Test Drive (Un)limitet 2

Reif für die Insel? Sie mögen schnelle Autos? Na dann ab in den Süden samt Sportwagen. Oder ist die Urlaubskasse mal wieder für die Reparatur des klapprigen...

von S1ckn3sZ am: 15.02.2011

Reif für die Insel? Sie mögen schnelle Autos? Na dann ab in den Süden samt Sportwagen. Oder ist die Urlaubskasse mal wieder für die Reparatur des klapprigen Corsa draufgegangen? Wenn das so ist hilft wohl mal wieder nur die Flucht in eine virtuelle Welt. Test Drive Unlimited 2 lädt zum wörtlich schnellen Urlaub auf Ibiza und mal sehen ob der Reiseprospekt hält, was er verspricht.

Das Gerüst um TDU 2

Bereits 2007 verschlug es den Spieler von Test Drive Unlimited auf die Hawaii-Insel Oahu, diese ist auch wieder dabei zu einem späteren Zeitpunkt des Spiels. Man startet auf Ibiza, in Mitten einer Party mit fröhlichen und wohlhabenden Leuten. Und da TDU 2 ein Rennspiel ist müssen wir auch nicht lange warten, bis uns eine junge, hübsche Frau zu unserem Ferrari California, mit dem wir auch gleich losheizen können. Nur leider wärt der Spaß nicht lang, da uns die, eben noch freundschaftlich anmutende, Frau aus unseren Träumen reißt und uns in die harte Realität als Park Boy zurückholt.

Ein mittlerweile klassischer Anfang eines Computerspiels, dem Spieler zeigen was es gibt, dem Spieler alles nehmen um ihn so zu motivieren, dass er sich eben Verlorenes wieder erarbeitet. Ebenso klassisch ist die Rahmenhandlung, denn man muss sich von seinem Unterschichtdasein hocharbeiten zu einem Mitglied der wohlhabenden Gesellschaft von Ibiza und Hawaii. Rennspieltypisch ist die Handlung eher dünn aber das stört hier nicht wirklich, da nicht versucht wird eine spannende Kriminalstory à la NfS Undercover zu erzählen.

Nachdem die obligatorische Prüfung des Fahrkönnens und mit dem dadurch gewonnenen Geld das obligatorische langsame Startauto gekauft hat geht es aber noch lang nicht los mit der Rennkarriere.
Bevor man an den Meisterschaften, die unterteilt sind in Asphalt, Klassik und Off-Road, teilnehmen kann müssen erst die Führerscheinprüfungen für jede Klasse absolviert werden. Auch die Führerscheinklassen sind nochmals unterteilt um die Kraft der Fahrzeuge einzuteilen, was auch gut funktioniert. So kann es keinem passieren mit einem VW Golf GTI neben einem Pagani Zonda F zu stehen und direkt nach dem Start nur noch dessen Rücklichter zu sehen.

Das Fahrgefühl

Desweiteren wird in der Fahrschule das gewöhnungsbedürftige Fahrverhalten der Autos vermittelt. TDU 2 ist weder wirklich arcadelastig aber auch nicht realistisch. Auf jeden Fall wird gefühlvoller Einsatz von Gas, Bremse und Lenkung verlangt, da sonst durchaus auch mal ein Audi A3 ausbrechen kann und man sich in der Kurve dreht. Wenn man sich aber erst mal an die Steuerung gewöhnt hat kann man sein Gefährt sicher am Gegenverkehr vorbei manövrieren. Ein Gamepad mit analogen Schultertasten und Analogstick ist von Vorteil, da mit der Gas-Kein Gas-Tastatur gefühlvolles dosieren nicht möglich ist. (Steuerung mit Lenkrad kann ich mangels Lenkrad nicht testen)

Viel Feedback bekommt man allerdings nicht von seinem Auto, zwar wird man langsamer neben dem Asphalt, aber schwieriger zu lenken sind die Autos nicht. Außerdem bleibt man sehr schnell an Objekten hängen, wenn man doch mal von der Strecke abkommt. Ob man gegen einen massiven Fels oder ein Blumenbeet fährt ist dabei völlig egal, in jedem Fall kommt das Auto abrupt zum Stillstand.
Die Steuerung der Off-Road-Boliden ist überraschenderweise leichter als die der Sportwagen auf der Straße. Zwar rutscht man mehr um Drifts zu ermöglichen, aber Probleme bekommt man nur wenn man an einer Steinmauer oder einem Felsen hängenbleibt.

Generell ist der Hauptfeind bei TDU 2 die Strecke selbst, da die KI-Gegner meist mit angezogener Handbremse fahren. Zwar gibt es Rennen, die schwer sind und diese sind dann auch wirklich richtig schwer aber in der Regel fährt man der Konkurrenz davon. Besonders im Off-Road-Bereich sind Vorsprünge von 10 Sekunden und mehr alles andere als selten. Allerdings bietet TDU 2auch viele Rennevents im Online- oder Koop-Modus, wo man dann seine Fahrkünste gegen echte Gegner beweisen muss.

Die Meisterschaften

Die Rennen der Meisterschaften sind unterteilt in normale Rund- und Streckenrennen, Zeitfahren, Last Man Standing, Geschwindigkeitslimit und Radarfalle. Bei Last Man Standing scheidet der jeweils letzte Fahrer der jeweiligen Runde aus. Man bekommt Punkte wenn man über einer gewissen Geschwindigkeitsgrenze fährt beim Geschwindigkeitslimit. Und beim Radarfallemodus gewinnt der, der am schnellsten durch die Fallen fährt. Die Reihenfolge der Rennen kann selbst bestimmt werden und sollte man doch mal nicht gewinnen, kann das Rennen auch wiederholt werden.

Die einzelnen Meisterschaften müssen angefahren werden, denn wie der erste Teil ist TDU 2 ein Open-World-Spiel. Neben Autohändlern und Gegenverkehr gibt es auch noch Autowracks, Geschäfte und Häuser zu entdecken. Die Häuser braucht man um seinen ständig wachsenden Fuhrpark unterzubringen. Findet man alle Wracks bekommt man ein spezielles Auto, so wird der Sammelrieb des Spielers befriedigt. Und weil man wegen der „Story“ einen Avatar hat, gibt es natürlich auch Geschäfte um ihn zu personalisieren. Neue Haare, Klamotten und sogar Gesichts-OPs sind möglich. Zwar gibt das Spiel die nötigsten Anlaufstellen vor, wer jedoch alles finden möchte, der kommt nicht drum rum die Insel zu erkunden.

Die Technik

Grafisch ist TDU 2 nicht mehr auf dem neusten Stand, macht aber einen stimmigen Eindruck. Die Fahrzeuge haben nette Spiegeleffekte und detaillierte Innenräume bekommen aber im Ganzen wirken sie detailarm, weswegen sie im Vergleich mit anderen aktuellen Rennspielen weniger echt wirken. Die Umgebung ist abwechslungsarm, wobei einerseits klar ist, dass Ibiza keine 3 Klimazonen hat, aber auch jedes Dorf sieht aus wie das Dorf davor. Wer die Inseln erkundet entdeckt dennoch hier und da einen malerischen Strand oder eine urlaubsreife Aussicht.

Auch mit Effekten ist TDU 2 sehr sparsam. Zwar gibt es Strahlen, wenn man gegen die untergehende Sonne fährt und Wassereffekte wenn es regnet, aber andere Spiele bieten da wesentlich mehr. Dafür sieht man allerdings wo man hinfährt und es entstehen selten unfaire Situationen mit dem Gegenverkehr.

Böse Grafikbugs blieben bisher jedoch aus, zwar gibt es hier und dort mal ein Flimmern an gegnerischen Stoßstangen, aber davon abgesehen läuft TDU 2 flüssig (offline!).

Wer behauptet TDU 2ist abgrundtief hässlich übertreibt aber man merkt doch deutlich, dass Eden Games Abstriche in der Grafik zu Gunsten der Open World machen musste. Diese funktioniert allerdings auch und ist für ein Rennspiel gut gefühlt. Die Welt wirklich mit Leben zu füllen, wie es ein GTA IV macht ist aber auch TDU 2 nicht gelungen.

Auch beim Sound kommt man nicht umher Kritik zu äußern. Generell ist TDU 2 zu leise abgemischt, es empfiehlt sich also auf jeden Fall eine leistungsstarke Anlage oder Headset. Man darf im Nachhinein nur nicht vergessen die Regler wieder runter zu drehen. Darunter leiden natürlich auch die Motorengeräusche und Anrufe von KI-Kollegen werden vom Radio übertönt. Das Radio selbst hat nur 2 Sender die beide elektro- und Hip-Hop-lastig sind. Zwar wird ständig Werbung für ein Death Metal-Konzert gemacht, aber wer gern Rock hört, sollte das Radio aus lassen und seine eigene Musik im Hintergrund laufen lassen.

Nochmal Fahrgefühl

Wegen der großen Abstriche in Grafik, vor Allem in Sachen Effekten, fällt es TDU 2 sehr schwer die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu vermitteln. Erst ab Tempo 200km/h nimmt man als Spieler wirklich wahr, dass man schnell fährt, weil dann doch die Ränder der Umgebung leicht verschwimmen. Man sollte auch unbedingt die Stoßstangen- oder Motorhaubenperspektive wählen, wenn man Geschwindigkeit wahrnehmen will. Es gibt zwar auch eine Cockpitperspektive, aber die ist abhängig vom Wagen sehr unübersichtlich.

Fazit

Eine Rennspielreferenz ist TDU 2 nicht geworden, dass verhindern die Kritikpunkte in Sachen Steuerung, Sound und Grafik. Wer also am liebsten mit Edelgrafik und Arcade-Steuerung Gegner schrottet sollte die Finger von dem Spiel lassen. Wer jedoch Spaß daran hat, neben den normalen Rennen, mit Magnums Ferrari 2 sonnige Urlaubsinseln zu erkunden kann sich TDU 2 durchaus ansehen. Ist man Entdecker, dann kann man TDU 2 auch die Fehler verzeihen und dann ist es durchaus motivierend und macht Spaß.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Grafik: schöne Orte..., gute Automodelle..., Setting
  • Sound: cooler Elektro-Soundtrack
  • Balance: Gute Klassentrennung der Fahrzeuge
  • Atmosphäre: Urlaubsgefühl, gute Filmsequenzen, Open-World
  • Bedienung: gute Gamepadsteuerung
  • Umfang: 2 große Inseln, versteckte Extras, Rennanzahl,...
  • KI: fährt gut...
  • Fahrverhalten: Mix aus Arcade und Realismus...
  • Tuning: optisch Innen+Außen, Häuser+Avatar veränderbar
  • Streckendesign: für Open-World abwechlunsreich, Straße+Off-Road
  • Grafik: ...die man suchen muss, im Vergleich Durchschnitt
  • Sound: Sprachausgabe, nichts für Rocker, genrell zu leise
  • Balance: meist zu leicht, oder extrem schwer
  • Atmosphäre: wenig Leben in der Welt
  • Bedienung: gewöhnungbedürftig, schwammig
  • Umfang: Standartrennmodi
  • KI: ...immer, meist viel zu langsam
  • Fahrverhalten: ...der eher mäßig gelungen bis misslungen ist
  • Tuning: generel wenig Wagentun, optisch nur Farbe+Bilder
  • Streckendesign: Umgebung immer gleich, Open-World-Baukasten

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher leicht

Bugs:

Nur sehr wenige

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(2)

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