleitergeschichten aneinander, aber der Hauptplot fehlt. Man hat oftmals das Gefühl, dass Bioware sich bei den Charaktergeschichten verrannt und dabei etwas die Hauptstory vergessen hat.

8/10 Punkten

Kampfsystem

Hierbei entstehen wohl die größten Kontroversen. Vorab erwähne ich, dass auch Mass Effect 1 kein Hardcore-Rollenspiel war, sondern auch dort schon die Kämpfe eher nach dem Shooterprinzip abliefen. Mir gefällt das Kampfsystem von Teil 2 aber nur bedingt. Zum einen fand ich das System mit unendlicher Munition und dafür der Begrenzung durch Abkühlung besser als das aktuelle mit begrenzter Munition, zum anderen laufen mir die Kämpfe hier zu offensichtlich schematisch ab. Man kommt an eine Stelle, an der Kisten oder andere Deckungsmöglichkeiten stehen und weiß dadurch sofort, dass gleich ein Kampf losgeht. So bestehen diese Kämpfe dann auch aus Deckung suchen und mehrere Gegnerwellen zurückschlagen. Während des Kampfes setzt man die diversen Waffen und Fähigkeiten, was gut funktioniert und eine Mischung aus Kämpfern, Biotikern und Technikern ist am Effektvsten.
Das Problem ist auch hier oftmals die Munitionsbegrenzung, da zumindest auf höheren Schwierigkeitsgraden schnell mal 1-2 Waffen leer sind und man diese dann laufend wechseln muss, bis man nach dem Kampf die Munition des Gegners einsammeln kann. Gerade bei den Kämpfen ist ME 2 da weder ein Shooter noch ein Rollenspiel. Auch die Gegner sind eher nach dem Muster 'Viele dumme als wenige schlaue'designt worden und daher weniger anspruchsvoll als manchmal frustrieren viele - da kommt dann wieder das Munitionsproblem öfters zum Tragen. Das Kampfsystem ist daher mein Negativfaktor Nummer Eins in Mass Effect 2.

6/10 Punkten

Spielwelt

Die Spielwelt ist wie unter dem Punkt 'Grafik' erläutert überwiegend schön designt, wobei der Bogen von eckigen und häßlichen Nebenmissionsgebieten bis hin zu den runden und glänzenden Oberflächen der Citadel oder Normandy SR 2 gehen. Im Großen und Ganzen wirkt die Spielwelt aber stimmig und es gibt überall nette Sachen zu Entdecken. So bekommt man oftmals nur durch das Vorbeilaufen an NPCs an eine Nebenmission - diese sind in ME 2 eindeutig besser als im ersten Teil! - oder kann beim Betreten eines Ladens eine diesem vorher vorgespielte Werbebotschaft hören. Auch sonst weißen 'xy untersuchen' Markierungen wie schon in Teil 1 immer wieder auf interessante Punkte hin, die dann als Kodexeintrag auftauchen oder man beginnt einen kurzen Smalltalk mit einem Gruppenmitglied.
Gerade bei den verschiedenen Missionen ist nach wie vor der biowaretypische Schlauchlevel Standard. Verlaufen ist auch in Mass Effect 2 nicht möglich, dafür aber gibt es immer wieder überraschende Sitationen auf dem Weg durch Gegend.

9/10 Punkten

Kleinigkeiten

Zur Abwechslung des Hauptplots bietet Mass Effect 2 diverse Minispielchen. Diese reichen vom Sammeln von Schiffsmodellen, die in der Kapitänskajüte herumhängen, zum Halten von Fischen oder einem Hamster (erstere bitte füttern, letzterer lebt anscheinend von Luft und fehlender Liebe) bis hin zum Scannen von Planeten für Rohstoffe. Diese braucht man auch für Upgrades der Normandy selber oder für Upgrades von Gruppenmitgliedern oder dem Erforschen neuer Waffen. Diese Minispielchen sind eine nette Abwechslung für nebenbei und gehen auch recht schnell, nur die Sonden muss man immer wieder nachkaufen - genauso wie den Treibstoff, dessen Einführung ich irgendwie sinnfrei erachte. Aber wenigstens muss man nicht mehr mit dem Flummi über öde Planeten hüpfen.

Auch der Import des eigenen Charakters aus Teil 1 ist eine richtig gute Idee, da so Mass Effect 2 eine noch höhere Tiefe erreicht.

8/10 Punkten

FAZIT

Mass Effect 2 ist wie Teil 1 ein sehr gutes Spiel und es macht nach wie vor Spaß, mit Shepard durchs All zu gondeln und der Story zu folgen - wenn diese auch eher dahindümpelt. Aber gerade die Präsentation ist verdammt gut und auch die Nebencharaktere sind wie in allen Biowaretiteln mehr als nur einfache NPC-Begleiter - wenn ich auch Liara als Gruppenmitglied vermisse.
Der erwartete Knaller ist ME 2 nicht, dafür ist die Hauptstory zu wenig im Vordergrund, außerdem ist das Kampfsystem in der Art mehr als verbesserungswürdig.

Man darf gespannt sein, ob es Bioware schafft, Teil 3 wieder etwas mehr ins Rollenspielgenre zu schieben und außerdem das Finale furios zu gestalten, ohne sich mit der Story zu verrennen. Mass Effect 2 ist alleine ein nur gutes Action-Rollenspiel, in Verbund mit Teil 1 und später Teil 3 mag es als Mittelteil der Trilogie einen durchaus guten Platz belegen.

Auch ab und an auftretende Bugs stören aktuell noch etwas, vor allem stehen Gesprächspartner des Öfteren nicht so, wie sie stehen müssten und diverse Nachladereien aufgrund des Schwebens in der Luft hatte ich auch schon.

Wertung
mit Bonus, weil ich das Universum mag

86%

Trotzdem hoffe ich, dass Bioware Teil 3 in Sachen Story und Kampfsystem besser macht, dann reicht es auch wieder für einen 90er (natürlich nur mit Rückkehr von Liara ins Team ;) ).


Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: Stimmige Welt trotz altem Grafikgerüst...
  • Sound: Perfekter Spielesound von Jack Wall.
  • Balance: 4 Schwierigkeitsgrade für Jedermann.
  • Atmosphäre: Dank Charakterimport
  • Bedienung: Bewährte Pausenfunktion in den Kämpfen.
  • Umfang: Bisher etwas mehr als 20 Stunden gespielt.
  • Quests / Handlung: 1A Begleitergeschichten und gute Nebenquests.
  • Charaktersystem: Sinnvolle Verteilung von Werten...
  • Kampfsystem: Flottes Tempo und viele Fähigkeiten.
  • Items: Sinnvolle Upgrades und brauchbare Waffen...
  • Grafik: ... trotzdem oftmals Ecken und Kanten.
  • Sound: /
  • Balance: Nicht alle Fähigkeiten und Klassen brauchbar.
  • Atmosphäre: ...aber Hauptfeind etwas wenig vorhanden.
  • Bedienung: Wirkt aber doch manchmal etwas fummelig.
  • Umfang: /
  • Quests / Handlung: Haupthandlung läuft etwas nebenher.
  • Charaktersystem: ...leider noch weniger als noch in ME 1.
  • Kampfsystem: Durch neues Munitionssystem und KI etwas nervig.
  • Items: ...aber leider nur sehr wenige für ein Rollenspiel

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 20, weniger als 40 Stunden



Kommentare(3)
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